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Kommentar zum Tarifstreit: Staatsdiener greifen tief in die Steuerkasse

Mit immer größeren Streiks wird der Tarifstreit im öffentlichen Dienst härter. Doch die Forderungen der Gewerkschaften sind zu hoch. Ein Kommentar.

Von Gunnar Saft
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Die aktuelle Tarifrunde im öffentlichen Dienst ist erst einmal gescheitert. Doch die Forderungen der Gewerkschaften sind zu hoch - und müssen von allen Steuerzahlern beglichen werden, kommentiert Gunnar Saft.
Die aktuelle Tarifrunde im öffentlichen Dienst ist erst einmal gescheitert. Doch die Forderungen der Gewerkschaften sind zu hoch - und müssen von allen Steuerzahlern beglichen werden, kommentiert Gunnar Saft. ©  Christian Juppe

Wie gut sich ein plötzlicher Lohnanstieg um acht Prozent plus einer steuerfreien Einmalzahlung von 3.000 Euro anfühlt, kann sich jeder von uns leicht vorstellen. Was die meisten Arbeitnehmer in Deutschland dagegen nicht können, ist, sich tatsächlich einmal über ein solches Gehaltsplus zu freuen.

Für die Gewerkschaften, die die Interessen der 2,5 Millionen Angestellten des öffentlichen Dienstes von Bund und Kommunen in der aktuellen Tarifrunde vertreten, war dieses Angebot dennoch immer noch nicht gut genug – sie fordern mehr. Das muss man als Außenstehender erst einmal verstehen lernen.

Knallhart setzen die Gewerkschaften dabei auf einen einzigartigen Machthebel, der allein dem öffentlichen Dienst zur Verfügung steht: Nur dort kann man den Staat und damit alle Bürger mit Streiks so gewaltig unter Druck setzen. Dabei treffen Inflation und Preisanstieg jeden.

Für alle anderen Arbeitnehmer, in deren Branchen solche Maximalforderungen nicht umsetzbar sind, ist das doppelt bitter: Als Steuerzahler würden sie für die enormen Kosten der angestrebten Tariferhöhung von 10,5 Prozent aufkommen müssen – allein in Sachsen mit zusätzlich 750 Millionen Euro pro Jahr.

Für den öffentlichen Dienst könnte sich ein solches Ergebnis, sollte es am Ende tatsächlich erreicht werden, deshalb noch als Pyrrhussieg erweisen. Weil jeder Bürger versteht, sozial gerecht geht eigentlich anders, droht ein Vertrauensverlust in den Staat und seine Mitarbeiter.

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