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Neue Pläne für Bautzener Spreebrücke

Das bisherige Projekt ist laut Oberbürgermeister zu teuer. Jetzt sind drei Alternativen im Gespräch.

Blick auf die Bautzener Ortenburg: Nach den Plänen der Stadt soll bald eine weitere Brücke über das Spreetal führen. Auf ihr könnten Fußgänger vom Protschenberg zur Ortenburg gelangen.
Blick auf die Bautzener Ortenburg: Nach den Plänen der Stadt soll bald eine weitere Brücke über das Spreetal führen. Auf ihr könnten Fußgänger vom Protschenberg zur Ortenburg gelangen. © SZ/Uwe Soeder

Bautzen. Zu teuer und zu kompliziert: Die Stadt Bautzen verabschiedet sich von der Idee einer Spannbandbrücke über das Spreetal. Stattdessen sollen im Mai im Stadtrat drei Alternativ-Entwürfe für eine Verbindung zwischen dem Protschenberg und der Ortenburg vorgestellt werden. Auf diese Weise will die Stadt einen neuen Zugang zur Altstadt schaffen. Gedacht ist er für Fußgänger, die dann zum Beispiel mit ihrem Auto am Stadtrand parken und in die Altstadt laufen könnten. 

Wie Oberbürgermeister Alexander Ahrens (SPD) Sächsische.de sagte, ist vor allem der Baugrund auf der Ortenburg-Seite ein Problem. „Die Verankerung einer Spannbandbrücke wäre zwar technisch denkbar, aber schwer zu kalkulieren“, so der OB. Unter dem Pflaster des Burghofes befinden sich kein Felsen, sondern aufgeschüttete Schichten von bis zu sechs Metern Tiefe. Die tatsächlichen Baukosten würden sich daher erst mit dem Baufortschritt ergeben. Denkbar sei eine Kostensteigerung auf das Drei- oder Vierfache, sagte Ahrens. Eine solche Unsicherheit sei nicht akzeptabel.

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Ursprünglich waren die Kosten für das Vorhaben auf eine Million Euro geschätzt worden. Schon im vergangenen Jahr räumte die Stadtverwaltung allerdings ein, dass man sich mit dieser Angabe auf dünnem Eis bewegt. In einem Bericht an den Stadtrat hieß es im September: Die Stadt könne die Höhe der Investition nicht abschätzen, da es sich um ein Pilotprojekt handelt. Gleiches gelte für die Kosten, die für den Unterhalt der Brücke anfallen würden.

Bürgerentscheid im Jahr 2021

Wie die drei Alternativen konkret aussehen, lässt der Oberbürgermeister noch offen. Man wolle die Projekte zunächst im Mai im Stadtrat vorstellen. Anschließend will Ahrens die Bürger einbeziehen. Sie sollen in den Sommermonaten die Möglichkeit erhalten, ihre Meinung zu den Entwürfen zu sagen – zum Beispiel über die Internetseite der Stadt. Unabhängig davon ist auch weiterhin ein Bürgerentscheid über das Vorhaben geplant.

Kostenschätzungen liegen auch für die Alternativ-Varianten noch nicht vor. Ahrens ist jedoch überzeugt, dass sich der Aufwand in diesen Fällen genauer kalkulieren lässt. Dabei geht die Stadt weiterhin von einer Förderung durch den Freistaat aus. Etwa 85 Prozent der Bausumme – so der Plan – könnten aus der Landeskasse kommen.

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Der Bürgerentscheid über das Brückenprojekt sollte ursprünglich schon in diesem Jahr stattfinden. Jetzt schlägt der Oberbürgermeister eine Abstimmung parallel zur Bundestagswahl 2021 vor. Denn ein Bürgerentscheid erfordere eine klare Faktenlage. Alle Kosten müssten bekannt sein, auf alle Fragen müsse es belastbare Antworten geben. Diese Informationen werde die Stadt wohl erst Anfang kommenden Jahres vorliegen haben.

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