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Zweiter Rhesus-Affe bleibt verschwunden

Der Besitzer aus Oppeln will die Tiere wieder haben, von denen eins im Tierpark Görlitz untergekommen ist. An der Haltung gibt es auch Kritik.

Einer der zwei ausgebüxten Affen konnte eingefangen werden. Der zweite bleibt verschwunden.
Einer der zwei ausgebüxten Affen konnte eingefangen werden. Der zweite bleibt verschwunden. © Constanze Junghanß

Der zweite ausgebüxte Rhesus-Affe ist noch nicht eingefangen. Das berichtet der Tierarzt Thomas Bauz aus Vierkirchen. Gelinge das, soll auch dieses Tier in den Görlitzer Tierpark gebracht werden.

Die beiden Affen sind dem Halter aus dem Löbauer Ortsteil Oppeln laut Polizei bereits am 4. September entwischt. Vorigen Freitag konnte eins der Tiere von Privatleuten in ein Fahrzeug gelockt und anschließend mithilfe von Tierarzt Bauz sowie dem Görlitzer Tierparkdirektor Sven Hammer eingefangen werden. Dort ist das Äffchen bis zur weiteren Klärung in Quarantäne untergekommen.

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Nicht nur die Fachleute hoffen, dass der zweite Rhesus-Affe bald entdeckt wird. Auch Besitzer Klaus Frindt möchte die Tiere "auf alle Fälle wieder haben", sagt der Oppelner am Dienstag gegenüber der SZ. Gekauft habe er die beiden Tiere vor etwa zwei Wochen in Kassel, bei ihm leben noch zwei weitere Rhesus-Affen.

Klaus Frindt erzählt, dass er mehrere Lebendfallen in der Umgebung zwischen Sohland am Rotstein und Oppeln aufstellte. Wo genau und wie viele das sind, will er nicht verraten. Aus der Rotsteingemeinde soll es jedoch nach seinen Auskünften Hinweise gegeben haben, dass der weiterhin vermisste Ausreißer mehrmals auf einem Grundstück aufgetaucht sei. "Vielleicht war das aber auch ein Waschbär, wurde mir nun gesagt", berichtet er.

Besitzer hat alle Genehmigungen

Klaus Frindt sagt, er habe für seine Affen "alle Genehmigungen, die man dafür braucht, wie den Sachkunde- und Herkunftsnachweis." Behörden hätten sich mittlerweile bei ihm gemeldet, denen er die entsprechenden Dokumente vorlegen solle.

Manche sehen die Tierhaltung in Oppeln durchaus kritisch. Eine Leserin schildert der SZ, dass die Ziegen von Klaus Frindt "jeden Tag ausbüxen und die Fahrer in Oppeln in Schach halten, da sie auf die Straße laufen". In einem Leserbrief ist unter anderem ebenfalls von Tieren die Rede, die regelmäßig ausreißen würden.

Zusammen mit Ordnungsamt, Unterer Naturschutzbehörde und Veterinäramt zur Unterstützung sollen nun zunächst offene Artenschutz- , Tierschutz- und Tiergesundheitsfragen mit dem mutmaßlichen Tierhalter geklärt werden, wie Kreissprecherin Franziska Glaubitz informiert. Für die beiden älteren Affen, die nicht wegliefen und schon länger in Oppeln leben, seien "seitens des Veterinäramts entsprechende Haltungsauflagen erfolgt." Kontrollen würden in regelmäßigen Abständen und anlassbezogen erfolgen. "Der Tierhalter wurde bezüglich verschiedener Tierarten beauflagt, die Tierhaltung zu verbessern", sagt Franziska Glaubitz.

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So oder so scheint heute nicht mehr ganz klar zu sein, wie Klaus Frindt vor vielen Jahren Genehmigungen zu seiner ehemaligen Löwenhaltung auf dem Dorf bekommen konnte. Das ist schon Jahre her, wobei der Oppelner gegenüber der SZ kürzlich sagte, dass einer der Löwen bis vor fünf Jahren bei ihm lebte. "Zur damaligen Löwenhaltung aus tierschutzrechtlicher Sicht können die inzwischen neu tätigen Mitarbeiter keine Aussagen mehr treffen", teilt die Kreissprecherin mit. Auch, wie viele Puma- und Löwenbabys in Oppeln das Licht der Welt erblickten und wohin diese vermittelt wurden, bleibt offen. Antwort des Landkreises zu dieser Frage: "Derzeit liegt nach Kenntnis des Veterinäramtes die Haltung von Pumas und Löwen bereits einige Jahre zurück."

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