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Umstrittener Dresdner Park ist fertig

Die Stadt hat den Sternplatz an der alten Herkuleskeule neu gestaltet. Warum Anwohner den Grillplatz kritisieren und ein geplantes Fest ausfällt.

Runde Formen dominieren den kleinen Park am Sternplatz. An diesem Donnerstag ist der Bauzaun verschwunden.
Runde Formen dominieren den kleinen Park am Sternplatz. An diesem Donnerstag ist der Bauzaun verschwunden. © Matthias Flörke-Kempe

Dresden. Nun wurde er also doch gebaut: der Grillplatz im kleinen Park gegenüber der ehemaligen Herkuleskeule. Seit 2015, als die Stadtplaner begannen, sich mit der Fläche am Sternplatz zu befassen und verschiedene Varianten vorstellten, war er mal geplant, dann wieder verworfen worden. Dabei hatten Anwohner immer wieder geäußert, dass sie den Grillplatz nicht wollten. Sie befürchten Lärm und Müll, in vielen Wohnungen liegt das Schlafzimmer zum Sternplatz, man sorgt sich um die nächtliche Ruhe.

Immerhin ist das Grillen bis 22 Uhr abends erlaubt. Dass Verstöße regelmäßig kontrolliert werden, sehen die Anwohner skeptisch, sie hätten eine Grünfläche mit Blumenwiese vorgezogen. Weil es von Beginn an Kritik am Grillplatz gab, wurde er 2017 aus den Plänen gestrichen. Nachdem die Pläne noch einmal geprüft wurden, hat sich die Stadt nun doch anders entschieden. Auch, weil es mit einem öffentlichen Grillplatz in Löbtau gute Erfahrungen gebe und der Stadtrat die Verwaltung beauftragt hat, weitere Standorte zu schaffen. 

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Alter Friedhof: Knochenfunde bei Bauarbeiten

Seit Donnerstag ist der neue Platz nun zugänglich, der Bauzaun ist verschwunden. Im den vergangenen Monaten sind auf der gut 3.000 Quadratmeter großen Fläche Sitzgelegenheiten, Trinkbrunnen, Tischtennisplatte, Tischkicker, Slackline und eben der Grillplatz entstanden. Im Frühjahr blühten auf der Grünanlage Tausende weiße Krokusse. 

Weil der südöstliche Teil des Sternplatzes von 1712 bis 1867 als zweiter Friedhof der Annenkirche genutzt wurde, fand man bei den Bauarbeiten nun Knochen. Sie wurden bereits im November 2019 vor Ort beigesetzt. Über den Sternplatz und seine wechselvolle Geschichte informiert in Text und Bild auch eine auf dem Platz neu errichtete Stele. Das Büro Blume Landschaftsarchitekten habe in seiner Planung der Grünanlagen die historischen Zeitschichten des Sternplatzes interpretiert, so die Stadt.

Die neue Anlage hat rund 520 000 Euro gekostet, die über das Förderprogramm Stadtumbau Aufwertung - Westlicher Innenstadtring finanziert wurden. Die Kosten für den Trinkbrunnen hat die AOK Plus übernommen, die direkt neben dem Park ansässig ist. "Als 1914 das Gebäude der Dresdner AOK am Sternplatz eingeweiht wurde, war der Platz eine von schmiedeeisernen Ziergittern umrahmte Blumenrabatte mit Springbrunnen vor dem Haupteingang des Hauses", so AOK-Plus-Chef Rainer Striebel. Jetzt sei daraus ein frei zugänglicher, kreativ gestalteter Platz geworden, den neben den Anwohnern und Passanten auch die rund 700 AOK-Mitarbeiter nutzen können. 

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Eine offizielle Eröffnung wird es aufgrund der Corona-Pandemie indes nicht geben: "Leider kann das geplante Bürgerfest nicht stattfinden", erklärt Umweltbürgermeisterin Eva Jähnigen. Dennoch wünsche sie sich, dass die Dresdner, sobald es die Situation wieder zulässt, Freude und Erholung im neu gestalteten Park finden.

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