merken
PLUS Görlitz

Mercedes-Fahrer kracht ins Friseurgeschäft

Beim Einparken auf der Jakobstraße in Görlitz hatte der Senior wohl Gas und Bremse verwechselt. Der Fahrer wurde verletzt, im Salon sind alle wohlauf.

Scheibe und Fahrzeug wurden bei dem missglückten Einparkversuch demoliert.
Scheibe und Fahrzeug wurden bei dem missglückten Einparkversuch demoliert. © Matthias Wehnert

Petra Vogt hat das Unheil kommen sehen - im wahrsten Sinne des Wortes. Als der blaue Mercedes am Dienstagvormittag gegen 10.45 Uhr durch die große Schaufensterscheibe des Friseursalons auf der Jakobstraße brach, stand sie gerade im Geschäft. "Ich dachte noch: Was macht denn der? Dann hat es auch schon gekracht", erzählt die Friseurin.

Es ist ein ungewöhnlicher Unfall, der sich auf der Jakobstraße ganz in der Nähe der Straßburgpassage ereignet hat. Wie es dazu kam, dass das Auto rückwärts in den Friseursalon der Figaro GmbH fuhr, so ganz genau kann das die Polizei auch noch nicht erklären.

Wandern
Schritt für Schritt
Schritt für Schritt

Gerne an der frischen Luft und immer in Bewegung? Wanderwege, Tipps und Tricks finden Sie hier.

Polizei: Gas und Bremse verwechselt

Petra Vogt hatte den Mercedes auf der gegenüberliegenden Seite der Straße schon bemerkt. "Das Auto hatte eingeparkt, stand aber wohl mit einem Vorderrad auf dem Bordstein", sagt sie. Wahrscheinlich hatte dann der Fahrer versucht, den Wagen korrekt in die Parklücke zu stellen. Dabei kam es zu dem Malheur. "Das Auto fuhr plötzlich schnell rückwärts, krachte in den Audi dahinter, schob ihn zurück", so Petra Vogt.

Wie es dann zu der Drehung kam und den Mercedes auf die andere Seite der Straße beförderte - schwer zu erklären. Die Polizei spricht von einer "Kreisbewegung durch die eingeschlagenen Vorderräder". Nach SZ-Informationen hat der Mercedes ein Automatikgetriebe.

Der Fahrer, ein 86-Jähriger, wurde beim Unfall laut Polizei leicht verletzt. Er kam ins Krankenhaus, wurde aber inzwischen nach Polizeiangaben wieder entlassen. Angehörige des Mannes vermuten vor Ort, dass er vielleicht gesundheitliche Probleme gehabt haben könne. Die Polizei geht davon aus, dass der Mann wohl Gas und Bremse verwechselte. Verletzte im Friseursalon gab es nicht. "Ein Kunde konnte noch zur Seite springen, bevor ihn die Glassplitter trafen", sagt Petra Vogt.

Unfallfahrer wieder aus Klinik entlassen

Im Geschäft ist kurz nach dem Unfall schon das große Aufräumen angesagt. Maurerreste und eben Glas wird zusammengekehrt, in einen Container auf dem Fußweg geschippt. Die Jakobstraße bleibt im unteren Teil während der Aufräumarbeiten erst einmal gesperrt. Ein Streifenwagen der Polizei ist vor Ort. Die Beamten schicken Autofahrer am Wilhelmsplatz vorbei Richtung Konsulstraße.

Kurz darauf ist auch schon der Abschleppdienst der Firma Dussa auf der Jakobstraße. Der Transporter nimmt den Mercedes Huckepack und bringt ihn erst einmal aufs Firmengelände nach Holtendorf.

Inzwischen leisten die Männer des Handwerker- und Hausmeisterdienstes von Heid & Partner ganze Arbeit und schrauben Holzplatten anstelle des Fensters vors Geschäft.

Der Friseur bleibt zunächst geschlossen, bis auf Weiteres. Tobias Pätzold ist vor Ort. Er ist Inhaber der Figaro GmbH, zu der insgesamt sechs Geschäfte gehören. "Die Handwerker der Hausverwaltung waren sehr schnell vor Ort", sagt Tobias Pätzold. Er muss sich nun darum kümmern, eine neue Scheibe zu bestellen, die Schäden im Mauerwerk ausbessern zu lassen.

Friseursalon soll Montag wieder öffnen

Sechs Kolleginnen arbeiten normalerweise im Salon auf der Jakobstraße. "Wir können sie nicht einfach auf die anderen Geschäfte verteilen, wegen der Corona-Bestimmungen", so Tobias Pätzold. Wann er den Salon auf der Jakobstraße wieder eröffnen kann, er weiß es noch nicht. "Ich hoffe aber, es geht relativ schnell", sagt der Geschäftsführer. Er denkt, dass kommenden Montag der Betrieb wieder läuft.

Wie hoch der Schaden im Geschäft ist, kann er noch nicht sagen. Ein Vertreter der Versicherung war bereits am Dienstag vor Ort, hat sich alles angesehen. Die Polizeidirektion Görlitz geht von einem Gesamtschaden von etwa 16.000 Euro aus, davon je 3.000 Euro am Unfallauto Mercedes und am betroffenen Audi.

Kurz nach der Öffnung muss der Friseursalon also wieder schließen, vorübergehend. "Wenn man denkt, es kann nicht schlimmer kommen, kommt es schlimmer", sagt eine Kollegin Petra Vogts. Der gehen andere Gedanken durch den Kopf. "Wenn Corona nicht wäre, hätten hier vor der Schaufensterscheibe Kunden gesessen und auf ihren Termin gewartet", schildert sie. Nicht auszudenken, was dann ein Unfall wie dieser für Folgen gehabt haben könnte.

Mehr Nachrichten aus Görlitz lesen Sie hier

Mehr Nachrichten aus Niesky lesen Sie hier

Mehr zum Thema Görlitz