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Wer warnt hier vor dem Wolf?

SZ-Leser fragen sich, was die Schilder am Park Naunhof sollen. Ist da jemand übervorsichtig? Warum weisen die Hinweise keinen Verantwortlichen aus?

Am Park Naunhof in der Nähe des Wehres warnt dieses Schild mit offiziellem Anschein. Es ist interessant, wer es aufgehängt hat.
Am Park Naunhof in der Nähe des Wehres warnt dieses Schild mit offiziellem Anschein. Es ist interessant, wer es aufgehängt hat. © privat

Naunhof. Familie Büttner geht oft mit dem Hund durch den Park Naunhof. Neulich fiel dem Ehepaar ein Schild auf, auf dem gewarnt wird: "Achtung! Wolf-Streifgebiet. Hunde anleinen und Kinder beaufsichtigen". "Diese Schilder stehen hinter dem Park und auch mehrere im Wald zwischen Naunhof und Ebersbach. Wer hat diese angebracht? Es steht kein Verantwortlicher drauf", wundern sich die Büttners. Man könnte die amtlich aussehende Warnung als Ängstlichkeit vor dem Wolf auffassen. Oder schlimmer?

Auch im Naunhofer Ortschaftsrat waren die neuen Schilder jetzt Gesprächsthema. Ortsvorsteher Harald Körtge sagt der SZ auf Nachfrage, dass vorher ein Schild "Achtung Jagd" an dieser Stelle hing. Und zwar ein halbes Jahr lang. "Das geht doch nicht, das musste weg, denn gejagt wird hier doch nicht permanent", so Körtge. An den neuen Schildern scheint sich allerdings keiner zu stören. Denn der Wolf wurde hier tatsächlich schon gesichtet.

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Auch Steffen Bennewitz, der Vorsitzende der Jagdgenossenschaft Ebersbach, sieht keinen Grund, die Schilder zu kritisieren. "Hunde anleinen ist im Park ja sowieso Pflicht, aber ob man die Kinder hier besonders beaufsichtigen muss, ist Ansichtssache", so Bennewitz. Dass der Wolf hier herumstreunt, sei nicht von der Hand zu weisen. Als Bennewitz jedoch den Namen der Jäger nennt, die die Schilder aufgehängt haben, erklärt sich, warum Ebersbachs Bürgermeister Falk Hentschel gar nicht gern zu diesem Thema gefragt werden wollte.

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Denn die verantwortliche Jägerin ist seine Mutter Heike, die mit ihrem Lebensgefährten Norbert das Jagdrevier bewirtschaftet. Sie hat die Schilder aufgehängt. Der Bürgermeister sieht auch deshalb keine Veranlassung, dazu irgendetwas zu unternehmen. Jagdvorstand Bennewitz hebt noch hervor, dass die Jäger hier schon früher mit ihrem Schild Spaziergänger vor allem abends und nachts fernhalten wollten, wenn sie auf der Jagd waren. "Das Motiv für die Schilder sind also jagdliche Gründe", so der Ebersbacher.

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