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Wie die SZ ins Internet kam

Vor 25 Jahren startete sz-online.de, der Vorläufer von sächsische.de. Der Weg vom bunten Erstversuch zur erfolgreichen regionalen News-Website.

Von Falk Herrmann
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Die erste Online-Ausgabe der SZ erinnert noch sehr an die gedruckte Zeitung.
Die erste Online-Ausgabe der SZ erinnert noch sehr an die gedruckte Zeitung. © SZ/Webarchiv

Anfang 1991. Mehr noch als über den Inhalt des Briefes wundert sich mein Geschäftsführer über die Zeile mit dem "Klammeraffen" in der Mitte: "Schön, das ist also eine Mailadresse. Aber wen können Sie damit schon erreichen? Das hat doch schließlich niemand ..."

Ganz unrecht hat Dr. Frank nicht einmal, denn die Mailadresse stammt aus dem mittlerweile längst vergessenen Mailboxnetz "FIDO". Die Firma Netscape ist zu der Zeit noch nicht einmal gegründet, und Zugänge zum Internet gibt es für Privatleute höchstens mit guten Beziehungen zu einem der Universitäts-Admins.

Spätsommer 1995. Das Internet ist längst noch nicht in aller Munde, aber die ersten deutschen Verlage drängen doch ins World-Wide-Web. Der "Spiegel" hat als erstes Nachrichtenmagazin weltweit bereits seit Herbst 1994 einen bescheidenen Onlineableger, der tapfer Woche für Woche einige wenige ausgewählte Artikel ins Netz stellt.

Dass sie dort wirklich Leser finden, ist eher ungewiss, aber ausprobieren will man den zaghaften Trend. Auch in Dresden - und erinnert sich an die Geschichte mit der Mailadresse.

Die Domain "sz-online.de" ist gesichert

Sommer 1996. Ein reichliches halbes Jahr hat die Projektgruppe diskutiert und entworfen, hat gestritten und verworfen. Drei Dummyversionen sind entstanden, die sich allesamt an den ersten zarten Online-Pflanzen der deutschen Verlagsbranche und der Benutzeroberfläche von AOL orientieren: Quietschbunt und mit einem Design, an dessen Buttons heute allenfalls Grobmotoriker noch ihre Freude hätten.


Herbst 1996. Es könnte losgehen. Die Domain "sz-online.de" ist gesichert - lange bevor der große süddeutsche Namensvetter auch nur daran gedacht hätte. Der Layoutentwurf, für den letztlich die Agentur "Scholz & Friends" entscheidende Impulse geliefert hat, sorgt für einen Aha-Effekt: Sehr "zeitungsnah" layoutet und sehr strukturiert ist er ausgefallen. Aber auch sehr beschränkt, was die Anzahl der darstellbaren Inhalte anbelangt.

Inhalte? Das seinerzeitige Redaktionssystem mag zwar leidlich gut dafür geeignet sein, Papier zu bedrucken. Inhalte in digitaler Form will es sich aber nur schwer wieder entlocken lassen.

Wir programmieren, als sei das Ganze eine Art Black-Box: So lange vorn klappern, bis es hinten irgendwann einmal "wackelt". Doch irgendwann ist auch diese letzte Hürde endlich genommen ...

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11. November 1996. Der Netscape-Browser macht eben mit der Einführung von Frames auf Webseiten Furore und Microsoft hat den Internet-Trend fast zur Gänze verschlafen.

Auf den noch nach wenigen Dutzend Megabytes zu bemessenden Festplatten verdrängt Windows95 gerade Windows3.11. Und die Sächsische Zeitung startet ihr Angebot im World-Wide-Web, das mittlerweile zu den erfolgreichsten regionalen deutschen Nachrichtensites gehört.

Anmerkung: Dieser Artikel ist bereits in der Sächsischen Zeitung erschienen. Wir haben uns dazu entschieden, ihn nun auch online für Sie zur Verfügung zu stellen.