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Stahl Riesa richtet sich neu aus

Zum Saisonende scheiden Bernd Kalies und Olaf Sachse aus dem Vorstand der BSG aus. In Radebeul sichert sich der BC die Dienste eines Ex-Viertliga-Kickers.

Von Jens Jahn & Jürgen Schwarz
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Denny Krahl (rechts) ist der Neue im Team des Radebeuler BC. Unser Foto zeigt den Ex-Profi im April 2019 noch im Bautzener Trikot. Damals spielte Budissa gegen Altglienicke.
Denny Krahl (rechts) ist der Neue im Team des Radebeuler BC. Unser Foto zeigt den Ex-Profi im April 2019 noch im Bautzener Trikot. Damals spielte Budissa gegen Altglienicke. © Archiv: Torsten Zettl

Riesa. Es las sich zunächst wie eine Meldung, die man zur Kenntnis nimmt und schnell wieder zur Tagesordnung übergeht. Kurz und bündig teilte die BSG Stahl Riesa in einer Presseerklärung mit: „Bei der Sitzung des Aufsichtsrates teilten Bernd Kalies sowie Olaf Sachse mit, dass sie den Vorstand zum 30. Juni 2022 verlassen werden - aus beruflichen bzw. privaten Gründen.“

Erst Anfang des Jahres hatte die BSG bekanntgegeben, dass Mario Oster als fünftes Mitglied in den Vorstand aufgenommen wurde, nachdem er die Funktion des sportlichen Leiters im Männerbereich übernommen hatte. „Bernd Kalies und Olaf Sachse gehören weiterhin der Stahl Riesa GmbH an und engagieren sich damit auch in Zukunft für den Verein“, gibt Oster Entwarnung in Richtung jener, die hinter der Pressemitteilung schwere Probleme in der Führungsetage der BSG Stahl gewittert hatten.

„Wir wollen das traditionell berüchtigte Stahlfeuer wieder entfachen. Unsere tolle Nachwuchsarbeit im Verein wurde zu wenig belohnt“, sagt Oster. „Viele talentierte Jungs sind weggegangen. Das muss sich ändern. Wir wollen eine Stahl-Elf formen, mit jungen Eigengewächsen und Routiniers, die das Riesaer Blut in sich haben. Ein Team, mit dem sich auch unsere zahlreichen Fans wieder identifizieren können.“

Platz zehn ist das ambitionierte Ziel

Die erste Männer-Mannschaft, trainiert von Ex-Profi Karsten Oswald, steht in der Landesliga vor einem knallharten Kampf um den Klassenerhalt. Am 26./27. März wird die Saison mit dem zwölften Spieltag fortgesetzt, die Riesaer werden voraussichtlich eine Woche früher ihr Nachholspiel in Wilsdruff bestreiten. Stahl ist Tabellen-13., Rang zehn ist mindestens notwendig, um der Abstiegsrunde zu entgehen.

Angesichts der Tatsache, dass die 20 Teams der Landesliga teilweise noch bis zu zehn Hinrunden-Partien zu absolvieren haben, die Saison aber am 25. Juni beendet wird, steht jetzt schon fest, dass anschließend eine komplette Abstiegsrunde nicht mehr gespielt werden kann. „Der 19. Spieltag ist nach gegenwärtiger Planung für das Wochenende 21. und 22. Mai vorgesehen“, sagt Volkmar Beier, SFV-Vorsitzender des Spielausschusses. Über den danach folgenden Modus einer reduzierten Meister- und Abstiegsrunde, zum Beispiel durch Einteilung der Ansetzungen nach Losentscheid, will der SFV unmittelbar nach dem Re-Start entscheiden.

Karsten Oswald sieht die anstehenden personellen Veränderungen im Vorstand der BSG Stahl pragmatisch: „Wir werden in der kommenden Woche Gespräche führen, auch was meine Zukunft betrifft. Dabei sind Bernd Kalies und Olaf Sachse für mich weiterhin wichtige Ansprechpartner.“ Inwieweit ein Abstieg in die Landesklasse „Ossis“ Trainer-Engagement in Riesa beeinflussen würde, sei dahingestellt.

„Es ist für mich persönlich nicht maßgebend, in welcher Liga wir spielen. Natürlich unternehmen wir alles, in der Landesliga zu verbleiben, aber das wird eine ganz enge Kiste. Es müssen viele Rädchen ineinandergreifen, damit wir das hinbekommen. Ich denke, jeder im Verein weiß und sieht, dass wir alle im Trainingsprozess viel investieren, aber wir müssen die sportliche Qualität objektiv zur Kenntnis nehmen.“

"Acht Absteiger wären nicht zu vermitteln"

Den von Mario Oster avisierten Weg, zukünftig in erster Linie über den eigenen Nachwuchs die Männer-Teams zu bestücken, sieht Oswald als richtig an. „Sicher wird es nie ohne zwei, drei externe Spieler mit Führungsqualitäten gehen. Aber es wäre schon sehr wichtig, wenn die Jungs, die hier ausgebildet werden, auch mal vier, fünf Jahre bleiben und für die BSG Stahl um Punkte spielen. Und auch der Kostenfaktor spielt dabei eine gewichtige Rolle.“

Zum anstehenden Modus der Meisterschaft sagt Oswald: „Ich denke, wir werden nur die Hinrunde zu Ende spielen können. Es wird auch weiterhin Spielausfälle aufgrund von Corona-Fällen geben, daher ist es gut, dass wir dann noch drei, vier Wochenenden bis Ende Juni in der Reserve haben. Allerdings halte ich es für nicht realisierbar, nach einer gespielten Hinrunde an der Abstiegsregelung festzuhalten. Bis zu acht Absteiger wären nicht zu vermitteln.“

Derweil hat der Radebeuler BC einen weiteren Ex-Profi unter Vertrag genommen. Der 30 Jahre alte Denny Krahl spielte bis zum 30. Juni 2021 beim Viertligisten Chemie Leipzig, war danach ohne Verein. Der Linksfuß bestritt 160 Regionalligapartien, u. a. für Budissa Bautzen und den ZFC Meuselwitz. Am Samstag testen die Karl-May-Städter ab 13.15 Uhr im heimischen Weinbergstadion gegen das Landesklasse-Team des Königswarthaer SV.