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Ungewöhnliche Jaworte im Rödertal: mit tätowierten Eheringen zur Trauung

Im Rödertal haben die zwei Corona-Jahre Verliebte nicht vom Heiraten abgehalten. Es gab 2022 sogar einige ungewöhnliche Hochzeiten.

Von Siri Rokosch
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Von einer klassischen Hochzeit haben viele Paare eine Vorstellung. Doch im Rödertal gab es 2022 auch Besonderheiten.
Von einer klassischen Hochzeit haben viele Paare eine Vorstellung. Doch im Rödertal gab es 2022 auch Besonderheiten. © Symbolbild: Claudia Hübschmann

Rödertal. Im August letzten Jahres gab es in der Gemeinde Ottendorf-Okrilla eine ganz besondere und nicht alltägliche Hochzeit: Manuel und Willi hatten geheiratet. Doch das homosexuelle Paar ist nicht alleine. Gleichgeschlechtliche Eheschließungen sind auch im Rödertal normal geworden.

Standesbeamtin Britta Philipp aus Arnsdorf berichtet von drei Paaren gleichen Geschlechts, die zwischen 2018 und 2022 geheiratet haben. In Radeberg sind es seit 2018 vier gewesen und in Ottendorf-Okrilla gaben sich in den letzten Jahren zwei männliche und ein weibliches Paar das Jawort.

Überraschungen für Standesbeamte

In Arnsdorf war Standesbeamtin Britta Philipp im letzten Jahr überrascht, als ein Paar nicht mit traditionellen Eheringen kam, sondern mit tätowierten. "Das war auch für mich neu", sagt sie gegenüber Sächsische.de.

Das Arnsdorfer Standesamt sei zwar klein, doch seit zwei Jahren können Verliebte dort auch in einem Oldtimer-Bus heiraten. Die Fahrt gehe dann nach Kleinwolmsdorf, unterwegs werde gefeiert, sagt Philipp. Fünf Hochzeiten seien bereits im alten Bus durchgeführt worden und auch für dieses Jahr haben sich bereits mehrere Paare angemeldet.

Arnsdorf biete für die Paare auch Trauungszeiten an, die andere Standesämter nicht bieten können oder wollen. So kann in Arnsdorf auch am 31. Dezember oder kurz vor Weihnachten geheiratet werden. "Natürlich hatten wir auch am 22. Dezember 2022 Vermählungen", sagt Philipp - wohlwissend, dass solche Daten sich gut merken lassen.

Heiraten war auch zu Corona-Zeiten beliebt

Betrachtet man die Zahlen derer, die sich für den Bund des Lebens entschieden, ist nicht von einem Rückgang der Heiratswilligen während der Corona-Zeit zu spüren. So wurden in Radeberg im Jahr 2018 insgesamt 85 Ehen geschlossen, davon zwei gleichgeschlechtlich. Im Jahr 2019 waren es 68, im Pandemie-Jahr 2020 gaben sich 73 Menschen das Ja-Wort und 2021 waren es 67. Im vergangenen Jahr trauten sich 64 vor den Traualtar.

Außergewöhnliche Hochzeiten seien in Radeberg nicht bekannt, allerdings würden ab und an besondere Hochzeitsgefährte vor dem Rathaus warteten oder auch komplette Aufzüge zum Beispiel vom Spielmannszug, der Feuerwehr oder dem Karnevalsclub, sagt der Pressereferent des Radeberger Oberbürgermeisters Michael Weber. In der Gemeinde Wachau gibt es seit Januar letzten Jahres kein eigenes Standesamt mehr. Menschen die heiraten wollen gehen nach Radeberg, Lomnitz oder Ottendorf-Okrilla.

Und in Ottendorf? Dort fuhren unter anderem Manuel und Willi im himmelblauen Trabi vom Standesamt in die Flitterwochen. Geheiratet wurde in der Gemeinde 2023 50 Mal, im Jahr 2018 gaben sich noch 71 Verleibte das Ja-Wort in Ottendorf, während es 2019 insgesamt 52 und 2020 40 waren.

Vor zwei Jahren ging die Lust am Heiraten in Ottendorf-Okrilla dann doch etwas zurück. Nur 32 Menschen gaben sich das Jawort.