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Der Füchse-Coach über die Vorteile von Weißwasser

Petteri Väkiparta, Cheftrainer der Eishockey-Füchse, hat einen Vertrag für die neue Saison unterschrieben. Im Gespräch verrät der 44-Jährige seine Gedanken dazu.

Von Frank Thümmler
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25.03.2022, Bad Toelz, Toelzer Loewen vs. Lausitzer Fuechse
Andre Muecke (Co-Trainer, Lausitzer Fuechse) , Petteri Vaekiparta (Trainer, Lausitzer Fuechse)
Foto: Thomas Heide
25.03.2022, Bad Toelz, Toelzer Loewen vs. Lausitzer Fuechse Andre Muecke (Co-Trainer, Lausitzer Fuechse) , Petteri Vaekiparta (Trainer, Lausitzer Fuechse) Foto: Thomas Heide © Thomas Heide

Herr Väkiparta, Glückwunsch zum neuen Vertrag! Oder sollte man besser die Füchse beglückwünschen?

(Lacht). Ich glaube, das ist für beide Seiten eine gute Sache.

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War es von vorneherein, als sie im Januar nach Weißwasser gekommen sind, Ihr Plan, hier länger zu bleiben?

Damals habe ich nur bis zum Saisonende gedacht. Ich konzentriere mich dann auf meine Arbeit, um das Beste herauszuholen. Es war hier nicht einfach zu coachen. Und dann ist klar: Wenn Du in den Abstiegsspielen um den Klassenerhalt kämpfst, dann gibt es nicht so viele Gespräche vorher. Als das dann geschafft war, haben wir gut gesprochen. Ich habe immer gesagt, dass die Füchse mein erster Ansprechpartner sind. Ich wollte auch wissen, wie die Organisation die Zukunft sieht – was brauchen wir, was können wir besser machen, wo ist unser Entwicklungspotenzial? Der Trainer muss am Ende zum Verein passen, aber auch der Verein zum Trainer.

Nun macht man ja vor solchen Entscheidungen eine Plus-Minus-Liste. Verraten sie, was für Weißwasser auf der Plus-Seite stand, und was auf der Minus-Seite?

Natürlich macht man sich ganz viele Gedanken. Aber am Ende kommt auch das Bauchgefühl: Wie vertraust du den Menschen? Wir haben hier in Weißwasser eine tolle Gruppe, vom Büro bis zu unseren Physios und Betreuern. Alle versuchen, zum Erfolg etwas beizutragen.

Was stand auf der Minus-Seite? Vielleicht die Entfernung zu Ihrer Familie in Wolfsburg?

Das ist in diesem Geschäft immer so. Man weiß nicht, wie lange ein Engagement am Ende geht. Es ist schwierig, zu entscheiden, ob die Familie mitkommt, erst recht, wenn die Kinder größer werden. Man muss da Kompromisse finden. Meine Kinder sind elf und zwölf Jahre. Es sind drei Stunden bis Wolfsburg. Aber die Entfernung ist nicht das Wichtigste. Ich muss mich wohlfühlen bei meiner Arbeit, muss Vertrauen spüren. Na klar, ich muss dann mit meiner Familie sprechen – schaffen wir das? Macht das Sinn?

Nun ist Weißwasser ja auch Ihre erste Station als Cheftrainer im Profibereich. Wie wichtig die damit verbundene Chance für Ihre berufliche Karriere? Thomas Popiesch war zum Beispiel lange hier und ist jetzt DEL-Trainer.

Natürlich, wenn man gut arbeitet, bekommst du auch deine Chance. Aber es geht nicht nur darum. Es geht auch darum, was wir hier gemeinsam erreichen, wie wir das Umfeld entwickeln können. Die tägliche Arbeit mit den Spielern muss gut sein, das gilt eben auch für den Trainer. Dann kommt vielleicht der Tag, dass du auch höherklassig eine Chance bekommst. Ob man das will, ist am Ende auch noch eine Frage.

Es ist ja noch unklar, mit welcher Mannschaft Sie in der neuen Saison antreten. Reden Sie mit bei Fragen wie: Wer bekommt ein Angebot aus dem alten Kader, wen könnte man neu holen?

Wir arbeiten da mit Dirk Rohrbach eng zusammen. Wir schauen uns viele Spieler an, benutzen unsere Netzwerke für Informationen über den Spieler und den Menschen. Wir müssen wissen, wofür das Geld ausgegeben wird.

Nun waren Sie ja unmittelbar vor dem Anruf aus Weißwasser als Co-Trainer bei der U20-WM. Sind da junge Spieler dabei, die vielleicht in Weißwasser spielen könnten?

Wie ich schon sagte, Netzwerke sind immer wichtig, für jeden Verein. Ich habe ja auch davor schon im Nachwuchsbereich gearbeitet. Wir werden alle Netzwerke benutzen, um eine starke Mannschaft für die neue Saison zusammenzubekommen.

Nun haben Sie ja diese Füchse-Mannschaft, die dann in den Play-downs wirklich gut gespielt hat, genau kennengelernt. Hatte dieses Team aus Ihrer Sicht nicht mehr erreichen müssen?

Das ist nur Spekulation. Wenn wir mit vollem Kader hätten spielen können, wäre vielleicht auch das eine oder andere Ergebnis anders ausgefallen. Profi-Eishockey kannst Du nicht mit 13, 14 oder gar nur zehn Spielern spielen. Als dann unser Kader in den Play-downs ziemlich voll war, haben wir viel besser gespielt.

Was wäre für Sie persönlich eine erfolgreiche Saison 2022/23?

Dass wir unsere tägliche Arbeit gut machen, dann kommt auch das Ergebnis. Ich kenne ja die Mannschaft noch nicht, deshalb wäre alles andere Spekulation.

Wie lebt es sich für Sie in so einer kleinen Stadt wie Weißwasser?

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Wenn die Eishockey-Saison losgeht, da gibt es nicht so viel Zeit für anderes neben Eishockey. Als Trainer kommt ja Spiel-Vor- und -Nachbereitung dazu, Videoanalyse und so weiter. Die Natur ist hier gut, man kann super Spazieren gehen. Es gibt ein paar gute Restaurants. Das ist alles, was ich brauche. Eine kleine Stadt hat auch Vorteile. Zum Beispiel bist Du nie im Stau. Und ich bin ja auch in einer kleinen finnischen Stadt mit damals 15.000 Einwohnern aufgewachsen, kenne das also. Dort werden wir auch im Sommer mal hinfahren, und dann geht es wieder los bei den Füchsen.

Das Interview führte Frank Thümmler.

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