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Agrargenossenschaft See investiert in Solarstrom

Damit erschließen sich die Seer ein neues Geschäftsfeld entlang der Bahn. Das verspricht höhere Erträge als der Ackerbau.

Vorsitzender Andreas Graf (links) und Tobias Kärber von der Agrargenossenschaft See stehen vor der Fläche, auf der ein Solarfeld entstehen soll.
Der Blick aufs Feld zeigt, dass der Boden sehr ertragsarm ist.
Vorsitzender Andreas Graf (links) und Tobias Kärber von der Agrargenossenschaft See stehen vor der Fläche, auf der ein Solarfeld entstehen soll. Der Blick aufs Feld zeigt, dass der Boden sehr ertragsarm ist. © André Schulze

Ein neues Geschäftsfeld erschließt sich die Agrargenossenschaft See in den nächsten Monaten. Sie will Sonnenenergie in Strom umwandeln und diesen für das öffentliche Stromnetz verkaufen.

Das soll nicht im Alleingang passieren, sondern die Seer haben sich einen kompetenten Partner an ihre Seite geholt: Das Unternehmen Sachsen Energie (vormals Enso). Es tritt als Investor auf, wird die Photovoltaikanlage bauen und dafür sorgen, dass der gewonnene Strom über das Umspannwerk in Niesky in das Netz eingespeist wird.

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Beiderseits der Bahnstrecke

Die Solarmodule werden auf dem eigenen Land installiert. Vorstandsvorsitzender Andreas Graf spricht von 100 Hektar, die im Endausbau dafür vorgesehen sind. Dann sollen rund 90 Megawatt pro Jahr an Strom erzeugt werden. Das reicht, um rund 23 Einfamilienhäuser ein Jahr lang mit Strom zu versorgen, bei einem Verbrauch von 3.900 Kilowatt pro Haus. Zunächst sollen aber erst ein Zehntel der Fläche bebaut werden, entlang der Bahnstrecke in See.

Das ist von Vorteil für die Agrargenossenschaft, weil die EU Flächen entlang von Verkehrsadern wie Bahn und Autobahn fördert, wenn darauf beispielsweise alternative Energien erzeugt werden. Und noch ein zweiter Fakt führte zu diesem Standort. Der Boden, worauf die Solarmodule kommen werden, ist sehr ertragsarm. "Der Strom bringt uns mehr Geld, als wenn wir die Fläche landwirtschaftlich nutzen", sagt Andreas Graf.

Es soll ein gewinnbringendes Geschäft werden, um finanzielle Sicherheit für die nächsten Jahre zu haben. Bis hin zu den 29 Arbeitsplätzen, die die Agrargenossenschaft bietet. Keiner kann voraussagen, wie sich das Klima entwickelt, welche Bestimmungen die EU für die Landwirte erlässt und wie es um das Tierwohl bestellt sein wird. "Deshalb nutzen wir heute schon das Potenzial für unsere Zukunft als Genossenschaft", betont Andreas Graf.

Aus Lavendel Öl gewinnen

Neben der Pflanzenproduktion und einer Milchviehanlage mit 500 Tieren in Kosel betreibt die Agrargenossenschaft seit 2012 dort auch eine Biogasanlage mit angeschlossenem Blockheizkraftwerk. Vor zwei Jahren kam die Imkerei dazu. Gegenwärtig wird Rapshonig produziert. Mit dem Forschungsprojekt „Lavendelanbau in der Oberlausitz“ beschäftigen sich die Seer seit einem Jahr mit einer für sie neuen Pflanze. Gemeinsam mit der Hochschule für Technik und Wirtschaft Dresden und einem Wirtschaftsberater erprobt die Genossenschaft den Anbau von Lavendel zur Ölgewinnung. Dabei handelt es sich um ein gefördertes Pilotprojekt. Läuft alles nach Plan, könnte in zwei Jahren die umweltschonende Stromerzeugung aus Sonnenenergie als sechstes Geschäftsfeld dazukommen.

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