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Mit "Wir für hier" durch die Corona-Krise

Die Aktion von der Werbegemeinschaft Löbau will helfen, Händler und Kunden zusammenzuführen.

Unter anderem der Spielwarenhandel Langenfeld in Löbau auf der Bahnhofstraße wirbt mit dem Verkauf auf Bestellung.
Unter anderem der Spielwarenhandel Langenfeld in Löbau auf der Bahnhofstraße wirbt mit dem Verkauf auf Bestellung. ©  Rafael Sampedro

Trotz Ladenschließungen: einige Möglichkeiten zumindest ein Stück weit das Geschäftsleben am Laufen zu halten, gibt es noch. Evelyn Huschke-Langenfeld vom Löbauer Spielzeugladen auf der Bahnhofstraße ist weiter für ihre Kunden erreichbar. Allerdings ausschließlich am Telefon, wie sie sagt. So sind Bestellungen möglich. Einerseits ein Aushang am Schaufenster darauf hin, andererseits ist sie auf der Händler-Plattform mit vertreten, die von der Löbauer Werbegemeinschaft ins Leben gerufen wurde. 

Das Unternehmen gehört mit zu den aktuell 20 Geschäften und Firmen, die an der Initiative teilnehmen. Ungewöhnliche Zeiten erfordern Kreativität und neue Ideen. Die Werbegemeinschaft hat deshalb ihre Aktion "Wir von hier" unter dem Motto "Unterstütze deine Region" gestartet. Die ist im Internet zu finden. Im Vorwort heißt es dazu: "Die Corona-Krise hat zu einem großen Teil das öffentliche Leben lahmgelegt. Viele Dienstleister, Geschäfte, Gaststätten, Klubs oder Bars müssen vorübergehend schließen oder sind in ihren Tätigkeiten eingeschränkt." Nun sollen die Kräfte gebündelt werden. Auf der Internetseite ist ein Überblick über die Angebote lokaler Händler, Gaststätten und Dienstleister zu finden, die beispielsweise Gutscheine oder die Möglichkeit Waren abzuholen oder anliefern zu lassen, anbieten. „Geschäfte, die im Moment aufgrund der Lage schließen mussten, haben es mit großer Sicherheit gerade schwer“, begründet Jan Hübner vom Vorstand der Werbegemeinschaft. Deshalb sei es wichtig, eine Plattform zu schaffen, auf der sich die Geschäfte mit ihren Angeboten präsentieren können – auch wenn die Läden zu haben.

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"Wir liefern nach individueller Absprache aus", erklärt Evelyn Huschke-Langenfeld, wie bei ihr jetzt das Geschäft funktioniert. Das nehmen einige Kunden gern an. Das ersetzt allerdings bei weitem nicht den Ausfall, der durch die Schließung des Spielzeugladens entsteht. Die Geschäftsinhaberin hat bei der Sächsischen Aufbaubank einen Antrag auf finanzielle Hilfe gestellt. Noch wartet sie auf einen Bescheid und hofft, dass die Unterstützung bewilligt wird.

Bestellungen über das Telefon

 Auch das Getränkeland Schulze aus Niedercunnersdorf bietet in Zeiten von Corona für durstige Kehlen Bier, Saft, Limonade und Co. frei Haus an. Auf dem Flyer des Getränkehandels steht :"Niemand muss verdursten!" Bedingung: Der Mindestbestellwert liegt bei 10 Euro - und es sind komplette Kästen zu bestellen. Die werden, so sagt eine Mitarbeiterin, bis vor die Haustür gebracht. Seit einer Woche bietet der Getränkehandel den zusätzlichen Service an. Angenommen wird das, heißt es auf Nachfrage, könnte sich aber noch ein bisschen mehr herumsprechen. 

Mit der Schließung muss sich auch das Haus Schminke in Löbau auseinandersetzen. Die Arbeit des Teams der Einrichtung ist mit von den Einnahmen abhängig. Weil keine Besucher kommen können, brechen diese Einnahmen weg. Seitdem versucht die Crew vom "Nudeldampfer" über einen Onlineshop Bücher und Geschenke zu verkaufen. Unter anderem gibt es Apfelsaft und Apfelschnaps – produziert von Früchten der hauseigenen Streuobstwiese. Beim Schnaps wird noch darauf hingewiesen: "In Krisenzeiten statt 24 nur 19 Euro."

Verkauf über Online-Shop

So oder so spielt das Internet eine nicht unwesentliche Rolle. "Wer einen Online-Shop betreibt oder jetzt aufgebaut hat, kann so wenigstens versuchen, einiges zu verkaufen", sagt Jan Hübner. Ingo Seiler, ebenfalls Mitglied der Werbegemeinschaft, sagt: "Ich denke, die Aktion 'Wir für hier' wird auch angenommen." Mitmachen können auch Nicht-Mitglieder. Das Angebot gilt bis zum Ende der Corona-Maßnahmen und ist kostenfrei. Weitere Händler, Dienstleister und Gaststätten können sich melden.

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Eine Unterstützung ganz anderer Art hat René Seidel initiiert. Der Löbauer sammelt Geld für Blumensträuße. Im ersten Schwung kamen so 150 Euro für 30 Sträuße zusammen. Die floralen Grüße erhielten die Bewohner vom DRK-Altenpflegeheim „An der Seltenrein“ in Löbau. Die Blumen kaufte René Seidel beim Blumengeschäft „Doppelzimmer Nr. 1“ auf der Gartenstraße, welches damit wirtschaftlich unterstützt werden soll. „Die Idee dazu stammt aus Görlitz“, sagt er. Auch da gibt es eine solche Blumeninitiative. Eine Eintagsfliege bleiben die Blumengeschenke nicht – aktuell seien etwa weitere 300 Euro Dank Spenden zusammen gekommen. „Ich frage in weiteren Pflegeeinrichtungen den Bedarf ab“, sagt René Seidel.

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