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Fiels Startelf für Dynamos Spiel in Kiel

Die Dresdner sind gerettet, aber die Saison nicht vorbei. Der Trainer macht für die Partie an der Ostsee eine klare Ansage - und verändert vier Positionen.

Dynamo-Trainer Cristian Fiel hat garantiert kein Motivationsproblem.
Dynamo-Trainer Cristian Fiel hat garantiert kein Motivationsproblem. ©  dpa/Robert Michael

Wer mit Cristian Fiel über Sinn oder Unsinn dieses Fußballspiels diskutieren will, gerät an den Falschen. Der Trainer von Dynamo Dresden kann nichts anfangen mit der Einstellung, es gehe um nichts mehr und man könne die Saison nach dem sicheren Klassenerhalt in der 2. Fußball-Bundesliga locker ausklingen lassen. Als er gefragt wird, was für seine Mannschaft noch drin ist am Sonntag, 15.30 Uhr, bei Holstein Kiel und eine Woche darauf zu Hause gegen den SC Paderborn, überlegt er keine Sekunde: "Sechs Punkte gegen zwei gute Gegner!"

Mit der maximalen Ausbeute kämen die Schwarz-Gelben sogar ihrem eigentlichen Saisonziel noch nahe, denn dann hätten sie 45 Punkte geholt, zwei weniger als vorgegeben. Das wäre nach einer Achterbahnfahrt tatsächlich ein guter Abschluss, aber wahrscheinlich ist das nicht. Denn bisher hat Dynamo meist nachgelassen, wenn der Druck etwas niedriger zu sein schien. Jetzt ist er ganz raus. Aber Fiel warnt vor einer Larifari-Einstellung: "Das würde ich ihnen schon übel nehmen." Er wünscht sich vielmehr, dass es die Profis den Kritikern zeigen wollen: "Sie werfen uns das vor? Dagegen gehen wir an."

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Vier Änderungen in der Startelf

Die Startelf musste er verändern, weil Erich Berko verletzt sowie Dzenis Burnic und Moussa Koné nach der fünften Gelben Karte gesperrt fehlen. Außerdem hat er Linus Wahlqvist, der wegen einer Handgelenksprellung Trainingsaufall hatte, auf die Bank gesetzt.Neu im Team ist unter anderem Justin Leo Löwe, der zu seinem zweiten Einsatz von Anfang an kommt.

Und so ergibt sich für das letzte Auswärtsspiel der Saison folgende Aufstellung:

Wiegers - Dumic, Ballas, Nikolaou - Löwe - Kreuzer, Ebert, Atik, Möschl - Duljevic, Röser.

Zum Kader gehört überraschend auch Kapitän Marco Hartmann. Fiel hatte am Freitag gesagt, ihn nach seiner Verletzung nicht zu früh wieder ins Rennen schicken zu wollen. Außerdem auf der Bank: Torwart Tim Boss sowie Wahlqvist, Osman Atilgan, Jannik Müller, Brian Hamalainen und Marius Hauptmann.

Motivation gebe es genug, meint Fiel. Die wichtigste für den Verein, nämlich mehr Fernsehgeld für eine bessere Platzierung, mag für die Spieler vermutlich weniger ausschlaggebend sein. Die eigene Prämie dürfte eine größere Rolle spielen, wobei: "Wenn der eine oder andere das braucht, soll er sich noch mal vor Augen führen, dass es auch um Geld geht, aber: Diese Einstellung, zu sagen: Wir sind gerettet und spielen einfach mal - das bin nicht ich, damit kann ich nichts anfangen. Wenn der Schiedsrichter anpfeift, will ich dieses Spiel gewinnen." Die Ansage des Trainers: "Lasst und versuchen, noch mal das Bestmögliche rauszuholen."

In Kiel wird das alles andere als einfach, denn von der Arbeit seines Kollegen Tim Walter - laut Medienberichten ein Kandidat beim VfB Stuttgart - ist Fiel begeistert, hat sich mehrere Spieler der "Störche" angesehen. "Die Art und Weise, wie er spielen lässt, ist etwas Besonderes. Wenn jemand Freude am Fußball hat, kann er sich das schon mal angucken: Dieses Variable, dass der Innenverteidiger auf einmal auf der Außenbahn und der Außenverteidiger im Zentrum auftaucht. Da musst du bereit sein, sonst kann es dir schnell schwindelig werden. Das sollte uns nicht passieren."

Es geht um die Sachsenmeisterschaft

Die Bilanz für Dynamo an der Ostsee ist alles andere als positiv: In sieben Partien gab es erst einen Sieg, ein 2:1 im Oktober 2015 in der Aufstiegssaison. Vorige Saison setzte es auswärts eine 0:3-Klatsche, und auch das Hinspiel ging mit 0:2 verloren. Das könnte also auch ein Ansporn sein, Revanche zu nehmen, was Defensivspieler Jannis Nikolaou weniger wichtig ist. "Uns geht es nicht primär darum, eine Serie zu durchbrechen. Wir wollen jedes Spiel so angehen, dass wir es gewinnen."

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Dann ist ja alles gesagt. Und falls es doch noch zusätzlicher Motivation bedürfen sollte: Die punktgleichen Erzgebirger in der Tabelle noch zu überholen und damit die inoffizielle Sachsenmeisterschaft in der zweiten Liga zu gewinnen, wäre den Fans besonders wichtig. Und Platz 15 zu vermeiden deshalb sinnvoll, weil Dynamo sonst für die erste Runde des DFB-Pokals in den Lostopf mit den unterklassigen Mannschaften rutschen würde. Damit hätte man zwar ein Heimspiel, könnte aber gleich auf den FC Bayern treffen, was nicht die schlechteste Variante wäre. Oder eben auch auf einen Ligakonkurrenten wie Kiel oder Bielefeld. Fiel ist das vor der Partie in Kiel egal. "Ich will, dass wir bereit sind für dieses Spiel, bereit sind, zu investieren."

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