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Hoffnung für krebskranken Riesaer

Ein 69-Jähriger versucht vergeblich, sein Attest für eine vorgezogene Corona-Impfung loszuwerden. Nun hat der Freistaat reagiert.

Das Impfzentrum in der Riesaer Sachsenarena. Nun haben schwer Kranke Chancen auf einen früheren Impftermin.
Das Impfzentrum in der Riesaer Sachsenarena. Nun haben schwer Kranke Chancen auf einen früheren Impftermin. © Eric Weser

Riesa/Dresden. Bis zum 80. Geburtstag sind es für Horst Dame (Name geändert) noch zehn Jahre hin. Und deshalb fällt er auch noch lange nicht in die Prioritätengruppe 1 der gegen Corona zu impfenden Personen. Als Krebskranker aber hat er eine Impfung dringender nötig als gesunde Altersgenossen - und deshalb hat er sich schon Mitte Februar einen Bescheid von seiner Hausärztin ausstellen lassen, dass er gemäß Corona-Impf-Verordnung in eine höhere Prioritätengruppe falle.

Doch lange wollte niemand sein Attest sehen - weder im Riesaer Impfzentrum, noch im Meißner Gesundheitsamt, noch bei der Impf-Hotline. Statt dessen hieß es, der Freistaat wolle eine Härtefallkommission für solche Fälle einrichten. Schließlich gibt es in Sachsen unzählige Menschen mit einem Anliegen wie Horst Dame. Da gilt es, eine Reihenfolge nach Dringlichkeit zu bilden.

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Zwei Ärzte und ein Expertengremium

Nun, knapp zwei Wochen später, kommt aus dem zuständigen Sozialministerium eine Antwort an sächsische.de: Man habe nun eine "Härtefallstelle" eingerichtet, teilt Referentin Theresa Schmotz mit. Dort könnten Betroffene einen Antrag auf bevorzugte Schutzimpfung stellen. Seit Dienstag gäbe es dafür eine Geschäftsstelle.

Die ärztliche Beratung erfolgt durch zwei Ärzte. In schwierigen oder unklaren Fällen kann ein Expertengremium hinzugezogen werden. Die Entscheidung wird durch die Geschäftsstelle an die Antragstellenden gesendet und gilt als Impfberechtigung in den jeweiligen Prioritätsstufen.

Der Einzelfall-Antrag gilt für die Fälle, die über die aktuelle Priorisierung nicht gedeckt sind und bei denen nach ärztlicher Beurteilung und Prüfung durch die Einzelfall-Stelle ebenfalls ein (sehr) hohes Risiko für einen schweren oder tödlichen Krankheitsverlauf nach einer Infektion mit dem Sars-CoV-2-Virus besteht.

Laut Gesundheitsministerin Petra Köpping sei die Priorisierung im Moment noch notwendig, weil noch nicht hinreichend Impfstoff für die Gesamtbevölkerung zur Verfügung steht.

Wer bisher schon formlos einen Antrag ans Sozialministerium, DRK, Krankenkasse o. ä. gerichtet hat, möge trotzdem den förmlichen Antrag nutzen und an die Einzelfallstelle schicken. Für einen Antrag füllen die Antragsteller vollständig das Antragsformular »Antrag auf Priorisierung für Corona-Schutzimpfung aus medizinischen Gründen« aus und senden es gemeinsam mit der ärztlichen Beurteilung ans Ministerium.

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