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Vetter und Mihambo siegen in Dessau

Der Speerwerfer aus Dresden verfehlt seine Bestweite deutlich, freut sich aber über eine Erkenntnis. Dagegen überrascht sich die Weitsprung-Weltmeisterin selbst.

Speerwerfer Johannes Vetter bejubelt seinen Sieg im Dessauer Paul-Greifzu-Stadion.
Speerwerfer Johannes Vetter bejubelt seinen Sieg im Dessauer Paul-Greifzu-Stadion. © dpa/Hendrik Schmidt

Dessau-Roßlau. (dpa) - Auch mit einem verkürzten Anlauf hat Weitsprung-Weltmeisterin Malaika Mihambo beim Anhalt-Meeting in Dessau geglänzt. Die "Sportlerin des Jahres" kam am Dienstagabend vor 1000 Zuschauern im Paul-Greifzu-Stadion auf 7,03 Meter und setzte sich damit an die Spitze der Weltbestenliste. 

Speerwurf-Ass Johannes Vetter verpasste derweil seinen nächsten 90-Meter-Wurf. Der 27-Jährige von der LG Offenburg gewann dennoch mit 86,17 Metern. Zweiter wurde Andrian Mardare aus Moldau mit 84,41 Metern. Olympiasieger Thomas Röhler aus Jena hatte zuvor angekündigt, dass er in diesem Sommer keinen Wettkampf mehr bestreiten wird. 

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Vetter hatte am Sonntag in Chorzow/Polen mit 97,76 Metern die zweitbeste Weite der Leichtathletik-Geschichte erreicht und auch seinen deutschen Rekord von 94,44 Metern deutlich übertroffen. Besser als der Weltmeister von 2017 war bisher nur der Tscheche Jan Zelezny bei seinem Weltrekord am 25. Mai 1996 in Jena mit 98,48 Metern. 

Der für Offenburg startende Dresdner Vetter freute sich in der Bauhaus-Stadt aber über den Beweis seiner mentalen Stärke. Denn vor seinem letzten Versuch hatte ihm Mardare  die Führung entrissen. „Es ist schon gut, wenn mich einer kitzeln kann“, sagte Vetter.

Der Blick des 27-Jährigen geht aber schon viel weiter voraus. Denn nicht nur bei den Olympischen Spielen in Tokio im nächsten Jahr will Vetter Gold holen: „Ich nehme auch gerne zwei Olympiasiege“, deutete er eine Fortsetzung seiner Karriere zumindest bis zu den Sommerspielen 2024 in Paris an.

Sprang mit weniger Anlauf als üblich soweit wie keine andere Frau in diesem Jahr: Malaika Mihambo.
Sprang mit weniger Anlauf als üblich soweit wie keine andere Frau in diesem Jahr: Malaika Mihambo. © dpa/Hendrik Schmidt

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Mihambo lief wie angekündigt nur mit 16 statt 20 Schritten an - jubelte aber dennoch lauthals. Mit ihrem 7,03-Meter-Satz setzte sie ein dickes Ausrufezeichen. "Ich habe keine Ahnung, ich denke, dass ich es schaffe, aus dem kurzen Anlauf auch schnell zu sein. 7,03 Meter - wow! Ich bin wirklich begeistert", sagte Mihambo strahlend. Die WM-Zweite Marina Bech-Romantschuk aus der Ukraine kam auf 6,85 Meter. Dritte wurde mit 6,72 Metern die Weißrussin Nastassija Mirontschyk-Iwanowa, die mit 6,94 Metern bis dato in der Corona-Saison international an der Spitze stand.

Die 100 Meter der Männer gewann nach einem starken Schlussspurt überraschend Yupun Abeykoon Mudiyanselag aus Sri Lanka in 10,16 Sekunden vor dem deutschen Meister Deniz Almas vom VfL Wolfsburg (10,18). (dpa)

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