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Stopp am Ferdinandplatz gefordert

Der Bau des neuen Dresdner Verwaltungszentrums beginnt planmäßig Mitte Februar. Das soll nun per Eilantrag verhindert werden.

Von Andreas Weller
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Der Bau des Neuen Verwaltungszentrums soll bald beginnen. Eine Fraktion will ihn stoppen.
Der Bau des Neuen Verwaltungszentrums soll bald beginnen. Eine Fraktion will ihn stoppen. © Landeshauptstadt Dresden

Diskussionen gab es bereits viele um das neue Verwaltungszentrum: Die Höhe wurde deutlich reduziert, um die Sichtbeziehungen nicht einzuschränken. Auf das zweite Gebäude wird vorerst verzichtet, um Geld zu sparen. Auch der Denkmalschutz hatte Einwände.

Jetzt soll der Bau aber komplett gestoppt werden, kurz bevor es losgehen soll. Einen entsprechenden Eilantrag werden die Freien Wähler am Donnerstag im Stadtrat einbringen.

"Das Geld bei den derzeitigen finanziellen Herausforderungen für Dresden in Prunkbauten für die Verwaltung zu investieren, wäre fahrlässig", sagt Freie-Wähler-Stadtrat Frank Hannig. "Wir wollen das jetzt stoppen."

Es sei Eile geboten, weil am kommenden Montag die Jury ihre nächste Sitzung dazu hat und über die eingereichten Entwürfe abstimmt. Außerdem sollen ab 17. Februar die Bagger anrollen. Die Tiefbauarbeiten und archäologischen Grabungen beginnen dann. Die Parkplätze stehen nur noch bis zum 15. Februar zur Verfügung.

Das solle laut Hannig gestoppt werden, bis die Haushaltsverhandlungen beendet sind, die ab September beginnen. Die Stadt plane viele teure Bauten. So werden, nachdem bereits rund 40 Millionen Euro in das Rathaus investiert wurden, weitere 94 Millionen Euro benötigt, um es komplett zu sanieren. Für das Ordnungsrathaus an der Theaterstraße ist ein Anbau für zwölf Millionen Euro geplant. Der Bau am Ferdinandplatz sollte zunächst 162 Millionen Euro kosten. Durch den Verzicht auf den zweiten Teil sind es noch rund 136 Millionen Euro. Dazu komme laut Freien Wählern, dass Drewag und Enso als Stadt-Töchter gerade hinterm Hauptbahnhof ihre neue Zentrale für rund 80 Millionen Euro bauen.

Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) habe zudem angekündigt, dass perspektivisch rund 200 Millionen Euro fehlen werden, weil durch neue Gesetze die Regulierungsbehörde diese Summe bei Drewag und Enso abfordern wird. 

"Es wird viel Geld für viele Projekte benötigt, die für die Bürger wichtiger sind", sagt Hannig. Er denkt etwa an Klimaschutz, Radwege, öffentlichen Nahverkehr. Deshalb müsse genau überlegt werden, ob das neue Verwaltungszentrum nun benötigt wird.

Die Stadt will am Ferdinandplatz Arbeitsplätze für rund 1.700 Mitarbeiter schaffen. Diese sind derzeit in gemieteten Büros, beispielsweise im World Trade Center, insgesamt verteilt auf 56 Standorte in Dresden. Als Miete zahlt die Stadt knapp 5,7 Millionen Euro pro Jahr, Tendenz steigend. Zudem laufen Mietverträge aus. 

Außerdem liegt das Geld dafür bereits in der Rücklage der Stadt. Hannig meint, man könne es für andere Projekte in Dresden einsetzen.

Oberbürgermeister Hilbert entscheidet am Donnerstag, ob er den Eilantrag zulässt. Die freien Wähler begründen die Eile damit, dass sonst weitere Gelder für das Projekt ausgegeben werden, wenn die Bagger anrücken. Bisher sei die Summe mit unter einer Million Euro noch "überschaubar". Dazu kommt der Kauf eines kleinen Grundstücks am Ferdinandplatz für 2,5 Millionen Euro. Aber dessen Wert bleibe ja erhalten.

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