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Nur wenige Kinder sind in der Schule

Hunderte Schüler im Landkreis lernen in diesen Tagen zumeist von zu Hause. Die Lehrer sind ganz überrascht, wie gut das klappt.

Sechs Schüler sind in der Grundschule Nieder Seifersdorf am Donnerstag in der Betreuungsklasse. Den Tag zuvor waren es nur zwei. "Das ist abhängig vom Schichtdienst der Eltern", sagt Schulleiterin Ines Krahl.
Sechs Schüler sind in der Grundschule Nieder Seifersdorf am Donnerstag in der Betreuungsklasse. Den Tag zuvor waren es nur zwei. "Das ist abhängig vom Schichtdienst der Eltern", sagt Schulleiterin Ines Krahl. © André Schulze

Unter dem Hashtag #RegenbogenGegenCorona auf Twitter verbreitet sich eine Aktion bundesweit. Das farbenfrohe Himmelszeichen an Fenstern und Türen soll zeigen: Hier sind Kinder. Auch an der Grundschule in Reichenbach ist nun ein bunter Regenbogen angebracht. Die Schule ist zu, eine Notbetreuung für die Kinder der ersten bis vierten Klasse eingerichtet. 

In Vor-Corona-Zeiten besuchten 186 Mädchen und Jungen die Schule. Jetzt sind es höchstens zehn. Eltern, die in derzeit benötigten Berufen arbeiten und niemanden für die Betreuung ihrer Kinder haben, bringen den Nachwuchs in die Schule. Dort kümmern sich DRK-Mitarbeiter und Lehrer um die Schüler. Gemeinsam wird gebastelt, gespielt, Schulaufgaben erledigt. Händeschütteln ist Tabu. Der gemeinsame Gruß nun: Ein Zuwinken. Und Abstand halten, soweit das möglich ist. Die Räume sind groß. Da klappt das auch.

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Unter zehn beträgt die Zahl der Schüler, die aus den Gemeinden Waldhufen und Vierkirchen in die gemeinsame Grundschule nach Nieder Seifersdorf kommen. "Wir hatten auch schon nur zwei Kinder hier", sagt Schulleiterin Ines Krahl. Das ändert sich von Tag zu Tag, je nachdem, wie die Eltern beruflich gefordert sind. Betreut werden sie von den Lehrerinnen. Entsprechend, wie viele Schüler da sind, teilen sich die Pädagogen  die Kinder auf. "Wir achten darauf, dass die Mindestabstände zwischen den Schülern aber auch zwischen uns Lehrern eingehalten werden", betont die Schulleiterin. 

Lernpakete für zu Hause

Der Großteil der Grundschüler ist zu Hause und erledigt dort die Schulaufgaben. Das funktioniert inzwischen recht gut. "Die Eltern sind zufrieden mit der Verfahrensweise. Einige fragen nach neuen Aufgaben für ihre Kinder. Wir sind über die Klassenelternsprecher per Mail oder telefonisch in Kontakt", fasst die Schulleiterin die ersten drei Wochen "Fernunterricht" zusammen.

Die Klassen- und Fachlehrer haben für ihre Schüler Lernpakete geschnürt, die im "Schul-Homeoffice" abzuarbeiten sind. Hinzu kommt, dass das bisher nur in der Schule nutzbare PC-Lernprogramm die Mädchen und Jungen auch daheim am Computer kostenlos in Anspruch nehmen können. 

Lernpakete haben auch die Lehrerinnen der Grundschule im Nieskyer Ortsteil See geschnürt. Wie Schulleiterin Steffi Miethe berichtet, sind die ersten Angebote so gut wie abgearbeitet, sodass jetzt neue Vorlagen an die Eltern per Mail gesendet werden. Denn auch an der Seer Schule lernt der Großteil der Mädchen und Jungen zu Hause. "Wir haben nur sechs Schüler in der Betreuung. Eine Zahl, die bisher gleichbleibend ist", sagt die Schulleiterin. 

Direkte Kontakte werden vermieden

Wenn die Seer Grundschüler ihre Aufgaben abgearbeitet haben, dann werden die Arbeitsblätter von den Eltern in den Briefkasten der Schule gesteckt. Neue Aufgaben können die Eltern per E-Mail anfordern. "So vermeiden wir den direkten menschlichen Kontakt und auch, dass Eltern die Schule betreten", erklärt Steffi Miethe die Vorgehensweise. Was den Inhalt des Lernstoffes betrifft, setzen die Seer Pädagogen auf das Festigen von Wissen. Im Lehrplan wird dabei nicht vorangegangen.

Das hat auch den Grund, dass die Mädchen und Jungen zu Hause unterschiedliche Bedingungen zum Lernen haben und die Lehrer die Familien mit schulischen Aufgaben nicht überlasten wollen. 

In der Grundschule Schöpstal ist die Situation mit der Notbetreuung gut händelbar, wie eine Pädagogin sagt. Im Durchschnitt kommen etwa zehn Kinder. Wer rein will, klingelt an der Tür. Kinder mit Erkältungssymptomen werden nicht übernommen. „Wir haben Erzieherinnen dabei, die selbst zur Risikogruppe gehören“, sagt die Betreuerin.

Kinder dürfen keine Corona-Symptome haben

Dürfen Kinder mit Erkältungssymptomen wie Husten und Schnupfen die Notbetreuung überhaupt besuchen? Kreissprecherin Franziska Glaubitz verweist auf die geltende Allgemeinverfügung. Aus einem Risikogebiet darf man nicht kommen. „Kinder und deren Sorgeberechtigte dürfen keine Symptome von Covid-19 aufweisen und nicht in Kontakt mit einer infizierten Person stehen“, sagt sie. 

Dass die Kinder gesund sind, wenn sie zur Betreuung kommen, darauf wird auch in der Görlitzer Diesterweg-Grundschule geachtet. Wie in den anderen Grundschulen hält sich die Zahl der zu betreuenden Kinder im einstelligen Bereich. "Heute haben wir neun Schüler da", sagte Schulleiterin Andrea Skuras am vergangenen Donnerstag. Seit einem Monat ist sie die neue Schulchefin in Rauschwalde. Ihren Einstieg hat sie sich auch anders vorgestellt, erzählt sie.

"Wir haben den Unterricht gänzlich neu organisieren müssen, dabei sind uns die Elternsprecher der Klassen eine sehr große Hilfe. Sie haben Kommunikationsgruppen zu den Eltern gebildet und übernehmen das Verteilen der Aufgaben." Die Rückmeldungen seien durchweg positiv von den Eltern, auch zum Engagement der Klassensprecher, ergänzt Frau Skuras. 

In allen drei Kindergärten und in der Grundschule Markersdorf sind Notbetreuungsplätze vorhanden. Vonseiten des Rathauses heißt es: „Alles läuft gut.“ Der Anteil der Kinder, die kommen, sei sehr gering. Die meisten Eltern seien zudem vernünftig, würden die Kinder zu Hause lassen, wenn sie krank sind. Bisher habe es einmal eine Erkältung gegeben, wo das Kind von den Eltern wieder abgeholt wurde.

Betreuung der Grundschüler auch in den Osterferien

„Derzeit liegt die Quote im Landkreis Görlitz in der Notbetreuung in den Kindereinrichtungen bei sechs Prozent“, sagt Kreissprecherin Glaubitz. Bis jetzt zieht der Landkreis ein positives Fazit. Im Bereich der Kindertagesbetreuung gelte, in der derzeitigen Infektionslage eine Notbetreuung sicherzustellen und nichts darüber hinaus. „Dieses Erfordernis kommunizieren die meisten Träger mit viel Geduld und Verständnis für die Sorgen und Nöte der Eltern“, sagt Glaubitz.

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Die Notbetreuung an den Grund- und Förderschulen in den Jahrgangsstufen eins bis vier betrifft derzeit zirka 270 Kinder im Landkreis Görlitz. Sie findet auch im Zeitraum der Osterferien vom 9. bis 17. April zu den sonst üblichen Unterrichts- und Hortzeiten statt, informiert die Landkreisverwaltung.

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