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Sachsen

Mit Kadaverspürhunden gegen die Schweinpest

Im Kampf gegen die Schweinepest bildet Sachsen in einem Pilotprojekt Spürhunde aus. Das kostet viel, dauert Wochen und ist nicht einfach für Tier und Mensch.

Parson Russell Terrier "Distel" reagiert an präparierten Kisten während der Ausbildung zum Kadaverspürhund im Kampf gegen die Afrikanische Schweinepest.
Parson Russell Terrier "Distel" reagiert an präparierten Kisten während der Ausbildung zum Kadaverspürhund im Kampf gegen die Afrikanische Schweinepest. © Matthias Rietschel/dpa-Zentralbild

Ottendorf-Okrilla. Mitten auf einem Waldweg stehen verschiedene Holzkisten - nur in einer ist ein Spielzeug und Futter versteckt. Der braun-weiße Münsterländer geht mit seinem Herrchen von Kiste zu Kiste, schließlich bleibt er an einer stehen, schnüffelt aufgeregt und legt sich hin. "Kadaver gefunden", ruft Hundeführer Laurent Heimen und lobt seine Qesra. In der Laußnitzer Heide nördlich von Dresden steht an diesem Nachmittag Training für Hund und Herrchen an. In einem mehrwöchigen Kurs lassen acht Jäger ihre Hunde zum Kadaverspürhund ausbilden. Ab Anfang September sollen sie in Ostsachsen eingesetzt werden, um im Kampf gegen die Afrikanische Schweinepest (ASP) tote und infizierte Wildschweine aufzuspüren - vor allem im Dickicht und in schwer zugänglichem Gelände.

Bisher waren vor allem Spürhunde aus anderen Bundesländern im Freistaat unterwegs, um bei der Suche nach toten Wildschweinen zu helfen. In einem Pilotprojekt bildet Sachsen nun selbst die ersten Hunde aus. "Als Jäger fühle ich mich ein Stück verpflichtet", sagt Heimen. Die Ausbildung bringe Hund und Herrchen an die Grenzen, sagt er. Morgens gehe es los, bis zum Nachmittag wird ein Hektar Wald abgesucht. Das Ziel: Gut versteckte Wildschweinschwarte zu finden. So werden die Vierbeiner für ihren späteren Einsatz vorbereitet. Viele Stunden lang suchen, mehrere Kilometer zurücklegen und die Nase immer im Einsatz: "Für den Hund ist das Hochleistungssport", sagt Heimen. Nach dem Kisten-Training geht es weiter in den Wald. Nach wenigen Minuten hat Qesra das Stück Schwarte samt Fell gefunden.

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Trainer Andreas Kiefer ist zufrieden. Der 50-Jährige ist Diensthundelehrwart bei der Bundespolizei, hat schon in anderen Bundesländern Hunde und Herrchen für die Suche nach Kadavern trainiert und nun die Ausbildung für das sächsische Projekt übernommen. "Der Hund muss seine Nase trainieren", sagt der Hauptkommissar. Erst sucht der Hund in den Kisten nach seinem Spielzeug, später kommt Wildschweinwarte dazu und das Spielzeug wird weggelassen. So lange, bis das Tier den Wildschweingeruch selbst in der geschlossenen Kiste aufspürt. Dann geht es in den Wald.

Hundeführer Laurent Heimen mit seinem Münsterländer "Qesra" bei der Ausbildung zum Kadaverspürhund.
Hundeführer Laurent Heimen mit seinem Münsterländer "Qesra" bei der Ausbildung zum Kadaverspürhund. © Matthias Rietschel/dpa-Zentralbild

Sechs Wochen dauert der Lehrgang - trainiert wird jeden Tag. "Es braucht viele Wiederholungen, um das bei dem Hund auf die Festplatte zu speichern." Haben Vierbeiner und Hundeführer die Prüfung bestanden, können zwei Teams Gebiete bis zu 100 Hektar am Tag durchsuchen, sagt Kiefer.

Mit rund 10.000 Euro beziffert das Gesundheitsministerium die Kosten für das Pilotprojekt, das der Jagdgebrauchshundeverband federführend organisiert. "Es ist enorm wichtig, die Wildschweinkadaver so schnell wie möglich zu finden und zu bergen, denn es handelt sich um tickende Infektionsbomben", sagt Gesundheitsstaatssekretär Sebastian Vogel. Neben Spürhunden kommen zudem Drohnen zum Einsatz, auch Menschen suchen nach Kadavern. Ein tierische Spürnase könne aber ungefähr zehn menschliche "Fallwildsucher" ersetzen.

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Ein Hund schnüffelt nahe Ottendorf-Okrilla an präparierten Kisten. Spürhunde sollen zur Unterbrechung der Infektionsketten für die regelmäßige, systematische Suche nach verendeten Tieren eingesetzt werden.
Ein Hund schnüffelt nahe Ottendorf-Okrilla an präparierten Kisten. Spürhunde sollen zur Unterbrechung der Infektionsketten für die regelmäßige, systematische Suche nach verendeten Tieren eingesetzt werden. © Matthias Rietschel/dpa-Zentralbild

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