Görlitz
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Besucherschwund im Görlitzer Museum

Nur ein halbes Jahr lang durften die Museen öffnen. Für 2022 bleiben Pläne für einige Sonderausstellungen und die Hoffnung auf Normalität.

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Der Hof des Barockhauses an der Neißstraße, weihnachtlich geschmückt mit Herrnhuter Stern
Der Hof des Barockhauses an der Neißstraße, weihnachtlich geschmückt mit Herrnhuter Stern © Görlitzer Sammlungen

Das Kulturhistorische Museum der Stadt Görlitz war in diesem Jahr an nur sechs von zwölf Monaten geöffnet. Innerhalb dieses halben Jahres haben die Görlitzer Sammlungen 13.707 Besucher bei Veranstaltungen, in den Ausstellungen in Barockhaus und Kaisertrutz sowie im Reichenbacher und im Nikolaiturm gezählt. Diese Zahlen übermittelt Kerstin Gosewisch in einem Rückblick der Görlitzer Sammlungen auf das Jahr 2021.

Bereits 2020 hatte es Corona-bedingt Einbrüche bei den Besucherzahlen der Museen gegeben. Aufgrund der erneuten Schließungen im Frühjahr und im Herbst seien auch in diesem Jahr wieder viele Veranstaltungen ausgefallen, so Gosewisch. Alternativ gab es Online-Formate sowie sie Möglichkeit, Sonder- und Dauerausstellungen am eigenen Bildschirm von zu Hause anzuschauen. "Aber das Erlebnis eines Live-Besuchs bleibt nach unserer Erfahrung auch zukünftig unersetzlich. Besonders traurig ist es für die Sonderausstellung zum 950. Stadtjubiläum, der wir gern mehr Besucher gewünscht hätten", sagt Jasper von Richthofen, Direktor der Görlitzer Sammlungen. Man hoffe, dass die Bedingungen 2022 wieder normalen Besucherverkehr zulassen.

Wer im Museumsshop Weihnachtsgeschenke einkaufen will, kann das noch von Dienstag bis zum Donnerstag, 23. Dezember, von 10 bis 16 Uhr tun. Danach schließt der Shop so lange, bis auch das Kulturhistorische Museum im Jahr 2022 wieder öffnet.

Oberlausitzer Bibliothek lieferte Filmkulissen

Die Oberlausitzische Bibliothek der Wissenschaften hingegen war kaum von den Einschränkungen betroffen und fast das ganze Jahr über geöffnet. In der Woche nach Weihnachten findet der Bibliotheksbetrieb dort regulär am 28. und 30. Dezember, von 10 bis 17 Uhr, statt. Danach steht die Bibliothek ab 4. Januar 2022 wieder wie gewohnt Dienstag und Donnerstag, 10 bis 17 Uhr und Freitag, von 10 bis 13 Uhr, zur Verfügung.

Die Oberlausitzische Bibliothek verzeichnete in diesem Jahr rund 350 Anfragen per E-Mail – sowohl wissenschaftliche beziehungsweise heimatgeschichtliche Anfragen als auch Reproduktions- beziehungsweise Digitalisierungswünsche. Die Absender kamen etwa aus Japan von der Okayama-Universität, aus Frankreich von der Universität Lyon, aus Polen, aus Tschechien von der Universität Prag sowie Bosnien-Herzegowina.

In Zusammenarbeit mit den Museumskollegen und mit Repliken aus ihrer Sammlung hat die Oberlausitzische Bibliothek in diesem Jahr außerdem eine Plakatausstellung in der Frauenkirche gestaltet sowie Ausstellungen in Bautzen, Herrnhut, Dresden und Krobnitz mit Originalen unterstützt. Für den Dreh der Serie „Torstraße 1“ in Görlitz hat die Bibliothek Dubletten für die Filmkulisse zur Verfügung gestellt.

Fast 2.000 Besucher griffen online auf die Bestände der Bibliothek zu und riefen 47.788 Seiten auf. 2.100 Bände wurden als Neuzugänge in den Bücherbestand eingearbeitet, davon allein 1.500 in die Museumsbibliothek. Mithilfe von Förderung von Bund und Ländern wurden 700 Briefe von Friedrich von Uechtritz restauriert. Außerdem sind nun zwei weitere Jahrgänge der Sächsischen Zeitung auf Mikrofilm dort zu finden.

Diese Sonderausstellungen im Museum sind für 2022 geplant:

  • Kaisertrutz: 5. März bis 12. Juni 2022, Weltenwanderer, Zeitgenössische Kunst aus der Schenkung Sammlung Hoffmann
  • 15. Juli 2022 bis 8. Januar 2023, Silber für Sklaven. Schätze des Mittelalters
  • Barockhaus: bis 20. März 2022, Charlotte E. Pauly. Druckgrafik und Zeichnungen
  • 25. März bis 11. September 2022: Japanische Farbholzschnitte (Arbeitstitel)
  • 16. September 2022 bis 12. Februar 2023: Armin Schulze (Arbeitstitel)