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Polizei stuft Dynamo-Partie als Hochrisikospiel ein

Bis zu 5.000 Dynamo-Anhänger werden am Freitag in Kaiserslautern erwartet. Die Zuschauerzahl wird reduziert. Es wird nicht nur auf dem Platz ein harter Kampf - fürchtet die Polizei.

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Erhöhte Polizeipräsenz ist bei Auswärtsspielen der Schwarz-Gelben keine Besonderheit.
Erhöhte Polizeipräsenz ist bei Auswärtsspielen der Schwarz-Gelben keine Besonderheit. © Archiv: Robert Michael

Von Alexander Sarter

Kaiserslautern. Ein Satz in der Erklärung der Behörde wirkt etwas deplatziert. "Die Polizei ist bemüht, mögliche Lärmbelästigungen auf ein Minimum zu reduzieren", ließ das Polizeipräsidium Westpfalz wissen. Dabei wird Lärm wohl das geringste Problem sein, wenn der 1. FC Kaiserslautern am Freitag (20.30 Uhr/Sat.1 und Sky) in einem "Hochrisikospiel" gegen Dynamo Dresden um den letzten freien Platz in der 2. Fußball-Bundesliga kämpft.

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Schließlich steht zu befürchten, dass es beim Relegations-Hinspiel zwischen dem Drittliga-Dritten und dem Zweitliga-Drittletzten nicht nur auf dem Platz hoch hergehen wird. "Das Verhältnis der beiden Fanlager zueinander ist angespannt", teilte das Polizeipräsidium mit: "Auseinandersetzungen sind nicht auszuschließen."

Diese Formulierung erscheint äußerst zurückhaltend angesichts dessen, was die Polizei an Maßnahmen zur Deeskalation plant. So sollen die Fangruppen durchgehend voneinander getrennt werden, ein Polizeihubschrauber wird im Einsatz sein, die Bundespolizei ist mit von der Partie, eine "glasfreie Zone" ist eingerichtet und ein Alkoholverbot ausgesprochen.

All das aus gutem Grund. "Beide Lager beinhalten zahlreiche Fans, die bereits mit typischen Verhaltensweisen in Erscheinung getreten sind", hieß es vonseiten der Polizei hinsichtlich gewaltbereiter Anhänger: "Straftaten werden nicht geduldet."

Mit wie vielen Hundertschaften die Polizei letztlich rund um den Betzenberg im Einsatz sein wird, gaben die Verantwortlichen "aus taktischen Gründen" nicht bekannt: "Sie dürfen aber sicher sein, dass wir angepasst an die Bewertung der Lage ausreichend viele Kräfte eingeplant haben."

Auch das Fritz-Walter-Stadion an sich muss gesichert werden. Um Pufferzonen zwischen den Anhängergruppen in der Arena einzurichten, wurde die Kapazität auf 46.895 Plätze reduziert. Die Begegnung ist längst ausverkauft, 5.000 Fans aus Dresden werden erwartet.

Das Ausmaß der Polizeipräsenz ist Wasser auf die Mühlen derer, die vom Profifußball eine Beteiligung an den Kosten rund um Risikospiele verlangen - der Streit darum ist mittlerweile beim Bundesverfassungsgericht gelandet. Neben Bremens Innensenator Ulrich Mäurer will eben auch der am Freitag zuständige rheinland-pfälzische Innenminister Roger Lewentz die Klubs zur Kasse bitten.

Dabei fällt in der Pfalz noch gar keine Entscheidung. Erst nach dem ebenfalls bereits ausverkauften und aus Polizeisicht nicht minder brisantem Rückspiel am Dienstag kommender Woche in Dresden - zu dem rund 3.000 FCK-Anhänger reisen werden - steht fest, wer in der nächsten Saison in der 2. Liga ran darf.

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