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Sächsische Schweiz: Großer Zschand gesperrt

Immer mehr Bäume im Elbsandsteingebirge brechen zusammen. Ein zentraler Zugang zum Nationalpark ist jetzt bis auf Weiteres dicht.

Gefahr von oben: Der Weg durch den Großen Zschand ist gesperrt. Auch für Fußgänger.
Gefahr von oben: Der Weg durch den Großen Zschand ist gesperrt. Auch für Fußgänger. © Marko Förster

Die Lage in den Wäldern der Sächsischen Schweiz spitzt sich zu. Nachdem der Nationalpark vor wenigen Tagen aufgrund unzähliger Baumstürze bereits ein Dutzend kleinerer Wanderwege für unpassierbar erklärt hat, ist nun einer der wichtigsten Zugänge zu hinteren Teil des Elbsandsteingebirges betroffen: der Große Zschand.

Der Weg durch den Großen Zschand, auch Zeughausstraße genannt, bleibt bis auf Weiteres aus Sicherheitsgründen gesperrt. Das teilte die Nationalparkverwaltung am Freitagabend mit. Der breite Weg führt von der Neumannmühle im Kirnitzschtal zum Gasthaus Altes Zeughaus und weiter. Er ist Teil der offiziellen Radrouten durch den Nationalpark und Ausgangspunkt für viele Wanderungen und Klettertouren.

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Die Fichten, die in dem beeindruckenden Canyon auf kleinen Felsbalkonen und engen Klüften wuchsen, sind in den vergangenen drei Jahren durch den Borkenkäfer fast vollständig abgestorben. Zahllose Baumstürze hat die Nationalparkverwaltung seither schon entfernt. "Aber jetzt ist nach Einschätzung der Experten der Punkt erreicht, wo die Straße über einen längeren Zeitraum für jegliche Nutzung gesperrt werden muss", erklärt Nationalparksprecher Hanspeter Mayr. Damit sollen Gefahren für Leib und Leben der Besucher sowie der Nationalparkmitarbeiter ausgeschlossen werden.

Sperrung ab Parkplatz Neumannmühle

Gesperrt ist der untere Abschnitt des Großen Zschands vom Parkplatz Neumannmühle bis zum ersten abzweigenden Forstweg, dem E-Flügel. Die Sperrung gilt für Fußgänger, Radfahrer und auch für Autos, die dort mit einer Genehmigung fahren durften: die Inhaber der Gastwirtschaft Zeughaus sowie Feuerwehren und Bergwacht. Mit ihnen ist eine Umleitung abgestimmt.

Die Sperrung ist zunächst bis Ende März befristet. Es sei aber noch nicht absehbar, ob die die Gefahr dann vorbei ist. "An den komplizierten Felsstandorten ist eine sichere Fällung der abgestorbenen Fichten nicht möglich", erklärt Nationalparksprecher Mayr. Dort, wo sie möglich ist, wäre der technische Aufwand extrem und die Kosten entsprechend hoch.

Zusätzlich würde der Verlust von seltenen Biotopen und Arten drohen, was aus Naturschutzsicht nicht zu verantworten sei, erklärt Mayr. Der Große Zschand habe naturschutzfachlich einen sehr hohen Wert. Bedrohte Arten wie der Stängelumfassende Knotenfuß, das Gelbe Veilchen und der Feuersalamander haben hier ihre Lebensräume.

Alternativen für Wanderer

Für Fußgänger listet der Nationalpark mehrere Alternativen auf: Zum Beispiel den Zugang über die Buschmühle/Flügel E oder die Umgehung des gesperrten Abschnitts über die Spitzsteinschlüchte in Richtung Lorenzsteine und Winterstein. Eine weitere Alternative ist es, zunächst den Flößersteig entlang der Kirnitzsch zu laufen, um dann an der Felsenmühle in den Kleinen Zschand abzubiegen. Radfahrer können ebenfalls den Kleinen Zschand als Radroute nutzen.

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Der Parkplatz an der Neumannmühle ist weiterhin nutzbar. Dort sowie entlang der Kirnitzschtalstraße hatte die Nationalparkverwaltung bereits im vergangenen Jahr zahlreiche tote Fichten aus Sicherheitsgründen fällen lassen.

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