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Bombardier: Chef verlässt das Unternehmen

Kurz vor der Entscheidung der EU über den Alstom-Kauf geht Bombardiers Deutschland-Chef Michael Fohrer. Die Gewerkschaften machen auch mobil.

Immer wieder sah man Bombardier-Deutschland-Chef Michael Fohrer (2.v.r.) in Görlitz. Hier gratulierte er vergangenen Sommer zusammen mit Werkleiter Carsten Liebig (2.v.l.) und dem Betriebsratsvorsitzenden René Straube (re.) dem neuen Görlitzer OB Ursu.
Immer wieder sah man Bombardier-Deutschland-Chef Michael Fohrer (2.v.r.) in Görlitz. Hier gratulierte er vergangenen Sommer zusammen mit Werkleiter Carsten Liebig (2.v.l.) und dem Betriebsratsvorsitzenden René Straube (re.) dem neuen Görlitzer OB Ursu. © Nikolai Schmidt

Spätestens an diesem Donnerstag wollten die Wettbewerbshüter der EU entscheiden, ob und unter welchen Bedingungen sie der Fusion von Alstom und Bombardier zustimmen. Ursprünglich galt dieser Donnerstag als Tag der Entscheidung, doch die Brüsseler brauchen mehr Zeit. Von Ende Juli ist jetzt die Rede.

Vor diesen Hintergrund platzte am Mittwoch die Nachricht vom Ausscheiden des Bombardier-Deutschland-Chefs Michael Fohrer. Wie Bombardier Transportation mitteilte, wird Marco Michel zum kommissarischen Präsidenten der Region Mittel-, Osteuropa und Israel ernannt. Fohrer habe sich entschieden, Bombardier Transportation aus persönlichen Gründen zu verlassen und Karrieremöglichkeiten außerhalb des Unternehmens zu verfolgen, hieß es. Michael Fohrer kam in jüngster Zeit oft nach Görlitz - um die schwierigen Gespräche zur Fortsetzung des Görlitzer Standortes zu suchen, aber beispielsweise auch zum 170-jährigen Waggonbau-Bestehen oder zur Amtseinführung von Oberbürgermeister Octavian Ursu. Schließlich traf er sich erst vor wenigen Tagen mit Sachsens Regierungschef Michael Kretschmer und Wirtschaftsminister Martin Dulig, um den Freistaat zu Bürgschaften für Bombardier zu bewegen. 

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Die Industriegewerkschaft Metall will trotz der Verschiebung der EU-Entscheidung am frühen Donnerstagmorgen vor dem Görlitzer Bombardier-Werk Flugblätter verteilen. Die erste Aktion startet 4.45 Uhr, eine weitere soll es um 13.45 Uhr geben. Die Maßnahmen in Görlitz sind Teil eines europaweiten Aktionstages, mit dem mehrere Gewerkschaften von der Europäischen Union und allen Mitgliedsstaaten mehr Unterstützung für Schienenfahrzeughersteller einfordern. Unter anderem gibt es auch in Bautzen und Hennigsdorf Aktionen. 

Die IG Metall bekräftigt diese Forderung vor dem geplanten Verkauf der Bombardier-Schienenfahrzeugsparte an den französischen Alstom-Konzern. Von beiden Unternehmen erwartet die Gewerkschaft die Sicherung aller Werke und Arbeitsplätze. Außerdem fordert die IG Metall einen langjährigen Industrieplan.

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