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Bahnwechsel im Müglitztal

Ein bekanntes Unternehmen sichert sich die Bahnstrecken rund um Dresden. Die Mitteldeutsche Regiobahn geht hier Ende 2021 vom Gleis.

Ein Bild aus früheren Jahren: Die DB unterwegs im Müglitztal. Im kommenden Jahr wird sie aller Voraussicht nach wieder zurückkehren.
Ein Bild aus früheren Jahren: Die DB unterwegs im Müglitztal. Im kommenden Jahr wird sie aller Voraussicht nach wieder zurückkehren. © Stefan Müller

Auf der Müglitztalbahn wird es in naher Zukunft wieder einen Betreiberwechsel geben. Der Verkehrsverbund Oberelbe (VVO) beabsichtigt die Vergabe an das Deutsche-Bahn-Tochterunternehmen DB Regio AG. Die Entscheidung fiel auf der Verbandsversammlung des VVO am Mittwoch. Demnach soll die DB Regio AG auf dieser Strecke im Zeitraum Dezember 2021 bis Dezember 2031 fahren. Derzeit sind hier nach einer Notvergabe Züge der Mitteldeutschen Regiobahn (MRB) unterwegs. Diese sprang ein, nachdem die Städtebahn Sachsen im Sommer des vergangenen Jahres überraschend den Betrieb eingestellt hatte und über einige Wochen Schienenersatzverkehr unterwegs war.

Mit der DB Regio kehrt ein altbekanntes Unternehmen auf das Gleis der Müglitztalbahn zurück, denn die Bahn-Tochter war jahrzehntelang Betreiber der Strecke. 2010 übernahm die Städtebahn Sachsen dieses Geschäft. Der Schlottwitzer Eisenbahnexperte Stefan Müller, der sich intensiv mit der Geschichte der Müglitztalbahn beschäftigt hat, begrüßt die Entscheidung des VVO. Er hält die Vergabe an die DB für sehr sinnvoll, erklärt er mit Blick auf den Schienenersatzverkehr, den die Mitteldeutsche Regiobahn aktuell am Mittwoch zwischen Glashütte und Altenberg eingerichtet hat. Anders als ihre Mitbewerber gebe es bei der DB Regio keinen Fahrzeugmangel. Nach seinen Informationen plant die DB Regio, 21 eigene Desiro-Triebwagen im gesamten Dresdner  Dieselnetz einsetzen. Damit würden ausreichend Reserve-Fahrzeuge zur Verfügung stehen. "Aktuell sind 15 Desiros und vier RegioShuttle im Einsatz für die MRB", so Müller.

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Auch andere knüpfen hohe Erwartungen an den neuen Betreiber, so auch der  Vorsitzende des VVO-Zweckverbandes, der Landrat Michael Harig (CDU). „Mit der langfristigen Vergabe sichern wir die wichtige Mobilität zwischen Ballungsraum und ländlichen Gebieten“, erklärte er nach der Verbandssitzung.

WLAN und Steckdosen

Dem VVO gelang es, mit der Ausschreibung einige Qualitätsverbesserungen zu wirtschaftlichen Preisen zu erzielen. So erhalten die zum Einsatz kommenden Fahrzeuge des Typs Desiro Classic innerhalb einer Übergangsfrist von 18 Monaten ein Re-Design. Sie werden mit WLAN, Steckdosen und einer modernen Fahrgastinformation ausgestattet. "Der bereits heute auf den Strecken bewährte Fahrzeugtyp ist zudem klimatisiert und barrierefrei", so Schlemper.

Lob gab es am Mittwoch auch für den derzeitigen Betreiber. VVO-Geschäftsführer Burkhard Ehlen dankte den Mitarbeitern der MRB, die nach der Insolvenz der Städtebahn Sachsen kurzfristig mit viel Engagement den Verkehr übernommen haben. Er hofft, dass es bis zum Betreiberwechsel Ende 2021 eine gute Zusammenarbeit geben wird. Danach wechseln die Triebwagenführer und Zugbegleiter sowie die Disponenten und die Mitarbeiter der Dresdner Verwaltung der MRB zur DB Regio.

Die DB Netz übernimmt nicht nur die Müglitztalbahn, sondern auch die Strecken Dresden-Kamenz, Dresden -Königsbrück und Pirna-Sebnitz. Parallel zum Betreiberwechsel wird es auf der Strecke Dresden-Kamenz eine Taktverdichtung geben, da der Freistaat dem Verbund zusätzliches Geld bewilligt hat. Die Züge werden hier künftig montags bis freitags zwischen 4.30 Uhr und 8.30 Uhr sowie zwischen 14.00 Uhr und 18.30 Uhr statt stündlich alle 30 Minuten fahren. "Damit umfasst das Netz in Zukunft ein jährliches Volumen von rund 2,06 Millionen Zugkilometern", teilt VVO-Sprecher Christian Schlemper mit. Ohne die Unterstützung des Wirtschaftsministeriums wäre die Taktverdichtung nicht möglich gewesen.

Obwohl die DB Netz das Dieselnetz übernimmt, bleibt die zur Transdev-Gruppe gehörige Mitteldeutschen Regiobahn im VVO-Gebiet ein wichtiger Partner, da sie weiter das Elektronetz Mittelsachsen betreibt und am Unternehmen Regionalbus Oberlausitz beteiligt ist.

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