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Ex-Biathlet aus Altenberg gründet Ukraine-Hilfe-Verein

Jens Steinigen prangerte Dopingvergehen im DDR-Biathlon an. Nun engagiert sich mit anderen Ex-Sportlern und Trainern für ein Ende des Ukraine-Krieges.

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1990 zog Jens Steinigen von Altenberg nach Ruhpolding, feierte 1992 den Staffel-Olympiasieg.
1990 zog Jens Steinigen von Altenberg nach Ruhpolding, feierte 1992 den Staffel-Olympiasieg. © dpa/picture alliance

Der frühere Biathlon-Olympiasieger Jens Steinigen aus Altenberg hat zusammen mit weiterer Sportprominenz den Verein "Athletes for Ukraine e.V." gegründet. Ziel der Initiative ist es, "alle Athleten weltweit zu vereinen, um gemeinsam ein Zeichen gegen Krieg und für Frieden und Solidarität zu setzen". Zu den Gründungsmitgliedern gehören auch der frühere Weltklasse-Langläufer Tobias Angerer, der Biathlon-Olympiaisgerin Denise Herrmann managt, und Erfolgstrainer Wolfgang Pichler, der Steinigen nach dessen Umzug von Altenberg nach Ruhpolding betreut hatte und zum Staffel-Olympiasieg 1992 führte.

Neben der finanziellen und humanitären Hilfe sei es ein "besonderes Ziel des Vereins, dass es keine Bilder von Sportveranstaltungen mehr auf dieser Welt gibt, auf dem nicht in irgendeiner Form gegen den Krieg in der Ukraine protestiert wird, bis der Krieg zu Ende und die russische Armee aus der Ukraine abgezogen ist". "Athletes for Ukraine habe ich initiiert, weil ich schreiendes Unrecht nicht ertragen kann. Putin muss sofort gestoppt werden. Für das ukrainische Volk, das auch unsere Werte mit seinem Leben verteidigt. Für unsere Zukunft und die unserer Kinder, für die Zukunft aller, die in Freiheit und Demokratie leben wollen!", sagte Steinigen, der als 1. Vorsitzender des Vereins fungiert: "Es kann und soll aber jeder mitmachen, egal ob er Profi, Trainer, Hobbysportler oder Fan ist oder sich nur gegen den Krieg in der Ukraine engagieren möchte. Gemeinsam sind wir stark!"

Mit finanzieller und humanitärer Hilfe sollen vor allem Hilfsprojekte entstehen und unterstützt werden, "um so Familien und Kindern wieder Mut und Zuversicht zu geben, so Angerer. Pichler sagte: "Ich denke, wenn wir alle vereint sind, haben wir eine Chance. Es wird schwierig, aber wenn wir nichts machen, wird es noch schwieriger!"

Steinigen war mit zwölf Jahren von der Nordischen Kombination zum Biathlon gewechselt, zog ins Internat nach Zinnwald. Als er sich weigerte, Dopingmittel einzunehmen, wurde er zurückgestuft, verpasste die Olympischen Spiele 1988 in Calgary. Nach seinem Weggang aus Altenberg wurde er von ehemaligen DDR-Trainern wieder nicht nominiert, daraufhin ging Steinigen mit seinen Doping-Vorwürfen an die Öffentlichkeit und löste so personelle Umbesetzungen aus. Steinigen arbeitet als Rechtsanwalt im bayerischen Traunstein. (sid/SZ)