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Sachsen

Kurt Biedenkopf - Bilder eines Lebens

In den 90er Jahren hat er die sächsische Politik geprägt: Kurt Biedenkopf. Oft wurde er nur "König Kurt" genannt. Seine politische Karriere in Bildern.

Kurt Biedenkopf (CDU) winkt in Dresden als neuer Besitzer eines gelben Trabant 601 vom Beifahrersitz den Fotografen zu. Das Auto mit dem Kennzeichen BI-KO 601 ist eine Geschenk der Organisatoren des Trabantfahrertreffens in Zwickau.
Kurt Biedenkopf (CDU) winkt in Dresden als neuer Besitzer eines gelben Trabant 601 vom Beifahrersitz den Fotografen zu. Das Auto mit dem Kennzeichen BI-KO 601 ist eine Geschenk der Organisatoren des Trabantfahrertreffens in Zwickau. © dpa

Der langjährige sächsische Ministerpräsident Kurt Biedenkopf ist tot. Der CDU-Politiker sei am Donnerstagabend im Kreis seiner Familie friedlich eingeschlafen, teilte die Sächsische Staatskanzlei am Freitag mit. Biedenkopf wurde 91 Jahre alt.

Bilder seiner politischen Karriere:

Kurt Biedenkopf wurde am 28. Januar 1930 in Ludwigshafen am Rhein in Rehinland-Pfalz geboren und lebte mit seiner Familien zunächst in Schkopau bei Merseburg (Sachsen-Anhalt) und später in Hessen, wo er auch sein Abitur ablegte.

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1949: Der junge Kurt Biedenkopf (3. v. links) mit seinem Vater, seinen beiden Brüdern sowie seinem Großvater.
1949: Der junge Kurt Biedenkopf (3. v. links) mit seinem Vater, seinen beiden Brüdern sowie seinem Großvater. © privat

Biedenkopf war am 28. Januar 1930 in Ludwigshafen zur Welt gekommen. 1973 wurde der Rechtsprofessor auf Vorschlag des damaligen Parteichefs Helmut Kohl Generalsekretär der CDU. Später avancierte er zum Rivalen Kohls.

1975 mit dem damaligen CDU-Vorsitzenden Helmut Kohlzu Beginn einer Sitzung des CDU-Bundesvorstandes in Bonn.
1975 mit dem damaligen CDU-Vorsitzenden Helmut Kohlzu Beginn einer Sitzung des CDU-Bundesvorstandes in Bonn. © dpa

Der CDU-Politiker machte Karriere in beiden Teilen Deutschlands und führte Sachsen von 1990 bis 2002 als Regierungschef.

1992 beim "Tag der Sachsen" in Freiberg.
1992 beim "Tag der Sachsen" in Freiberg. © Zentralbild

1992 kam die Queen zum dritten Mal nach Deutschland, ihr erster Besuch nach dem Fall der Mauer. Dabei machte sie den Städten Köln, Berlin, Dresden, Leipzig und Potsdam ihre Aufwartung.

1992 besuchte die englische Königin Elizabeth II. Dresden.
1992 besuchte die englische Königin Elizabeth II. Dresden. © Sächsische Zeitung/Dirk Bunzel

Sachsen erlebte unter seiner Führung in den 1990er Jahren eine Gründerzeit. Drei Mal beschaffte er der Union im Freistaat bei Landtagswahlen eine absolute Mehrheit. Die Sachsen nannten ihn "König Kurt".

1998 mit dem damaligen CDU/CSU Fraktionschef Wolfgang Schäuble
1998 mit dem damaligen CDU/CSU Fraktionschef Wolfgang Schäuble © dpa

Mit Angela Merkel verband Kurt Biedenkopf ein inniges Verhältnis.

1999 mit der damaligen CDU-Generalsekretärin Angela Merkel.
1999 mit der damaligen CDU-Generalsekretärin Angela Merkel. © dpa

Als sich der damalige Bundespräsidenten Johannes Rau im Sommer 2000 operieren ließ, übernahm Kurt Biedenkopf vertretungsweise das Amt des Bundespräsidenten. Als Bundesratspräsident war er nach der Verfassung zu dieser Vertretung verpflichtet.

2000 mit dem damaligen Bundespräsidenten Johannes Rau.
2000 mit dem damaligen Bundespräsidenten Johannes Rau. © dpa-Zentralbild

Als Wladimir Putin 2001 zu einem dreitägigen Staatsbesuch in Deutschland war, besuchte er gemeinsam mit seiner Ehefrau auch die sächsische Landeshauptstadt. In Dresden traf er dann auch Ministerpräsident Kurt Biedenkopf.

2001 mit dem russischen Präsident Wladimir Putin in Dresden.
2001 mit dem russischen Präsident Wladimir Putin in Dresden. © dpa-Zentralbild

Das Verhältnis mit Biedenkopfs Nach-Nachfolger Stanislaw Tillich war angespannt. Biedenkopf gab 2017 in einem Interview mit der Zeit Tillich die Schuld am schlechten Abschneiden der CDU in Sachsen bei der Bundestagswahl. Tillich hätte für das Amt die "Vorbildung" gefehlt sagte Biedenkopf damals. Tillich sei für das Amt ursprünglich nicht vorgesehen gewesen: "Er hat das nie gelernt." Ein Ministerpräsident dürfe nicht scheu sein, wenn es um Entscheidungen gehe.

2008: Mit dem damaligen Ministerpräsidenten Stanislaw Tillich bei der Wiederinbetriebnahme der Weisseritztalbahn.
2008: Mit dem damaligen Ministerpräsidenten Stanislaw Tillich bei der Wiederinbetriebnahme der Weisseritztalbahn. ©  Ronald Bonss

Seit 1979 war Kurt Biedenkopf mit Ingrid Biedenkopf verheiratet. Sie lebten von 2012 bis 2018 in Übersee (Chiemgau) und seitdem nur noch in Dresden.

2016 mit seiner Ehefrau Ingrid
2016 mit seiner Ehefrau Ingrid © Robert Michael

Der Familienzusammenhalt war groß. So lebt auch Schwiegertochter Tina Kuhbier in Sachsen.

2006: Tina Kuhbier (M.) zeigte in ihren neuen Laden auf der Rähnitzgasse ihren Schwiegereltern Ingrid und Kurt Biedenkopf das Angebot.
2006: Tina Kuhbier (M.) zeigte in ihren neuen Laden auf der Rähnitzgasse ihren Schwiegereltern Ingrid und Kurt Biedenkopf das Angebot. © SZ / Marion Gröning

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Kurt Biedenkopf ließ es sich nicht nehmen, auch im hohen Alter noch zum Semperopernball zu gehen. 2017 begleitete ihn seine Enkelin.

2017 mit seiner Enkelin Paulina beim Dresdner Semperopernball.
2017 mit seiner Enkelin Paulina beim Dresdner Semperopernball. © Robert Michael

Zu seinem 90. Geburtstag kam auch Angela Merkel. Bei der Feier in der Dresdner Frauenkirche sprach sie ihn mehrfach mit „lieber Kurt“ an und würdigt ihn als „Quer-, Vor- und Neudenker“.

2020 mit Bundeskanzlerin Angela Merkel un Ingrid Biedenkopf beim 90. Geburtstag des Politikers in der Dresdner Frauenkirche.
2020 mit Bundeskanzlerin Angela Merkel un Ingrid Biedenkopf beim 90. Geburtstag des Politikers in der Dresdner Frauenkirche. © dpa-Zentralbild

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