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Im Tierpark Riesa rollt jetzt das Kleingeld

Die Anlage hat ab sofort einen Spendentrichter. An den Wochenenden ist künftig auch der Innenbereich wieder geöffnet.

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Die ersten Münzen ließ Tierparkleiterin Janina Kraemer schon am Freitag rollen. Am Wochenende können Tierparkbesucher das auch tun.
Die ersten Münzen ließ Tierparkleiterin Janina Kraemer schon am Freitag rollen. Am Wochenende können Tierparkbesucher das auch tun. © Sebastian Schultz

Riesa. Ratternd ziehen die Münzen ihre Bahn auf der grünen Fläche, immer enger wird der Radius - und dann verschwindet das Kleingeld im Inneren des Spendentrichters. Das auffällige neue Spielzeug ist am Freitag offiziell im Riesaer Tierpark eingeweiht worden - und wurde von den Anwesenden gleich ausgiebig getestet.

Zustande gekommen war die Neuanschaffung, weil die Stadt diesmal auf den jährlichen Kalender mit Riesa-Motiven verzichtete, den sie sonst gemeinsam mit Wohnungsgesellschaft (WGR), Stadtwerken Riesa und der FVG herausbringt. Das Geld floss nun also in den grünen Spendentrichter, die Geschäftsführer der städtischen Gesellschaften und Oberbürgermeister Marco Müller (CDU) waren die Ersten, die das Kleingeld rollen ließen.

Auch die Gestaltung war ein Gemeinschaftsprojekt, erzählt Tierparkleiterin Janina Kraemer. Die Motive gestaltete FVG-Mitarbeiter Nico Hülsmann, der Spruch "Tierischen Dank für deine Spende" gehe auf einen Vorschlag der WGR zurück.

Schwierig war vor allem die Auswahl der auf der Außenwand abgebildeten Tiere: der Steinkauz, an dessen Auswilderung Riesas Tierpark mitwirkt, der in freier Wildbahn ausgestorbene Vietnamfasan, von dem es seit Kurzem ein Pärchen in Riesa gibt, und die Zwergotter, deren Lebensraum ebenfalls in Gefahr ist.

In Zukunft könnte ein Teil der Einnahmen aus dem Spendentrichter auch Artenschutzprojekten zugutekommen, sagt Janina Kraemer. "Das rückt immer mehr in den Mittelpunkt für Zoos und Tiergärten." Auch eine kleine Anlage wie Riesa könne da einen Beitrag leisten - wenn auch in kleinerem Ausmaß als die großen Zoos.

Wie viel Geld letztendlich pro Jahr zusammenkommen wird, das ist offen. "Ich bin ehrlich gespannt, wie der Ertrag aussehen wird", sagt Marco Müller. Die Tierpark-Chefin ist aber optimistisch: Von anderen Anlagen kenne sie solche Spendentrichter - und die seien tatsächlich sehr beliebt.

Der erste Test steht schon am Sonnabend an - ab dann öffnet immer am Wochenende auch wieder der Innenbereich des Tierparks, wo der Spendentrichter zu finden sein wird. Ansonsten ist der Tierpark nach wie vor täglich von 10 bis 16 Uhr geöffnet. (SZ/stl)