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Grün raus, digital rein

Die Oberschule Schönfeld bekommt neue, interaktive Tafeln. Das Kreidezeitalter geht in der Einrichtung damit zu Ende.

Mitarbeiter der Radebeuler Firma Manig und Palme transportieren eine alte Kreidetafel aus der Oberschule Schönfeld die Treppen herunter.
Mitarbeiter der Radebeuler Firma Manig und Palme transportieren eine alte Kreidetafel aus der Oberschule Schönfeld die Treppen herunter. © Norbert Millauer

Schönfeld. Die Oberschüler der zehnten Klassen sind ein bisschen traurig. Sie müssen sich auf ihre Abschluss-Prüfungen vorbereiten und haben nur noch Konsultationen, kaum noch Unterricht. In den Genuss der neuen, interaktiven Tafeln könnten sie kaum kommen. Doch der Abschied von den alten Kreidetafeln ist endgültig da. Seit dieser Woche werden diese 14 Stück für Stück abgebaut. Für elf von ihnen haben sich bereits private Interessenten gefunden, die dafür der Gemeinde einen Obolus bezahlen. Für den Rest nimmt die Verwaltung noch Angebote entgegen.

Hannes Setzer und seine Kollegen von der Firma Manig und Palme aus Radebeul tragen die grünen Kreidetafeln die Schönfelder Schultreppe hinunter und bringen sie in einen Abstellraum. Die ersten von 17 neuen Digitaltafeln haben die Radebeuler in ihren Fahrzeugen, die auf dem Schulhof parken. Während in den unteren Geschossen, in der Turnhalle und im Speiseraum der Unterricht von zwölf Klassen läuft, wird im Obergeschoss - beginnend im Informatikzimmer - ein Schulzeitalter beendet.

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Von oben nach unten wird sich die Firma in den nächsten Tagen vorarbeiten, und auch die Lehrer schauen mit einer gewissen Wehmut zu. Manche haben ihre ganze Pädagogenlaufbahn mit den grünen Kreidetafeln zugebracht. "Es war - neben den Corona-Anstrengungen - auch ein hoher Planungsaufwand, alles umzustellen", sagt Schulleiterin Ines Scholz. Schon am Dienstag lassen sich die Lehrkräfte in die Handhabung einweisen. Die Ersten sollen dann gleich damit unterrichten. "Fliegender Wechsel, wir haben ja nichts anderes mehr", so Ines Scholz nüchtern.

Informatiklehrer Jürgen Pech ist der Digitalkoordinator an der Schule. Gemeinsam mit Christian Richter hat er das Medienbildungspaket geschnürt. Nun schaut er schon André Lippmann vom H+C Computerdienst Großenhain über die Schulter. Der Administrator ist für die Schule medientechnisch zuständig und konfiguriert die erste Digitaltafel. Windows 10 ist schon drauf, jetzt bekommt sie noch die Firewall und Office als Zusatzprogramm. Die digitale ist so groß wie die Kreidetafel, hat auch zwei Seitenflügel und wird an zwei Pylonen an der Wand montiert. Natürlich muss da gebohrt werden. Schulleiterin Scholz spricht mit den Firmen ab, dass das kommenden Montag nicht mehr geht. Denn dann schreiben die Hauptschüler der neunten Klasse im Gebäude ihre erste Abschlussprüfung und brauchen Ruhe.

André Lippmann von der Firma H+C Computerdienst Großenhain bei der Erstkonfiguration einer neuen, digitalen Schultafel.
André Lippmann von der Firma H+C Computerdienst Großenhain bei der Erstkonfiguration einer neuen, digitalen Schultafel. © Norbert Millauer

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Um die neuen Tafeln gut zu nutzen, hat die Schule einen Internetanschluss von 100 Mbit/Sekunde. "Der Glasfaseranschluss steht noch aus", sagt Jürgen Pech. "Wir werden höhere Geschwindigkeiten brauchen, wenn alle Schüler neue Endgeräte haben." Dann wird alles vernetzt sein, interaktiv können Schüler und Lehrer mit der neuen Technik arbeiten. Für diese Dienstleistung aus dem Förderprogramm Digitale Schulen hatte es auf Bitten der Schulleitung eine Ausschreibung gegeben. Eine vertiefende Schulung soll dann in den Sommerferien passieren. Das ist noch bisschen Zukunftsmusik. Denn die Einrichtung muss erst mal ein zweites Corona-Schuljahr möglichst gut zu Ende bringen. "Wir hoffen, das neue Schuljahr startet möglichst normal, denn ein drittes Jahr mit diesen Maßnahmen verkraften wir nicht", sagt Schulleiterin Scholz.

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