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Wie es jetzt bei der Löbauer OB-Wahl weitergeht

Weil keiner der fünf Kandidaten eine absolute Mehrheit erreicht hat, ist ein 2. Wahlgang nötig - und auch der bleibt spannend.

Die fünf bisherigen Löbauer OB-Kandidaten Heiko Neumann, Hajo Exner, Ringo Hensel, Dirk Rocho und Albrecht Gubsch (v.l.o.n.r.u.)
Die fünf bisherigen Löbauer OB-Kandidaten Heiko Neumann, Hajo Exner, Ringo Hensel, Dirk Rocho und Albrecht Gubsch (v.l.o.n.r.u.) © Rafael Sampedro/Matthias Weber/SZ-Montage

Löbau hat gewählt - doch zur Bestimmung eines neuen Oberbürgermeisters wird ein zweiter Wahlgang am 17. Oktober nötig, weil keiner der fünf Kandidaten die absolute Mehrheit der Stimmen erreicht hat. Das sächsische Kommunalwahlgesetz kennt in solchen Fällen keine Stichwahl, bei der nur noch die stimmenstärksten Kandidaten antreten dürften, sondern einen zweiten Wahlgang. Darin dürfen alle fünf noch mal antreten. Allerdings kann nach dem Gesetz ein Bewerber seine Kandidatur noch bis zum Freitag, 1. Oktober, 18 Uhr zurückziehen. Im zweiten Wahlgang reicht eine relative Mehrheit der Stimmen. SZ erklärt, wie sich die Kandidaten positionieren und wie es bei der Löbauer OB-Wahl nun weitergeht.

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Am Montagmorgen, 27. September, hat der Löbauer Gemeindewahlausschuss das Endergebnis des ersten OB-Wahlgangs verkündet. Demnach haben von 13.126 Wahlberechtigten 8.351 Wähler eine gültige Stimme abgegeben. Die Zahl der ungültigen Stimmen belief sich nach Auskunft des Gemeindewahlausschusses auf 166. Einschließlich der ungültigen Stimmabgaben entspricht das einer Wahlbeteiligung von 64,89 Prozent.

Klarer Sieger - aber noch nicht gewählt

Auf den Kandidaten Heiko Neumann von der Bürgerliste entfielen dabei 2.550 Stimmen (30,54 Prozent), Hajo Exner von der AfD kam auf 1.320 Stimmen (15,81 Prozent), Ringo Hensel von der CDU kam auf 1.829 Stimmen (21,9 Prozent), für den parteilosen Kandidaten Albrecht Gubsch stimmten 2.313 (27,7 Prozent) ab und für den ebenfalls parteilosen Dirk Rocho schließlich 339 (4,06 Prozent). Die weitaus meisten Stimmen konnten also Heiko Neumann und Albrecht Gubsch auf sich vereinen. Hinweis der Redaktion: Addiert man diese Zahlen ergibt sich eine Summe von 100,01 Prozent - das ergibt sich durch eine rechnerische Rundungs-Ungleiche bei Bestimmung der zweiten Stelle hinter dem Komma (Hinweis der Redaktion).

"Ich habe den ersten Wahlgang gewonnen", sagt Heiko Neumann, der mit so einer hohen Zustimmung gar nicht gerechnet hatte. "Ich habe nicht damit gerechnet, Erster zu werden, aber auch nicht damit, schlechter als Zweiter", sagt er. Aufgrund der vielen Bewerber sei ihm von Anfang an klar gewesen, dass es zu einem zweiten Wahlgang kommen würde. "Ich war mit meiner Frau am Wahlabend im Ratskeller essen und wir haben uns sehr über das Ergebnis gefreut. Ich danke meinen Wählern und meinem ganzen Team", sagt er. Aber noch ist eben nichts entschieden. "Es geht jetzt erst richtig los. Wir müssen die Leute überzeugen, auch zum zweiten Wahlgang zu gehen", sagt Neumann, ist aber auch davon überzeugt, dass dabei die Wahlbeteiligung wesentlich geringer ausfallen wird. "Wenn wir auf 50 Prozent kommen, wäre das schon gut", sagt er.

CDU-Kandidat enttäuscht

Albrecht Gubsch hat zwar die zweithöchste Stimmenanzahl, äußert sich gegenüber SZ aber noch sehr verhalten zum 2. Wahlgang. "Ich habe ja noch Bedenkzeit bis Freitag. Es könnte passieren, dass ich meine Kandidatur nicht zurückziehe", sagt er. Auch er gab sich überrascht, so viele Stimmen bekommen zu haben. Er habe die Löbauer Auszählung am Wahlabend selbst nur am Rande verfolgt, weil er als ehrenamtlicher Bürgermeister von Dürrhennersdorf dort bis tief in die Nacht als Wahlvorstand fungierte.

Enttäuscht vom Ergebnis zeigt sich CDU-Kandidat Ringo Hensel. "Es ist halt gerade nicht die beste Stimmung, um als CDU-Kandidat anzutreten", sagt er. Er sieht in seinem Abschneiden durchaus einen Zusammenhang zum Absturz der CDU bei der Bundestagswahl. "Ich habe das auch oft an meinem Wahlkampfstand bemerkt, dass Leute gesagt haben: CDU wähle ich nicht", erzählt er. Bei einer großen Zahl an Konkurrenten habe er immerhin mehr Prozent der Stimmen geholt, als die Löbauer CDU bei der letzten Stadtratswahl 2019. Hensel hat noch nicht entschieden, ob er seine Kandidatur für den 2. Wahlgang aufrechterhalten wird. "Wie es weitergeht, werden die Gespräche erbringen, die wir jetzt führen. Wir wollen den besten Kandidaten ins Löbauer Rathaus bringen", sagt er. Deshalb suche er in den nächsten Tagen auch das Gespräch mit anderen Kandidaten.

Der AfD-Kandidat Hajo Exner hat sich bis Redaktionsschluss dieser Ausgabe nicht zu einer SZ-Anfrage geäußert. Der Kandidat Dirk Rocho war nicht erreichbar.

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Korrekturhinweis, 27. September, 23.35 Uhr: In einer ursprünglichen Version des Artikels hatte es geheißen, die Wahlbeteiligung betrage hinsichtlich der gültigen abgegeben Stimmen 64,89 Prozent. Tatsächlich nimmt die Wahlbeteiligung Bezug auf die Zahl aller abgegebener Stimmen, auch der ungültigen. Der Prozentwert der Wahlbeteiligung differiert dadurch aber nur sehr gering. Wir bitten um Entschuldigung.

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