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Podcast: Stolpert sich Dynamo jetzt zum Aufstieg?

Statt auf Heimsieg zu spielen, sichert Dynamo Dresdens Trainer gegen Ulm ein Unentschieden ab - und sorgt für viel Unverständnis. Auch im Schwarz-Gelb-Podcast entwickelt sich eine emotionale Debatte, und am Ende stellt sich die Trainerfrage.

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Ein Bild mit Symbolwert: Dynamos Ahmet Arslan wird gefoult, dabei rutscht ihm der Schuh vom Fuß. Derzeit kommt bei den Dresdnern tatsächlich viel zusammen - auf den Punkt gebracht in der neuen Folge des Schwarz-Gelb-Podcasts.
Ein Bild mit Symbolwert: Dynamos Ahmet Arslan wird gefoult, dabei rutscht ihm der Schuh vom Fuß. Derzeit kommt bei den Dresdnern tatsächlich viel zusammen - auf den Punkt gebracht in der neuen Folge des Schwarz-Gelb-Podcasts. © dpa/Robert Michael; SZ-Montage

Dresden. Diese Nullnummer wirkt nach. Denn dieses torlose Unentschieden im Drittliga- Spitzenspiel von Aufstiegsfavorit Dynamo Dresden gegen den Tabellenführer aus Ulm hat - außer Tore - so ziemlich alles zu bieten. Das wird auch in der mittlerweile 62. Episode von "Schwarz-Gelb, der Dynamo-Podcast" deutlich, die den vielsagenden Titel "Verwechselt?" trägt und zudem die Frage stellt, ob sich Dynamo jetzt zum Aufstieg stolpert.

Die Moderatoren Jens Umbreit und Tino Meyer haben sich dafür mit den Journalisten und Autoren Uwe Karte und Kevin Albrecht zwei, jeder auf seine Weise, echte Dynamo-Kenner eingeladen. Und so entwickelt sich ausgehend von dem 0:0, das zahlreiche mindestens diskussions- bis höchst fragwürdige Entscheidungen zu bieten hatte, eine emotionale wie vielschichtige Debatte - von Aufstiegschancen bis zur Trainerfrage.

Der rote Faden dabei wie so oft in dieser Saison: die mangelhafte Chancenverwertung (diesmal Hauptmann, Arslan, Kutschke), der eine entscheidende Fehler zu viel in der Defensive (diesmal die Notbremse inkl. Platzverweis für Ehlers) sowie die schon notorische Schwäche bei Standardsituationen.

Anfangs Einwechslungen sorgen für Unverständnis

Gegen Ulm ist die Mängelliste noch ein bisschen länger: zu viel Stückwerk, zu wenig Miteinander - verbunden mit der Erkenntnis, dass sehr gute 30 Minuten zu Beginn nicht ausreichen. Der Aufreger schlechthin aber sind diesmal die Wechsel von Trainer Markus Anfang, oder besser gesagt seine Nicht-Wechsel. Dass mit Lucas Cueto und Robin Meißner zwei nachweislich torgefährliche Spieler, die das insbesondere nach Einwechslungen zuletzt mehrfach unter Beweis gestellt haben, auf der Bank bleiben, sorgt für reichlich Unverständnis. Unter den Fans ebenso wie in der Podcast-Runde.

Statt auf Offensive zu setzen und so womöglich den Sieg zu erzwingen, sichert Anfang mit der Einwechslung von Jonathan Meier das Unentschieden ab. Kann man machen, muss man allerdings nicht verstehen. Und führt darüber hinaus zur Frage: Was macht eigentlich Manuel Schäffler? Verletzt ist Dynamos Back-up für Mittelstürmer Stefan Kutschke nicht, nur auf der Bank hat er auch nicht gesessen.

Trotz Nullnummer verbessert sich Dynamo in der Tabelle

Die Ironie der Geschichte: Kritik hin, Unverständnis her - Dynamo hat sich mit dem Unentschieden gegen Ulm in der Tabelle verbessert und steht nun wieder auf einem direkten Aufstiegsplatz. Doch das nächste Spitzenspiel steht bevor. Nach dem Sachsenpokal-Sonntag in Plauen tritt Dynamo beim zweiten Überraschungsaufsteiger an, dem Tabellenvierten Preußen Münster - zugleich die beste Rückrundenmannschaft. 27 Punkte haben die Westfalen in dem Zeitraum geholt.

Dynamo steht bei 14 Zählern, was Rang elf in der Rückrundentabelle bedeutet. Und Dynamo muss in Münster außer auf den rot-gesperrten Kevin Ehlers auch auf Kapitän Stefan Kutschke und dessen Stellvertreter Paul Will verzichten. Beide haben gegen Ulm ihre jeweils fünfte Gelbe Karte gesehen und müssen ein Spiel aussetzen.

Ein Gewinner gibt es: Podcast-Moderator Umbreit

Was das bedeutet: Münster wird, da ist sich zumindest die Podcast-Runde komplett einig, der Wahrsager über die Aufstiegsambitionen. "Kreuz durchdrücken und zeigen, dass sie aufsteigen will", lautet also Kartes Empfehlung an die Mannschaft - und nennt das Bielefeld-Spiel, wo Dynamo kurz vor der Weihnachtspause 1:0 gewann, als Maßstab. Albrecht indes sieht den angepeilten Aufstieg akut in Gefahr - und stellt deshalb sogar die Trainerfrage.

Bleibt also offensichtlich für den Moment nur ein Gewinner: Podcast-Moderator Umbreit, der mit Paul Will gewettet hatte, dass dieser die Rückrunde nicht ohne fünfte Gelbe schafft. Doch angesichts der aktuellen Entwicklungen bei Dynamo währt selbst Umbreits Freude nur kurz. (SZ/-yer)