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Sächsische Behörden suchen russischen Schwerverbrecher

Europol startet eine Kampagne auf der Suche nach Europas meistgesuchten Verbrechern. Mit dabei ist auch ein Fall aus Sachsen.

Von Alexander Schneider
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Einer der meistgesuchten Schwerverbrecher Europas: Sachsens Behörden suchen nach Khadzhimurat Chichaev.
Einer der meistgesuchten Schwerverbrecher Europas: Sachsens Behörden suchen nach Khadzhimurat Chichaev. © Europol

Dresden. Im Zuge einer Europol-Kampagne fahnden die Staatsanwaltschaft Dresden und das Landeskriminalamt (LKA) Sachsen nach einem mit europäischem Haftbefehl gesuchten Schwerverbrecher.

Der 53-jährige Khadzhimurat Chichaev ist russischer Staatsbürger und rechtskräftig verurteilt, wie die Behörden am Mittwoch mitteilten. Er sei im August 2018 während des Prozesses wegen versuchter schwerer Erpressung aus Deutschland geflohen, im Januar 2020 in Abwesenheit schuldig gesprochen und zu einer Freiheitsstrafe von dreieinhalb Jahren verurteilt worden.

Bereits im Herbst 2018 hatte Sächsische.de von der Flucht des Angeklagten berichtet. Der Mann war wenige Tage nach seiner Entlassung aus der Untersuchungshaft untergetaucht. Kaum auf freiem Fuß soll der damals 50-Jährige auch seine in Sachsen lebende Ehefrau angegriffen und in Todesgefahr gebracht haben. Nach dem Tschetschenen wurde schon damals mit internationalem Haftbefehl gesucht, auch unter dem Namen Khadzhimurat Usaevic Faber.

Die Ermittler vermuten den Mann, der als gefährlich gilt, bei seiner in der russischen Teilrepublik Tschetschenien lebenden zweiten Ehefrau. Es lägen aber auch Hinweise zu Aufenthalten in Schweden, den Vereinigten Arabischen Emiraten und Belarus vor. Der Gesuchte habe neben seinem russischen Pass einen in Schweden ausgestellten Flüchtlingspass mit falschem Namen und könne auch unter dem Namen Khadzhimurat Faber auftreten.

Er wird als 1,89 Meter groß und schlank, mit dunkelbraunem Haar und eventuell Vollbart, blauen Augen sowie je einer Narbe an der linken und rechten Wange als Auffälligkeit beschrieben. Der Gesuchte spricht Russisch, Tschetschenisch sowie gebrochen Deutsch und Schwedisch. Die Ermittler hoffen auf Hinweise zum Aufenthaltsort des Mannes. (mit dpa)