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Dynamo steuert auf Geisterticket-Rekord zu

Neun Jahre nach dem Weltrekord will der Verein das Stadion erneut virtuell füllen - und damit Corona-Einbußen ausgleichen. 26.000 Karten wurden bereits verkauft.

Yannick Stark, Sebastian Mai und Kevin Broll präsentieren das Pokal-Geisterticket im XXL-Format. Und wer genau hinguckt, sieht den derzeit stattfindenden Rasenwechsel im Harbig-Stadion.
Yannick Stark, Sebastian Mai und Kevin Broll präsentieren das Pokal-Geisterticket im XXL-Format. Und wer genau hinguckt, sieht den derzeit stattfindenden Rasenwechsel im Harbig-Stadion. © Dynamo Dresden/Steffen Kuttner

Dresden. Das Stadion wird ausverkauft sein. Diese Prognose ist nicht mehr gewagt. Obwohl auch zu Dynamos DFB-Pokal-Heimspiel am 22. Dezember gegen den SV Darmstadt 98 wegen der Corona-Pandemie alle Plätze leer bleiben müssen, wurden bereits 26.000 Karten für die Partie verkauft. Diesen Stand hat der Verein am Donnerstagvormittag veröffentlicht - keine 24 Stunden nach dem Start der Aktion „30.000 Geister für Dynamo“.

"Die Resonanz ist mehr als nur beeindruckend", meinte Dynamos Interimsgeschäftsführer Enrico Kabus bereits am Mittwochabend, als 17.500 Tickets abgesetzt waren - und er sagte schon mal Danke an die Fans. "Wir waren und sind von der Aktion total überzeugt, einen Ansturm in diesem Ausmaß hätten wir uns aber nicht zu erträumen gewagt." Zwischenzeitlich musste der Verkauf am Stadion wegen des unerwartet großen Ansturms sogar vorerst gestoppt werden, weil alle vorhandenen Tickets der ersten Lieferung für den Moment vergriffen waren.

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Damit ist Dynamo auf dem besten Weg, den eigenen Rekord von vor neun Jahren zu übertreffen. Damals wurden die Dresdner vom Deutschen Fußballbund (DFB) nach massiven Ausschreitungen beim Pokalspiel in Dortmund zu einer Heimpartie ohne Zuschauer und 100.000 Euro Strafe verurteilt. Als Protest gegen das Urteil und auch gegen den DFB organisierten die Ultras daraufhin einen Geisterticket-Verkauf. 41.738 virtueller Karten wurden für das Heimspiel im März 2012 gegen den FC Ingolstadt abgesetzt. Weltrekord.

Ein Geisterticket für das Pokalspiel kostet fünf Euro

Knapp neun Jahre später sind Geisterspiele fast schon Alltag, der Hintergrund ist aber ein völlig anderer. Die Zuschauerbeschränkungen als Folge der Corona-Pandemie belasten zunehmend auch das Dynamo-Vereinskonto. Laut eigenen Angaben rechnet der Drittligist mit einem Verlust von sechs Millionen Euro in dieser Saison.

In den vergangenen Wochen und Monaten seien deshalb zahlreiche Anfragen und Anregungen von Fans und Mitgliedern eingegangen, und dabei der Wunsch formuliert worden, eine gemeinsame Aktion zu starten, um den Verein in dieser schwierigen Situation finanziell zu unterstützen, heißt es.

Mittelfeldspieler Yannik Stark präsentiert ein Geisterticket im XXL-Format.
Mittelfeldspieler Yannik Stark präsentiert ein Geisterticket im XXL-Format. © Dynamo Dresden/Steffen Kuttner

Daraus entstanden ist das Projekt "30.000 Geister für Dynamo!", wie Kabus erklärte. Der Plan scheint mehr als aufzugehen: "Wir wollen innerhalb von 14 Tagen symbolisch 30.000 Geistertickets verkaufen. Das hat natürlich auch das Ziel, die gravierenden finanziellen Verluste für den Verein zumindest etwas aufzufangen." Virtuell gefüllt werden soll das Rudolf-Harbig-Stadion beim Heimspiel im DFB-Pokal gegen den Zweitligisten Darmstadt 98 am 22. Dezember. Bis dahin läuft auch der Kartenverkauf. "Einmal mehr zeigen unsere Fans, dass Dresden anders ist. Diese Hingabe und Unterstützung dem eigenen Verein gegenüber ist einmalig", sagte Kabus.

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Ein Geisterticket kostet fünf Euro, es können aber auch mehrere gekauft werden. Erhältlich sind sind sie über den Etix-Onlineshop und im Fanshop am Stadion. Jeder Käufer erhält ein Geisterticket in DIN-A4-Größe. Für jedes verkaufte Ticket wird dann vor der Pokalpartie ein Luftballon in den Vereinsfarben schwarz-gelb auf den Tribünen angebracht. "Trotz aller Einnahmeverluste fehlen dem Fußball gerade vor allem die Menschen und deren Emotionen sowie die Nähe", betont Kabus.

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