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Warum beim TSV Graupa trotz Abstieg der Stolz überwiegt

Graupas Tischtennis-Frauen durften bis zuletzt auf den Klassenerhalt hoffen, die Männer feiern den Aufstieg. Vereinschef Peter Kraetsch zieht nun Bilanz.

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Der Ball ruht: Saisonende beim Graupaer Tischtennisverein.
Der Ball ruht: Saisonende beim Graupaer Tischtennisverein. © Symbolfoto: dpa/Britta Pedersen

Graupa. Hinter der Tischtennis-Abteilung des TSV Graupa liegt eine Saison mit Höhen und Tiefen. Die Frauen schlugen sich in der Regionalliga Süd achtbar, konnten den Abstieg jedoch nicht verhindern. Die Männer marschierten durch die Bezirksliga mit einer unglaublichen Siegesserie und steigen in die Landesliga auf. Auch die zweite Männer-Mannschaft bejubelte den Aufstieg. Als Staffelsieger der Bezirksklasse, Gruppe 1, spielt die TSV-Reserve in der kommenden Saison in der 2. Bezirksliga.

Peter Kraetsch (58), 1. Vorsitzender des Vereins, Cheftrainer und Leiter des Talentestützpunktes Tischtennis, zieht im SZ-Gespräch eine erste Bilanz und blickt auch schon ein Stück voraus.

Peter Kraetsch (58) ist 1. Vorsitzender des TSV Graupa, Cheftrainer und Leiter des Talentstützpunktes.
Peter Kraetsch (58) ist 1. Vorsitzender des TSV Graupa, Cheftrainer und Leiter des Talentstützpunktes. © TSV Graupa

Herr Kraetsch, die Frauen sind abgestiegen, zwei Männer-Teams haben den Aufstieg geschafft. Was überwiegt?

Es gibt zumindest bei mir nur positive Emotionen. Stolz, Freude, Zuversicht. Dass nicht immer alles so abläuft, wie man das sich erwartet oder erträumt hat, ist ja ganz normal. Wenn man mit Menschen arbeitet oder Menschen zusammenarbeiten, wird es immer ein gewisses Restrisiko geben von Entwicklungen, die man nicht planen kann. Also: Absoluter Stolz auf das, was alle Teams geleistet und erreicht haben.

Bei den Frauen fiel eine wichtige Spielerin gleich zu Saisonbeginn aus. War das nicht zu kompensieren?

Das war nur eine Facette der Entwicklung des Teams. Der nicht kompensierbare Umstand war der plötzliche Wegfall unserer starken Nummer drei aufgrund persönlicher Entscheidungen, die wir zu akzeptieren haben. Ohne Nummer eins hätte das Team es schaffen können, aber ohne Nummer eins und drei (Katerina Kralova und Pascale Roth/d.A.) war es eher nicht zu schaffen - auch wenn alle Nachrücker sich absolut reingehangen haben.

Ist die Regionalliga eine Nummer zu groß oder gibt es einen neuen Anlauf?

Ein klares „Nein“ zum ersten Teil der Frage und ein klares „Ja“ zum zweiten Anlauf.

Im letzten Spiel unterlagen die Frauen im Kellerduell mit 1:9 bei Rapid Chemnitz II und verpassten den Sprung auf den Relegationsplatz. Was war da los?

Die Chemnitzerinnen sind in der angenehmen Situation, im zweiten Team Spielerinnen „geparkt“ zu haben, die bereits Erfahrungen aus der 3. Bundesliga mitbringen. Unseren Spielerinnen fehlt diese noch, wenn Sie so wollen.

Wird es personelle Veränderungen im Frauen-Team geben?

Das wird die Zusammenkunft aller Frauen mit der Vereins- bzw. Abteilungsleitung ergeben. Nach dem aktuellen Stand wohl nicht.

Wie sehen Sie die Chancen für die „Erste“ der Männer?

Diese Mannschaft wird noch mal verstärkt und wird dann auch in der Landesliga eine wichtige Rolle spielen. Nach meiner persönlichen Meinung ist dieses Team noch lange nicht an der Leistungsgrenze angekommen.

Die zweite Mannschaft steigt in die 2. Bezirksliga auf. Werden hier in erster Linie die Nachwuchskräfte eingesetzt?

Die Mannschaft besteht im Moment aus erfahrenen und jüngeren Spielern und wird mittelfristig mit noch mehr jüngeren Spielern verstärkt beziehungsweise aufgefüllt. So haben wir es immer gehandhabt und das hat sich auch bewährt.

Wie steht es generell um den Nachwuchsbereich?

Wir stehen nach wie vor im Nachwuchsbereich sehr gut da und versuchen, die vielen Kindergruppen unter einen Hut zu bekommen. Das Ziel war und wird immer sein, Mannschaften zu formen, egal, ob im Mädchen- oder Jungenbereich, die langfristig miteinander spielen und erfolgreich sind. Der Teamgedanke spielt also eine große Rolle. Die Fokussierung liegt für alle Trainer entsprechend der Vorgaben des DTTB ganz klar auf den etwas jüngeren AK 9 bis 13, ohne die etwas älteren Kids und Jugendlichen zu vernachlässigen. Es wird immer weitergehen mit Hochs und Tiefs.

Hat Corona etwas verändert?

Corona hat unserem Verein und der Abteilung Tischtennis eher nicht geschadet. Der Zulauf im Nachwuchsbereich war und ist ungebrochen. Für alle Kinder und Jugendlichen versuchen wir, optimale Bedingungen zu schaffen, damit sie schrittweise in den Spielbetrieb hineinwachsen - auch dank zwölf ehrenamtlicher Trainerinnen und Trainer, die alle, entsprechend ihren Möglichkeiten, hervorragende Arbeit leisten.

Das Gespräch führte Jürgen Schwarz.