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Was wird aus der Eisoase an der Malter?

Der Eigentümer wechselt, nun steht auch der Pachtvertrag infrage. Jetzt endet die Saison. Wie es im nächsten Frühjahr weitergehen soll.

Hier steht Mirko Göschel noch in der Eisoase und bedient Kunden. Dieses Bild könnte bald der Vergangenheit angehören.
Hier steht Mirko Göschel noch in der Eisoase und bedient Kunden. Dieses Bild könnte bald der Vergangenheit angehören. © Archiv/Andreas Weihs

An der Eisoase, die in Paulsdorf direkt an der Talsperre Malter liegt, sieht es nach einem großen Wechsel aus. Mirko Göschel, der den Eisstand seit Jahren betreibt und unterhalb davon noch einen Verleih für Wassertretboote hat, sucht nach einer Alternative. Er hat auch schon mit Marlen Alexander, Geschäftsführerin der Weißeritztal-Erlebnisgesellschaft verhandelt, ob er mit seinen Tretbooten an einen anderen Standort umziehen und dort eventuell einen Eiswagen aufstellen könnte. Das Strandbad Seifersdorf ist dafür im Gespräch, informiert Alexander.

Mirko Göschel geht davon aus, dass er diesen Herbst noch die Eisoase betreiben kann und danach keinen Pachtvertrag mehr bekommt. Er sagt: „Die Eisoase gibt es noch höchstens acht Wochen.“ Das ist für ihn aber kein existenzielles Problem. Er hat das „Bunte Häusel“  übernommen, ein Café in Altenberg direkt am Skihang.

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Eisoase hat einen Super-Standort

Wie steht es aber um die Zukunft der Eisoase? Diese ist 2009 von Georg Wiedemann ins Leben gerufen worden. Der Dresdner Immobilienkaufmann war damals Eigentümer des gesamten Areals rings um den „Seeblick“ in Paulsdorf. Er hatte eigentlich auch den Umbau des Seeblicks vorgehabt. Seine Pläne für eine Neugestaltung der damals leerstehenden Gaststätte waren den Dippser Stadträten allerdings zu avantgardistisch und wurden abgelehnt. Den Seeblick hat er dann über eine Auktion an Familie Peglau verkauft, die ihn Schritt für Schritt sanierte und dort ein Seminarzentrum eingerichtet hat. 

Mirko Göschel steht hier im Bunten Häusel in Altenberg. Diese Gaststätte hat er übernommen neben der Eisoase, die er in Paulsdorf an der Talsperre Malter betreibt.
Mirko Göschel steht hier im Bunten Häusel in Altenberg. Diese Gaststätte hat er übernommen neben der Eisoase, die er in Paulsdorf an der Talsperre Malter betreibt. © Karl-Ludwig Oberthuer

Wiedemann blieb aber an der Malter aktiv. Er hat das Rondell behalten und dort Kunstwerke ausgestellt. Darunter hat er das Anglerhotel eingerichtet, eine einfache Unterkunft für die Petrijünger an der Talsperre. Und Mirko Göschel hat neben der Eisoase an der Talsperre einen Bootssteg angelegt, mit einem Tretbootverleih. Dazu benötigt er aber einen Zugang, der bisher über das gepachtete Grundstück führt. Wenn er keinen Pachtvertrag mehr hat, fehlt ihm der Zugang und er braucht einen anderen Standort - deswegen die Gespräche mit der Weißeritztal-Erlebnisgesellschaft. 

Die Eisoase ist all die Jahre auch gut gelaufen. „Das ist ein Super-Standort, den ich jetzt bald zehn Jahre bewirtschafte“, sagt Göschel. Er erinnert sich auch gerne an Veranstaltungen beispielsweise mit dem Lions-Club, der immer im Juli dort ein Benefizkonzert unter freiem Himmel organisiert hat. Auch für die Malter insgesamt ist es ein Gewinn. So sagt Bäderchefin Alexander: „Wir haben ja die Eis-Pinguine in Malter. Da ist es schon gut, wenn es auch auf der Paulsdorfer Seite ein solches Angebot gibt.“ An schönen Wochenenden drängen sich die Eisliebhaber vor beiden.

Ab März geht's weiter mit neuem Vertrag

Die Anfrage von Sächsische.de leitet Wiedemann weiter an den neuen Grundstückseigentümer Uwe Piduhn in Böhlen bei Leipzig. Der verspricht, dass es die Eisoase weiterhin geben wird. Er hat das größere Grundstück mit dem Rondell gekauft und wird auch die kleinere Fläche übernehmen, auf der die Eisoase steht. Aber ob Mirko Göschel Pächter bleibt, steht derzeit in den Sternen. Piduhn will noch ein Gespräch mit dem bisherigen Pächter führen. Aber in diesem Pachtverhältnis hätte es in der Vergangenheit Unstimmigkeiten gegeben über den Zustand des Grundstücks und den Schnitt der Bäume beispielsweise. Es könnte sein, dass dieser Pachtvertrag auslaufen werde, sagt der neue Eigentümer.

„Wir streben aber auf jeden Fall eine Neuverpachtung an“, sagt Piduhn. „Ich habe verschiedene Anbieter. Die Eisoase ist ja eine Institution an der Talsperre Malter.“ Sein Ziel sei, ab März mit einem neuen Vertrag die Eisoase weiterzuführen. 

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Er kennt die Talsperre gut. Er ist dem Angelsport verbunden, hat aber auch mehrere Jahre in Altenberg gelebt und ist von dort aus immer an die Talsperre Malter gefahren, um zu baden und zu angeln, wie er erzählt. 

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