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Görlitz: Landrat kritisiert Laschet und Wanderwitz

Nach Ministerpräsident Michael Kretschmer legt jetzt auch Bernd Lange gegen die CDU-Spitze nach.

Der Görlitzer Landrats Bernd Lange (CDU) am Montag während einer Pressekonferenz.
Der Görlitzer Landrats Bernd Lange (CDU) am Montag während einer Pressekonferenz. © Martin Schneider

Nach der Kritik des sächsischen Ministerpräsidenten Michael Kretschmer (CDU) am Bundesvorsitzenden der Partei und Kanzler-Spitzenkandidat Armin Laschet legt jetzt der Görlitzer Landrat Bernd Lange (CDU) nach. "Laschet sollte aufhören von einem Sieg zu reden", sagte er am Montag am Rande einer Pressekonferenz.

Er bedauere, so der Landrat mit Blick auf die Wahlniederlage des Görlitzer Direktkandidaten Florian Oest, keinen direkten Ansprechpartner in Berlin zu haben. "Wahlen bedeuten Veränderungen", sagt Bernd Lange. Er verwahre sich dagegen, den Landkreis als "sozial benachteiligt" zu bezeichnen.

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Ähnlich wie Michael Kretschmer kritisiert der Landrat in diesem Zusammenhang den Beauftragten der Bundesregierung für die neuen Länder, Marco Wanderwitz (CDU). Der hatte zuvor unter anderem geäußert, dass Menschen in Ostdeutschland teilweise „diktatursozialisiert“ seien. "Wanderwitz stigmatisiert Ostdeutsche", so Bernd Lange. Ja, es gebe hier - gerade im Kreis - mehr Corona-Leugner. "Aber das ist doch nicht die gesamte Bevölkerung", so Bernd Lange.

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Äußerungen wie die von Wanderwitz "machen etwas mit dem Menschen", sagt der Landrat. "Die Menschen hier haben die Demokratie sehr wohl verstanden", so Bernd Lange. Ja, er sei enttäuscht darüber, dass so viele "Blau" gewählt hätten. Aber er verstehe auch zum Teil den Frust und nennt als ein Beispiel die immer noch nicht vollendete B 178.

"Alle wollen diese neue Straße, seit Jahrzehnten. Aber jeder darf eben reinreden", sagt er. Wenn es nicht vorwärts gehe, enttäusche dies die Menschen vor Ort, sie wählten Protest. Bernd Lange: "Die Menschen wollen, dass endlich gehandelt wird."

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