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So startet der DSC das nächste Abenteuer Europa

Die Volleyballerinnen des Dresdner SC spielten wieder in der Champions League. Für den Klub ist das Chance und Zuschussgeschäft zugleich.

Von Michaela Widder
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Das DSC-Volleybalteam ist gut gelaunt vor der Abreise am Montag nach Polen.
Das DSC-Volleybalteam ist gut gelaunt vor der Abreise am Montag nach Polen. © DSC

Dresden. Fünf Jahre Pause, doch daran hat sich nichts geändert: Champions League im Volleyball – das muss man sich leisten wollen. Nicht nur dürfen. Während im Fußball allein Millionen an Prämien einzunehmen sind, ist die Königsklasse für den Dresdner SC weiterhin ein Zuschussgeschäft. „Wir geben dafür zusätzlich eine Summe im unteren sechsstelligen Bereich aus“, erklärt Geschäftsführerin Sandra Zimmermann auf SZ-Anfrage.

Dennoch war es für den deutschen Meister keine Frage, in der Champions League – erstmals wieder seit 2017 – anzutreten. „Das ist eine Ehre und auch ein Alleinstellungsmerkmal in der Stadt, nach dem wir streben“, meint die 35-Jährige und findet: „Die Chancen, die sich daraus ergeben, sind für uns enorm.“

Zum einen steigert der internationale Auftritt, der am Dienstag mit der Partie beim polnischen Vizemeister Rzeszow beginnt, die Attraktivität für Sponsoren, aber auch den Reiz für Spielerinnen, nach Dresden zu kommen.

„Ich liebe dieses Gefühl“

Schon sieben Mal konnte der Klub diese Erfahrung mit Trainer Alexander Waibl machen. „Ich liebe dieses Gefühl, dass du nichts zu verlieren hast, wenn du auf diesem hohen Level mitspielst“, sagt Kapitän Jennifer Janiska, die bereits mit Schwerin und ihrem vorherigen italienischen Klub Conegliano in der Königsklasse antrat.

Auch Waibl ist angetan vom „hohen Level“ auf europäischer Bühne und will mit seinem Team von den Auftritten so lange und so gut wie möglich profitieren. „Wir treten gegen die besten Teams Europas an. Es hilft, unser eigenes Spiel weiter zu steigern und erfolgreicher zu werden.“

Der erste Gegner in der Gruppe ist kein unbekannter, der DSC spielte bereits in der Vorbereitung gegen die Polen. Rzeszow sei eine Mannschaft mit „brutaler Physis“, so Waibl. „Wir müssen deutlich konzentrierter und aggressiver auftreten. Das werden wir auch, weil das ein ganz anderes Spiel ist als gegen Erfurt.“ Der DSC hatte am Samstag nach einer intensiven Trainingswoche in einem umkämpften Ost-Duell mit Startschwierigkeiten noch 3:1 gesiegt.

Am Sonntag stand noch einmal eine Kraft- und Balleinheit sowie die Videovorbereitung auf dem Programm, bevor die Mannschaft am Montagmorgen um 8 Uhr im Bus saß und ins 690 Kilometer entfernte Rzeszow fuhr, eine 200.000-Einwohnerstadt im Südosten Polens am Rande der Karpaten. Noch am Abend absolvierten die Dresdnerinnen eine leichte Einheit. „Nach einer zehnstündigen Fahrt kann man aber nicht viel machen. Da ist die Verletzungsgefahr einfach zu groß“, kündigte Waibl bereits in Dresden an.

Die Partie, die beim Bezahlstreamingdienst EuroVolleyTV übertragen wird, beginnt 18 Uhr. Überraschend und „entgegen der sonstigen Europapokalgepflogenheiten“ (Waibl) wird das Team noch am selben Abend die Rückreise antreten. Das ist keine Frage der Kosten, sondern soll der Regeneration helfen. Die Mannschaft soll den Ruhetag am Mittwoch in Dresden verbringen, wie der Trainer erklärt. Denn für den Meister steht am Samstag mit dem Pokal-Viertelfinale in Suhl die nächste herausfordernde Aufgabe in dieser Woche an. Der DSC wird bereits am Freitag die Reise nach Thüringen antreten.

Das erste Heimspiel in der Champions League findet am 8. Dezember – coronabedingt ohne Zuschauer – gegen Russlands Meister Kaliningrad statt. Weiterer Gegner in der Gruppenphase ist der ukrainische Qualifikant Dnipro. „Es wäre schön, wenn wir es in die nächste Runde schaffen. Wir sind jung und unerschrocken“, sagt Spielführerin Janiska. Ins Viertelfinale kommen jeweils die Ersten aus insgesamt fünf Gruppen und die besten drei Zweitplatzierten.