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Inline-Skater brauchen ein neues Domizil

Im Gewerbegebiet Klingewalde soll eine Baumustermesse entstehen. Das stellt den Europamarathon-Verein vor Probleme.

Zwei Inline-Skaterinnen sitzen an der Skatebahn in Klingewalde. Das Bild stammt aus dem Jahr 2012. Nun müssen die Skater wahrscheinlich bald ein neues Trainingsgelände finden.
Zwei Inline-Skaterinnen sitzen an der Skatebahn in Klingewalde. Das Bild stammt aus dem Jahr 2012. Nun müssen die Skater wahrscheinlich bald ein neues Trainingsgelände finden. © SZ-Archiv / Nikolai Schmidt

Völlig überraschend kam die Nachricht für Olaf Neumann nicht. „Wir wissen schon lange, dass im Gewerbegebiet Klingewalde etwas passieren soll“, sagt der Mann, der beim Europamarathon-Verein seit sechs Jahren als Abteilungsleiter Inline-Skating und auch als Trainer tätig ist. Nun aber könnte es noch in diesem Jahr so weit sein: OB Siegfried Deinege hatte vorige Woche erklärt, dass der Modellpark „Bauen 4.0“ auf dem Gelände des Gewerbegebietes Klingewalde eingerichtet werden soll. Weitere Flächen soll künftig der Zoll nutzen.

Bisher sind die Inline-Skater ganz allein in dem seit jeher komplett leerstehenden Gewerbegebiet. „Wir haben es angemietet und müssen es auch in Ordnung halten“, sagt Olaf Neumann. Jeden Dienstag trainieren die Inline-Skater hier. „Direkt vor Wettkämpfen sogar drei- bis viermal pro Woche“, erklärt er. Mitte Juni fand auch eine öffentliche Biathlon-Veranstaltung auf dem Gelände statt.

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Wie es jetzt weitergehen soll, sei völlig unklar: „Wir haben keine Alternative.“ Für diesen Donnerstag hat der Verein ein internes Treffen zu dem Thema anberaumt. „Danach wollen wir uns möglichst zeitnah mit der Stadt zusammensetzen“, sagt der Abteilungsleiter.

Das Gelände in Klingewalde sei „das Beste, das wir haben können.“ Die Strecke ist komplett asphaltiert und trotzdem autofrei. Allerdings war immer klar, dass die Stadt den Vertrag mit dem Europamarathon-Verein jederzeit kündigen kann. Wie schnell das nun tatsächlich passieren wird, wisse er nicht: „Wir hoffen, dass wir wenigstens diese Saison noch in Klingewalde beenden können.“ Sie geht immer von März bis Anfang Oktober. Von der Stadt habe er noch keine Information erhalten, ob wenigstens diese Saison gesichert ist.

Die Zahl der Skater schwankt, aktuell liegt sie bei etwa 40 – quer durch alle Altersklassen. Zum dienstäglichen Training kommen Anfänger und Fortgeschrittene nach Klingewalde – und teilen sich dort in drei Gruppen auf, denn es gibt drei Trainer. Voriges Jahr waren es sogar mal über 60 Aktive, darunter viele 14- bis 16-Jährige, die sich noch austesten und dieses Jahr andere Sportarten probieren. „Aber 40 Leute sind ein gutes Maß“, so Olaf Neumann. Im Winter findet das Training in der Halle statt. Und danach? „Mein ganzes Team will wissen, wie es weitergeht“, sagt er – und hofft, dass er bald eine Antwort geben kann.

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