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So lief die Weinlese in diesem Jahr

2021 war für den Weinbau schwierig. Die Winzergenossenschaft Meißen zieht eine Bilanz. Obwohl das Klima zu feucht war, gibt es Hoffnung auf den Eiswein.

Von Martin Skurt
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Blick auf die Weinreben der Sorte "Riesling" auf dem Staatsweingut Schloss Wackerbarth. Auch die Winzergenossenschaft probiert es dieses Jahr wieder mit einem Eiswein aus der Sorte Riesling.
Blick auf die Weinreben der Sorte "Riesling" auf dem Staatsweingut Schloss Wackerbarth. Auch die Winzergenossenschaft probiert es dieses Jahr wieder mit einem Eiswein aus der Sorte Riesling. ©  Robert Michael/dpa (Symbolbild)

Meißen. Das feuchte Klima hat in diesem Jahr den Weinbau erheblich beeinträchtigt. So lautete das Fazit Lutz Krügers, Chef der Meißner Winzergenossenschaft, bei der sechsten Vorstellung des Meißner Grünschnabels, einem Jungwein der Winzergenossenschaft. 2020 und die Jahre davor waren eher zu heiß und trocken, 2021 regnete es zu oft. Solche extremen Bedingungen erschweren den Weinbau.

So hätte die Weinlese dieses Jahr spät begonnen, so Krüger. Das hatte viele Gründe, die sich bedingen. Nach den feucht kühlen Sommermonaten waren viele Weinbeeren von Fäulnis betroffen. Die Reife der Früchte wollte nicht eintreten, das Mostgewicht wäre lange Zeit niedrig gewesen, und die Säure in den Beeren ging nicht herunter.

Mitte September wurden die Trauben geerntet. Die Weinlese hat dafür nur vier Wochen gedauert. Sonst wären es im Durchschnitt schon mal sechs, sagte der Chef der Winzergenossenschaft. 640 Tonnen Weinbeeren haben die etwa 1.500 Winzerinnen und Winzer des größten sächsischen Weinerzeugers 2021 erwirtschaftet. Das ist in etwa so viel wie 2020, allerdings fast ein Drittel weniger als im langjährigen Durchschnitt. Der liegt bei etwa 900 Tonnen, so Lutz Krüger.

Der Riesling hätte sich dafür in diesem Jahr besonders gut gegen die Feuchtigkeit behauptet, sagte Lutz Krüger. Gerade die Rebsorten mit später Reife kämen mit dem feuchten Klima am besten klar. "Der Riesling ist ein begnadeter Wein für den Winzer", meinte Krüger. Ein paar Rebstöcke des Rieslings wurden nicht geerntet, um bestenfalls einen Eiswein zu keltern. Dafür müssen die Temperaturen mindestens auf minus sieben Grad fallen, und zwar mehrere Tage. Wenn das nicht eintritt, sind die sonst gesunden Trauben nicht zu gebrauchen.