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Genial Sächsisch

Sind Sie ein Kochmuffel, Herr Fickert?

Die Not in der Küche machte Axel Fickert erfinderisch. Sein Ziel: weniger Stress.

© Norbert Millauer

Herr Fickert, wie kamen Sie auf den selbstrührenden Kochtopf? Sind Sie bei der Küchenarbeit einfach faul?

Ich gebe zu, ich bin in diesen Sachen schon etwas bequem. Aber ich versuche immer, Dinge möglichst effizient zu machen. Es ist also nicht nur die Faulheit.

OSTRALE Biennale O19

Die zweite Biennale und 12. OSTRALE widmet sich ab dem 11. Juni bis zum 1. September dem Leitgedanken „ismus“.

Wie haben Sie das denn beim Umrühren des Kochtopfes gemacht, bevor es Ihre Idee gab?

Ich habe früher häufig einen Mixer mit einem Seil an der Dunstabzugshaube über einem Kochtopf befestigt und diesen so umrühren lassen. Das hat nicht gut funktioniert. Von der Riesensauerei danach ganz zu schweigen ...

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Jetzt gibt es am Markt ja schon Rührhilfen. Warum braucht es Ihre Entwicklung trotzdem?

Wir haben solche Geräte getestet. Das Problem ist, dass diese auf den Topfrand aufgesetzt werden, meist sehr wackelig und leistungsschwach waren. Die größte Schwierigkeit aber war, dass sie meist gar keinen Bodenkontakt hatten. Das heißt, unter dem Rührer brannte das Kochgut trotzdem an. Das ist ärgerlich für den Kunden, der genau das verhindern wollte.

Nicht jeder hat einen Induktionsherd zu Hause. Könnten Sie nicht auch ein Rührwerk für gängige Elektroherde ohne Induktion entwickeln?

Natürlich würde so eine Unterstützung beim Kochen auch Leute mit solch einem Herd freuen. Aber unsere Erfindung basiert nun einmal auf der Induktion. Wir nutzen einen Teil der Energie des Herd-Magnetfeldes und verwenden sie zum Antrieb unseres Rührwerks. Beim normalen Herd entsteht nur Wärme, die wir allerdings für unsere Zwecke nicht nutzen können.

Wenn in Zukunft keiner mehr rühren muss, was machen wir in der Küche denn mit der ganzen Freizeit?

In Großküchen hilft das, den Stress geringer zu halten. Freizeit gibt es dadurch sicherlich nicht. Zu Hause entschleunigt es das Kochen, weil man nicht mehr überall gleichzeitig sein muss: am Topf, beim Schneiden und beim Schälen. Da bleibt künftig mehr Zeit für gute Gespräche und zum Naschen und Genießen.

Wie lange müssen wir denn warten, bis es Ihren selbstrührenden Kochtopf für den Hausgebrauch gibt?

In den nächsten Monaten beginnt die Testphase mit unseren Partnern aus der Gastronomie, die wir als Pilot-Kunden gewinnen konnten. Das Studentenwerk Dresden mit seinen Mensen ist unter anderem mit dabei. Wir hoffen, dass es den Topf in spätestens zwei Jahren auch für Hobbyköche gibt.

Interview: Jana Mundus

Der Elevator-Pitch

Skurriler geht's kaum. 50 Sekunden im Fahrstuhl aufwärts, es bleiben genau elf Stockwerke Zeit, eine wichtige Erfindung oder Idee vorzustellen. Wir haben es bei Sächsische.de im Dresdner Haus der Presse gefilmt. Dann öffnet sich die Fahrstuhltür, und nichts geht mehr. Schnitt, aus. Der Elevator-Pitch mit den Erfindern ist hier im Video zu sehen. Seinen Ursprung hat das Ganze darin: Erst mal muss man eine richtig gute Idee haben, und dann zufällig eine wichtige Person im Fahrstuhl treffen. Es bleibt genau diese Zeit, um von der Idee oder dem Produkt zu überzeugen. Kommt der Fahrstuhl an, verabredet man sich auf einen Termin oder sieht sich zu diesem Thema halt nie wieder.

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