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Eislöwen gewinnen das ganz normal verrückte Derby

Die Eislöwen führen gegen die Lausitzer Füchse sicher, biegen dann auf die Verliererstraße und kommen wieder zurück. Jetzt wartet wieder eine Pause.

Von Alexander Hiller
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© Ronald Bonß

Dresden. Am Ende war die heißeste Diskussion vor dem DEL2-Derby der Dresdner Eislöwen gegen die Lausitzer Füchse offenbar völlig unerheblich. Die letzten beiden Partien der Weißwasseraner mussten aufgrund mehrerer Corona-Infektionen beim jeweiligen Gegner abgesagt werden. Hatte das Team von Trainer Petteri Väkiparta in den zehn Tagen unfreiwilliger Spielpause etwas Rost angesetzt oder sich etwa in der Zwischenzeit bestens erholt?

Die Antwort darauf bleibt offen. Weil das Derby am Freitagabend gefühlt von beiden Mannschaften gewissermaßen wie immer absolviert wurde. Giftig, hart, aufopferungsvoll, temporeich, emotional bis an die Haar- und Schlägerspitzen – und sportlich eng, der Spielverlauf dramatisch. Am Ende setzte sich der Spitzenreiter aus Dresden vor 1.000 Zuschauern in der heimischen Joynext-Arena – und damit unter den aktuellen Corona-Bedingungen ausverkaufter Kulisse – mit 4:3 (1:0; 1:3; 2:0) durch.

Vladislav Filin schien für die Hausherren zunächst zum Matchwinner zu avancieren. Der 26-jährige Deutsch-Russe hatte sein Schussglück wieder gefunden und zweimal zur 2:0-Führung eingenetzt (8., 25.). Das heißt in einem Derby nichts. Die Lausitzer nutzen ausgebufft zwei Überzahlsituationen durch Bennet Roßmy (33.) und Roope Mäkitalo (37.) zum Ausgleich.

Füchse nicht schön, aber schön effektiv

Bei den Dresdner brummten David Rundqvist und der gebürtige Lausitzer Arne Uplegger Zwei-Minuten-Strafen ab. Und die Füchse nutzen den Aufwind. 2,5 Sekunden vor der Schlusssirene für das zweite Drittel schloss Richard Mueller einen überfallartigen Angriff zum 2:3 (40.) ab. So könnte sich der Tabellenzwölfte in der Endphase der Normalrunde noch aus dem Tabellenkeller befreien. Nicht schön, aber schön effektiv.

Die besonderen Derby-Momente waren damit aber noch nicht aufgebracht. Bei einer neuerlichen Unterzahlsituation spritzte Dresdens junger Stürmer Matej Mrazek in einen schlampigen Pass der Füchse, schüttelte unterwegs mit einem unglaublichen Eissprint seinen Gegenspieler ab, spielte auch noch Torwart Tobias Ancicka aus und schob zum 3:3 (48.) ein. Eislöwen- Kapitän Jordan Knackstedt fälschte dann fünf Minuten vor Schluss einen Schuss zum 4:3 ab. Die Entscheidung.

Von Spielausfällen – bzw. -verlegungen sind nun auch die Eislöwen betroffen. Das Sonntag-Auswärtsspiel der Elbestädter bei den Kassel Huskies musste abgesagt werden. Die DEL2 teilte mit: „Aufgrund der bestehenden Quarantänemaßnahmen für Teile des Teams der Kassel Huskies und der damit verbundenen nachgewiesenen nicht erreichten Spielfähigkeit (9 plus 1) muss die Partie abgesagt und verlegt werden.“