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Ansage der Bienen-Trainerin: "Da brennt die Luft"

Maike Daniels tritt in der zweiten Handball-Bundesliga mit den Rödertalbienen gegen ihren früheren Verein HC Leipzig an. Für die Trainerin ist es ein besonderes Spiel.

Von Michaela Widder
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Bei Spaziergängen mit ihrem Hund Kurt in der Dresdner Heide findet Maike Daniels guten Ausgleich zu ihrem bewegten Trainerjob,
Bei Spaziergängen mit ihrem Hund Kurt in der Dresdner Heide findet Maike Daniels guten Ausgleich zu ihrem bewegten Trainerjob, © kairospress

Großröhrsdorf. Lange liegen ihre Leipziger Zeiten zurück, aber auch Jahre später sind sie unvergessen. Es war ihre erfolgreichste Zeit als Spielerin bei dem damaligen deutschen Top-Verein. Mit dem HC Leipzig gewann Maike Daniels zwei Meistertitel sowie den Pokalsieg und erreichte zudem das Europapokalfinale. Viel mehr geht nicht im deutschen Handball.

Am Samstag gibt es nun ein Wiedersehen. Daniels ist mittlerweile Trainerin, die zweite Saison in Großröhrsdorf beim HC Rödertal. Mit den selbsternannten Rödertalbienen stieg sie auf Anhieb in die 2. Bundesliga auf.

Dass eine Mannschaft aus der Provinz mal auf den HCL trifft, wäre in den 2000er-Jahren kaum vorstellbar gewesen - höchstens in einer der ersten Pokalrunden. Nach der Insolvenz und dem Neuanfang der Leipziger gibt es aber nun also ein sächsisches Derby in Liga zwei. "Teilweise ist es schon besonders für mich, auch wenn ich keine Spielerin mehr bin und die Verantwortlichen sich geändert haben", sagt Daniels.

Leipzigs Absturz tat auch ihr weh

Die meisten Leipziger kennt die 36-Jährige tatsächlich noch aus dem Fanclub. "Leipzig hat eine starke und breite Fan-Base." Mit Torwarttrainer Wieland Schmidt, dem Olympiasieger von 1980, arbeitete sie mal sechs Monate zusammen für den Nachwuchs des deutschen Verbandes. Viel mehr Verbindungen gibt es nicht mehr zum HCL, den sie 2011 verließ.

Den Absturz des früheren Top-Vereins hat Daniels aus der Ferne miterlebt - und auch ein wenig mitgelitten. "Das tat schon weh", meint die Trainerin und ergänzt mit einer kurzen Pause: "dem gesamten Frauen-Handball." Der Klub sei jahrelang das Aushängeschild in der Liga gewesen. "Sicher wurden auch Fehler im Management gemacht, und mit der Entwicklung des SC DHfK und RB Leipzig rückte der Frauen-Handball in den Hintergrund. Dass es aber so einschlägt, hätte ich nicht erwartet", sagt Daniels und meint die Männerteams im Handball und Fußball, die inzwischen längst in der Bundesliga angekommen sind.

Trainerin blickt nicht oft auf die Tabelle

Nach dem Zwangsabstieg in die 3. Liga und dem Neuanfang 2017 brauchte der HC Leipzig allerdings nur zwei Jahren, bis er wieder aufstieg. "Das ist schon sehr kurz und beachtlich", findet Daniels, die mit ihren Handballerinnen in der vorigen Saison allerdings auch für Furore sorgte und die gesamte Spielzeit ohne Niederlage blieb.

In dieser Saison heißt das Ziel im Rödertal: frühzeitiger Klassenerhalt. Und die Mannschaft ist auf dem besten Weg, dies zu erreichen. Die Rödertalbienen stehen auf Platz sieben, Leipzig ist Vierter. Das sächsische Derby geht also fast sogar als Spitzenspiel durch. "Ich schaue gar nicht so auf die Tabelle. Mir ist wichtig, wie wir spielen, dann kommen auch die Ergebnisse" erklärt Daniels, deren Team sich zum Favoritenschreck entwickelt.

Für das Derby am Samstag, 18.30 Uhr, erwartet die Trainerin einen "Kampf, nicht nur auf 20 mal 40 Metern", meint sie in Richtung der beiden Fanlager: "Da brennt die Luft." Worauf es auf dem Spielfeld ankommt, weiß Daniels natürlich auch: "Wir müssen unser Tempospiel so fahren, wie es uns liegt, aber nicht zu viele Fehler machen." Darin sieht die Trainerin derzeit noch das größte Potenzial ihrer Spielerinnen.