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Mann verletzt sich schwer vor Black-Lives-Matter-Demo

Auf dem Görlitzer Marienplatz sollte es eigentlich um eine Mahnwache gehen. Doch sie wurde zunächst zur Nebensache.

Menschen schirmten den verletzten Mann ab, der gar nichts mit der Demo zu tun hatte. Der Rettungsdienst kümmerte sich um ihn.
Menschen schirmten den verletzten Mann ab, der gar nichts mit der Demo zu tun hatte. Der Rettungsdienst kümmerte sich um ihn. © Nikolai Schmidt

Die Menschen waren gekommen, um gegen Rassismus und Polizeigewalt in den USA wie auch in Deutschland zu demonstrieren. Die Black-Lives-Matter-Bewegung, die nach dem gewaltsamen Tod von George Floyd überall in der Welt Aufwind erhalten hat, erreichte damit auch Görlitz.

Mann hat sich selbst verletzt

Doch noch bevor die Mahnwache auf dem Görlitzer Marienplatz beginnen konnte, war sie erst einmal zur Nebensache geworden. Ein Mann lag kurz vor 17 Uhr mit einem Messer im Bauch direkt vor einer Sitzbank auf dem Platz. Sowohl die Veranstalter der Mahnwache als auch umstehende Menschen hatten nicht mitbekommen, wie es zu dem Vorfall gekommen war. Doch sie verhielten sich professionell, schirmten den am Boden liegenden Mann - offenbar einen stark alkoholisierten Polen, der nichts mit der Demo zu tun hatte - mit schwarzen Stofftüchern vor neugierigen Blicken ab. Schnell trafen Beamte der Polizei, Rettungssanitäter und der Notarzt ein. Nach Angaben eines Polizeisprechers hat sich der Mann selbst verletzt - zum Glück nicht lebensgefährlich.

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Etwa 300 Teilnehmer zur Demo

Die eigentliche Black-Lives-Matter-Mahnwache mit geschätzten 300 Teilnehmern begann direkt nach der Abfahrt der Rettungssanitäter und des Notarztes mit halbstündiger Verspätung um 17.30 Uhr. Vier Redner - allesamt junge Görlitzer - brachten das Anliegen auf den Punkt. "Bei Black Lives Matter sind alle inbegriffen, nicht nur Schwarze. Jedes Leben zählt", betonte David Teschner, einer der Anmelder der Veranstaltung. 

Polizisten entfernen Banner von rechter Bewegung

Seine Mitveranstalterin Carolin Renner wies auf den Alltagsrassismus hin, von dem Menschen auch in Deutschland betroffen sind. David Teschner rückte die hiesige Polizei mehrfach in ein positives Licht. "Bleibt unser Freund und Helfer", appellierte er an die Beamten, die während der Veranstaltung ein Banner der rechten "Identitären Bewegung" unter dem Jubel der Teilnehmer von einer Hausfassade in der Elisabethstraße entfernten. Das Banner blieb die einzige Störung der absolut friedlichen  Veranstaltung, sieht man von dem Vorfall mit dem verletzten Mann ab. Am Ende zeigten die Veranstalter noch Bilder von Opfern rassistischer Gewalt, verlasen deren Namen - und riefen zu einer Schweigeminute auf.

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