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Meißen.Lokal

Und endlich wieder Schnitzel und Bier

Sommer, Sonne, Sonnenschein – Gaststätten und Biergärten haben endlich wieder geöffnet und Lieferdienste jetzt mehr Pausen...

© Foto: privat

Wer kennt sie nicht? Das sympathische Ehepaar Bettina und Jörg „Scheili“ Dietrich aus dem „Gasthaus zur Altstadt“ am Anfang der Görnischen Gasse am Hundewinkel. Das Ehepaar betreibt seit nunmehr 14 Jahren diese gastronomische Einrichtung.

Der einladende Biergarten ist gut gefüllt. Die Leute blinzeln in die Sonne und genießen bei sommerlichen Temperaturen gut gekühlte Getränke. Ein Schnitzel wird serviert mit einheimischem Spargel.

Jörg Dietrich lacht über das ganze Gesicht, wenn der Gast zufrieden ist und das sind die meisten.

„Ja, wir haben sehr viele Stammgäste, die endlich wiederkommen können. Ich kann es noch gar nicht fassen."

Wie waren die letzten Monate für Dich?

„Ehrlich gesagt? Schrecklich. Wir haben aus einem laufenden Betrieb vor 7 Monaten unsere Türen geschlossen und dann standen wir da. Die Lager und die Kühlschränke waren noch gut gefüllt und plötzlich war Stillstand. Wir haben dann viele unserer alkoholfreien Getränke an das Obdachlosenheim in Meißen gespendet. Auch viel Essen. So konnten wir noch etwas Gutes tun.“

Mittlerweile kommt der Kellner wieder zum Gast. „Hat es Ihnen geschmeckt?“ Der Gast ist sehr zufrieden und verspricht, diese Lokalität weiter zu empfehlen.

Wie sieht es bei Euch aus mit dem Personal? Viele Gastronomen klagen über großen Mangel.

„Wir hatten schon vor der Pandemie Schwierigkeiten, gutes Personal zu finden. Leider hat sich das jetzt nicht gebessert. Es gab unwahrscheinlich viel Abwanderung in der Gastronomie und wer dann einmal den Wind der Freiheit geschnuppert hat, am Wochenende und zu Feiertagen nicht mehr arbeiten zu müssen, wird der Gastronomie auch zukünftig den Rücken kehren. Und wenn man dann jemanden gefunden hat, ist es fast wie ein Preispoker. Sind wir doch mal ehrlich, auch dieser Berufszweig, ob Koch oder Servicekraft, ist in Zukunft auch nicht mehr so sicher. Das haben uns ja die letzten Monate gezeigt.

Aber ich und meine Frau haben vor Corona auch schon viel gearbeitet, darum stört uns das gerade nicht, wieder 12 h zu arbeiten. Wir haben einiges nachzuholen.“

Wäre auch meine nächste Frage gewesen: Was ist das jetzt für ein Gefühl, wieder hinter dem Tresen zu stehen?

„Das ist unsere Gaststätte. Was gibt es schöneres als hinter dem eigenen Tresen zu stehen? Obwohl man wieder in einen kleinen Lernprozess kommt. Da kann es dann schon mal sein, dass man bei der Kasse auf den falschen Knopf drückt oder die Kaffeemaschine nicht mehr richtig bedienen kann. Es lief ja früher alles automatisch ab, man hatte seinen Ablauf. Jetzt muss ich manchmal echt überlegen,“, lacht er „aber die Routine kommt schon wieder.“

Der Biergarten ist voll. Jeder Tisch ist besetzt. Keiner der Gäste beschwert sich, wenn er nach dem Test gefragt wird oder sich registrieren muss. Die Routine ist auch hier eingekehrt, bald wird auch diese Schranke fallen.

Bist Du für die Zukunft positiv gestimmt?

„Man muss es doch sowieso nehmen, wie es kommt und einfach wieder weitermachen bis die Normalität einsetzt. Unsere Stadt ist doch gut aufgestellt. Wir haben eine schöne Innenstadt, ein tolles kulturelles Angebot und viele schöne Sehenswürdigkeiten. Die Gäste können Meißen leicht erreichen, ob mit dem Auto, mit der S-Bahn oder mit dem Fahrrad an der Elbe entlang. Was steht dann dem Besuch noch im Wege? Jetzt müssen die Touristen nur noch kommen. Wir sind bereit.“

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