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Riesaer hofft auf buntere Pflanzkübel

An der Dimensionierung könne man nichts mehr machen, sagt Dieter Nötzoldt. Er würde sich aber wünschen, dass zumindest Farbe ins Spiel kommt.

Tiermotive statt graue Fläche? Die Seiten der Pflanzkübel entlang der Riesaer Hauptstraße könnten ähnlich wie in diesem Entwurf umgestaltet werden, wünscht sich Dieter Nötzoldt.
Tiermotive statt graue Fläche? Die Seiten der Pflanzkübel entlang der Riesaer Hauptstraße könnten ähnlich wie in diesem Entwurf umgestaltet werden, wünscht sich Dieter Nötzoldt. © Dieter Nötzoldt

Riesa. Die Bepflanzung entlang der Riesaer Hauptstraße sorgt weiter für Diskussionen. Nachdem Anfang Mai  im Bauausschuss noch einmal lebhaft und kontrovers über die Pflanzkübel auf dem Boulevard diskutiert worden war, hat sich jetzt der Riesaer Dieter Nötzoldt in einem Brief an die SZ gewendet. Anlass war ein Foto aus der Wochenend-Ausgabe, das die Begrünung in den Kübeln zeigte. 

"Nachdem am Wochenende wieder mal ein wunderschönes Foto eines Teils unserer Hauptstraße erschien, möchte ich mich doch nochmal dazu äußern", schreibt Dieter Nötzoldt. "Wer, außer dem geschulten Auge des Fotografen, schaut aus dieser Perspektive über die Grüncontainer unseres Boulevards?" Sicher gebe es derzeit wichtigere Probleme, so Nötzoldt unter Anspielung auf die Corona-Krise, "aber die gehen hoffentlich bald vorbei und es bleiben wieder auf die kältere Jahreszeit zugehend unsere grauen Stadtmöbel und die dazugehörigen bulligen Pflanzkübel." 

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Tiermotive und Sehenswürdigkeiten

Es sei für ihn unverständlich, "wie in einer Zeit von 3D-Computeranimation eine solche Überdimensionierung zustande kam. Selbst ein simpler Modellbau hätte die Verhältnisse gezeigt." Er wolle aber nicht nur mosern, betont Nötzoldt - und macht stattdessen Vorschläge, um das Beste aus den vorhandenen Möbeln zu machen und sie aufzuwerten. "Da es schöne glatte Seitenflächen gibt, könnte man sie mit farbigen Folienflächen, Motiven unserer heimischen Tierwelt, historischen Stadtansichten oder anderen informativen Fotos, zum Beispiel von touristischen Sehenswürdigkeiten der Umgebung, gestalten", schlägt der Riesaer vor. 

Das Thema treibe ihn im Grunde schon so lange um, wie die Kübel nun schon auf dem Boulevard stehen. Nicht zuletzt, weil er seinerzeit im Auftrag des Riesaer Künstlers Lutz Peschelt einen alternativen Vorschlag für die Hauptstraßenmöblierung gezeichnet hatte. "Nachdem das Maß der Kübel klar war, habe ich mich damit befasst, wie man retten kann, was zu retten ist." Die drastischen Worte will er nicht missverstanden wissen: "Es ist nicht böse gemeint gegenüber denen, die es gebaut haben." Aber die Menschen sähen eben die Summe, die dafür ausgegeben wurde - und wie das nun wirkt.

Vielleicht sei ja von der Fördersumme doch noch etwas übrig, um diese oder andere gute Vorschläge umzusetzen und die vorhandenen Kübel "aufzuhübschen", so Nötzoldt weiter. Er habe diesen Vorschlag auch schon an Stadtrat Gunnar Hoffmann von der Fraktion Gemeinsam für Riesa herangetragen, der sich in der Vergangenheit mehrfach kritisch über die Boulevardgestaltung geäußert hatte. 

Stadt plant derzeit keine Änderungen

Ähnliche Ideen waren auch schon Anfang des Jahres ins Gespräch gebracht worden, nachdem sich erstmals die Diskussion um die Begrünung entzündet hatte. Freie-Wähler-Stadtrat Stefan Schwager hatte vorgeschlagen, die grauen Kübel von außen zu verkleiden oder mit künstlerischen Graffiti zu gestalten, um ihnen ein freundlicheres Äußeres zu geben. 

Welche Idee nun umgesetzt wird, das ist Dieter Nötzoldt im Grunde egal, sagt er. Hauptsache, das Grau weicht einem Farbtupfer. Es müsse ja nicht gleich eine knallige Farbe sein. "Aber Riesa ist schon nicht sehr bunt, warum also Anthrazit?" Im Rathaus allerdings sind diese Vorschläge offenbar noch nicht angekommen. "Die Verwaltung kennt dieses Ansinnen nicht", teilt Stadtsprecher Uwe Päsler auf Nachfrage mit. "Es bestehen derzeit auch keine Absichten, an den Kübeln nochmals etwas zu ändern." 

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