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Kreis Görlitz: Deutsche Bank schließt eine von drei Filialen

Görlitz und Zittau bleiben erhalten, Weißwasser schließt zum Jahresende. Das Online-Banking gewinnt auch an der Neiße an Beliebtheit.

Der Görlitzer Filialleiter der Deutschen Bank, Daniel Härtel, kann beruhigt sein: Seine Filiale bleibt erhalten.
Der Görlitzer Filialleiter der Deutschen Bank, Daniel Härtel, kann beruhigt sein: Seine Filiale bleibt erhalten. © Foto: Pawel Sosnowski

Die Deutsche Bank surft gerade auf einer Erfolgswelle. Das erste Quartal war das beste seit sieben Jahren, an der Börse legte die Aktie des wichtigsten deutschen Bankhauses stark zu und von Krise will bei der Bank auch niemand mehr etwas wissen.

Doch zugleich reagiert die Bank auf verändertes Kundenverhalten: mehr Online, weniger Filialbesuche. So soll in diesem Jahr noch jede fünfte Filiale dicht machen, 400 werden erhalten bleiben. Im Landkreis Görlitz trifft das die Filiale in Weißwasser, bestätigt Bank-Sprecher Christian Hotz.

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Die Filiale wird Ende 2021 geschlossen, der Nordteil des Kreises von der Filiale in Bautzen mitbetreut, aber auch von der Finanzagentur in Löbau mit ihrem mobilen Beratungsservice. In der Finanzagentur arbeiten selbstständige Finanzberater, die ausschließlich für die Deutsche Bank tätig sind.

Aus Sicht der Deutschen Bank war die Nachfrage in Weißwasser zu gering. "Die Menschen wählen für die Erledigung ihrer täglichen Bankgeschäfte, aber auch für die Beratung immer seltener den Weg in eine Filiale", erklärt Hotz, "und nutzen stattdessen zunehmend die von Online- und Mobile-Banking und das Telefon."

Deutsche Bank und Postbank wollen stärker kooperieren

Die gute Nachricht für den Landkreis: Die Filialen in Görlitz und Zittau sind von den Schließungen nicht betroffen, auch die Finanzagentur in Löbau nicht. Auch das bestätigt Hotz.

Möglicherweise kommt aber auch noch einmal Schwung in das gesamte Netz von Angeboten der Deutsche Bank. Denn nach Medienberichten will das Geldhaus nun auch stärker bei der Postbank sparen, die als eigenständige Marke ebenso zur Deutschen Bank zählt. Die Postbank hat noch über 800 Filialen. 100 von ihnen sollen bis Ende nächsten Jahres geschlossen werden. Doch könnte das noch nicht das Ende der Fahnenstange sein, vor allem das Tempo der Filialschließungen soll erhöht werden. Bislang binden alte Verträge die Deutsche Bank daran, nur 50 Postbank-Filialen pro Jahr zu schließen.

Dieser Umbruch könnte auch Auswirkungen für die Post haben. Denn die Deutsche Post ist nur Mieter in vielen Filialen, gehören tun sie der Postbank. So auch in Görlitz die große Post auf dem Postplatz. Andererseits waren Deutsche Bank und Postbank bislang kaum Kooperationen eingegangen, wie zum Beispiel das Aufstellen von Geldautomaten oder Kontoauszugsdruckern in den Filialen der jeweils anderen Bank.

Görlitzer Chef: Filialnetz bleibt Rückgrat der Bank

Trotzdem bleibt auch bei der Deutschen Bank das Filialnetz das Rückgrat der Bank, sagt der Görlitzer Leiter Daniel Härtel. "Aber bei den digitalen Zugangswegen werden wir weitere , zum Teil deutliche Zuwächse sehen." In der Corona-Pandemie stieg die Bank häufig auf Videoberatung um, die mobile Bank-App gehört genauso mittlerweile zum Standard. Um 35 Prozent stiegen die Zugriffe.

Wie schon die anderen Banken im Landkreis Görlitz, konnte auch die Deutsche Bank ihr Geschäft trotz Corona deutlich erhöhen. Das Geschäftsvolumen stieg in der Görlitzer Filiale, die zwischen Ostritz, Löbau und Niesky rund 11.000 Kunden betreut, um 5,5 Prozent. Die Treiber sind ganz ähnlich zu anderen Instituten: Die Einlagen auf Giro- und Sparkonten stiegen um 6,6 Prozent auf 95 Millionen Euro, der Kreditbestand stieg um 6,2 Prozent auf 32 Millionen Euro und die Kunden legten stärker in Wertpapieren an. Um rund drei Prozent stieg hier das Depotvolumen auf rund 55 Millionen Euro.

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Dafür gibt es zwei Gründe: Angesichts der Niedrigzinsen müssen die Kunden in Wertpapiere investieren, um überhaupt eine Rendite zu erhalten. Zum anderen aber können sie so auch hohe Beträge auf Girokonten verhindern, für die sie möglicherweise ein Verwahrentgelt zahlen müssen. Seit Mitte vergangenen Jahres berechnet die Deutsche Bank bei Neuverträgen pro Konto von 100.000 Euro aufwärts eine solche Gebühr.

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