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Vermehrt Kontrollen an der Ottendorfer Kiesgrube

In diesem Sommer will Ottendorf die Falschparker rund um die Kiesgrube stärker kontrollieren. Die Fahrzeuge sollen im Notfall auch abgeschleppt oder umgesetzt werden.

Von Siri Rokosch
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Striktes Badeverbot herrscht am Baggersee in Ottendorf-Okrilla. Dennoch kommen viele illegale Bader und parken oft auch falsch.
Striktes Badeverbot herrscht am Baggersee in Ottendorf-Okrilla. Dennoch kommen viele illegale Bader und parken oft auch falsch. © Sven Ellger

Ottendorf-Okrilla. Die Gemeinde Ottendorf-Okrilla will nun ihre Pläne umsetzten, künftig falsch parkende Fahrzeuge rund um die Baggerseen des Kieswerks Ottendorf-Okrilla GmbH&Co.KG, härter zu bestrafen. Zum einen befinden sich rund um die Seen kleine Wälder, welche durch aufgeheizte Fahrzeuge im Sommer in Brand geraten könnten, wenn diese auf dem trockenen, blattreichen Boden abgestellt werden. Zum anderen behinderten in den letzten Jahren falsch parkende Autos wichtige Zufahrten und verstellten teilweise Rettungswege. Das soll sich nun ändern.

Falschparker werden nun stärker kontrolliert

Das Ordnungsamt von Ottendorf-Okrilla wolle, sobald Badewetter herrscht, vermehrt Mitarbeiter beauftragen, rund um den See nach abgestellten Autos zu schauen - allerdings nur im Zuständigkeitsbereich der Gemeinde, wie die Verwaltung mitteilt. Schwerpunktmäßig seien das die Straßen: Bergstraße, Heideweg, Talstraße, Förstereistraße, Zum Ledigenheim, An der Försterei und der Rosenweg.

Auch Polizisten werden sich anschließen, wie Anja Leuschner von der Polizeidirektion Görlitz auf Anfrage von Sächsische.de mitteilt: "Für den Polizeivollzugsdienst sind insbesondere Parkverstöße relevant, die zu Behinderungen von Rettungswegen oder Feuerwehrzufahrten führen beziehungsweise die Gefahren oder Behinderungen für den fließenden Verkehr darstellen. Auch Beschwerden von Anwohnern spielen hier eine Rolle."

Die Gemeinde Ottendorf-Okrilla zähle zum Zuständigkeitsbereich des Polizeireviers Kamenz. Die Beamten des Streifendienstes, aber insbesondere auch die Bürgerpolizisten aus den Standorten Ottendorf-Okrilla und Königsbrück berücksichtigten das ganze Jahr über sowohl die besiedelten Gebiete als auch den unmittelbaren Bereich um das Kiesabbaugebiet.

Mit wärmer werdenden Temperaturen und damit verbunden mehr Badegästen, seien in den letzten Jahren die eigenen Feststellungen von Parkverstößen, aber auch die Beschwerden von Anwohnern und anderen Verkehrsteilnehmern über Verkehrsbehinderungen gestiegen, sagt Leuschner. Dies habe die Streifentätigkeit erhöht und damit sei auch in diesem Sommer zu rechnen.

Abschleppen nur als äußerstes Mittel

In Zukunft will die Gemeinde Ottendorf-Okrilla Fahrzeuge auch abschleppen lassen, allerdings nur in besonders schweren Fällen. Die Bedingungen dafür seinen ganz unterschiedlich, teilt die Gemeinde mit. Grundsätzlich könne die Aussage getroffen werden, dass Fahrzeuge umgesetzt werden müssen, die Rettungswege behindern oder bei denen Gefahr im Verzug ist. Eine Verkehrsanordnung, die nachteilig für die Anwohner ist, solle nicht erlassen werden. Aktuell werde nur eine Änderung der Beschilderung auf der Förstereistraße zwischen Talstraße und Förstereistraße geprüft.

Auch für die Polizei stelle das Abschleppen von Fahrzeugen "regelmäßig die Ultima Ration, also das letzte Mittel, dar" und käme nur in besonders gefahrenträchtigen Ausnahmesituationen in Betracht. Denkbar wäre da zum Beispiel das Blockieren einer Feuerwehrzufahrt, erklärt die Polizeisprecherin.

Ein Abschleppen werde auch von der Gemeindeverwaltung "nur in den größten Ausnahmefällen stattfinden". Dies passiere dann in Zusammenarbeit mit der Polizei. Sonst erfolge lediglich ein Umsetzen des Fahrzeuges. Das Abschleppen kostet in der Regel mehrere hundert Euro. Einzusehen sind diese Kosten beim Verband der Bergungs- und Abschleppunternehmen.

Das Polizeirevier Kamenz und die Gemeinden Ottendorf-Okrilla und Laußnitz arbeiten hier sehr eng zusammen, teilt die PD Görlitz mit. Je nach Tatbestand kostet ein Parkverstoß derzeit zwischen 10 Euro und 55 Euro, wenn keine weiteren Behinderungen durch das parkende Fahrzeug herbeigeführt werden, erklärt die Gemeindeverwaltung Ottendorf-Okrilla.

Baden an der Ottendorfer Kiesgrube ist gefährlich

Fast täglich wurden im letzten Sommer rund um die Kiesgrube Knöllchen verteilt. Wie die Polizeidirektion Görlitz sagt, seien 2022 rund 190 Parkverstöße an einem Tag in diesem Bereich festgestellt worden. Die blauen Seen locken seit Jahren illegale Badegäste an und dabei stehen überall Schilder mit der Aufschrift "Lebensgefahr".

Wie Anke Schröder vom Kieswerk Ottendorf-Okrilla GmbH & Co. KG in Laußnitz sagt, würde für das gesamte Betriebsgelände ein Betretungsverbot herrschen und natürlich ein Badeverbot. Das große Gelände sei eigentlich abgesperrt, teilweise durch Zäune, durch Erdwälle oder durch entsprechende Warnschilder, die bereits erneut verstärkt wurden.

Auch sie bittet nochmals, das Gelände nicht zu betreten, denn: "Was viele nicht wissen: Das Baden in einem aktiv genutzten Kiessee ist mit großen Gefahren verbunden. So gibt es an vielen Stellen auch unter Wasser Kanten und Böschungen, die von außen nicht sichtbar sind. Zudem kann aufgespülter Sand ins Rutschen kommen und eine nach unten gerichtete Strömung verursachen, die den Badenden aufgrund der Sogwirkung unter Wasser ziehen kann." Besonders für die Sommermonate hat das Werk extra einen Wachschutz eingestellt, der auf dem Gelände Streife läuft und Badegäste zum Verlassen auffordert.