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Sachsen

VW trauert um ehemaligen Sachsen-Chef

Siegfried Fiebig ist tot. Er baute die Werke im Freistaat um als Zentrum der Elektromobilität des Konzerns.

Siegfried Fiebig (r.) kam aus Wolfsburg nach Sachsen, um die sächsischen VW-Werke neu auszurichten.
Siegfried Fiebig (r.) kam aus Wolfsburg nach Sachsen, um die sächsischen VW-Werke neu auszurichten. © Thomas Kretschel

Zwickau/Dresden. In seine Zeit als VW-Sachsen-Chef fielen einige der wichtigsten Entscheidungen für die Zukunft von rund 10.000 Beschäftigten im Freistaat: Vier Jahre lang lenkte Siegfried Fiebig die Geschicke der Auto-Werke in Dresden, Zwickau und Chemnitz. 

Bis zu seiner letzten Dienst-Minute in Zwickau hatte Fiebig vor seinem Weggang aus Sachsen vor rund zwei Jahren am Umbau des Zwickauer Werks zum europäischen Kompetenzzentrum für die Elektromobilität im VW-Konzern gearbeitet. Am Montag bestätigte ein VW-Sprecher, dass Fiebig im Alter von 65 Jahren verstorben ist.

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Und nun? Mit Covid-19 kam die Thematik der Triage, dem Sichten und Klassifizieren von Patienten, erneut auf. Ein Interview mit Medizinrechtsexperte Prof. Dr. Erik Hahn.

Fiebig ist es mit zu verdanken, dass nach der Einstellung des Phaeton-Baus die "Gläserne Manufaktur" in Dresden nicht zur bloßen Event- oder Ausstellungshalle verkam. Heute wird dort in zwei Schichten der E-Golf gefertigt. Nach dem Motto: „Nicht reden, machen!“ ließ Fiebig in seiner gradlinigen Art den Standort in wenigen Wochen zu einem Schaufenster der Elektromobilität umbauen. Damit schuf er Fakten – und die Grundlage für den Wandel von der Dresdner Phaeton-Schmiede zum Zentrum für die Mobilität der Zukunft der Marke VW. 

Erfahrung aus Wolfsburg

Auf die Neuausrichtung des Zwickauer Werkes als Mehr-Marken-Standort nur für Elektroautos war Fiebig besonders stolz: „Mit dieser Entscheidung haben wir in Sachsen erstmals in der Unternehmensgeschichte ein echtes Alleinstellungsmerkmal erhalten“, darauf wies er gerne und stolz hin. Diese Entscheidung wird mit seinem Namen verbunden bleiben.

Als Fiebig vor vier Jahren die Regie bei Volkswagen Sachsen mit seinen drei Werksstandorten in Dresden, Chemnitz, und Zwickau übernahm, sollte er Produktivität und Margen kräftig erhöhen. Dafür brachte der gebürtige Bielefelder die besten Voraussetzungen mit. Bevor er nach Sachsen kam, war Fiebig für die Fahrzeugproduktion im Wolfsburger Stammwerk verantwortlich. 

Neue Ideen für Gläserne Manufaktur

Dort liefen in dem letzten Jahr unter seiner Regie über 850.000 Fahrzeuge vom Band. Der studierte Maschinenbau-Ingenieur galt als Problemlöser, mit Hartnäckigkeit und Gelassenheit.  Fiebig war Werkleiter in Emden, leitete das VW-Werk in Brüssel und übernahm 2007 die Leitung des Standortmanagements sowie der Fahrzeugfertigung im Stammwerk Wolfsburg.

Seine gute Vernetzung in der Wolfsburger Konzernzentrale half ihm, als infolge des Dieselabgasskandals die Phaeton-Produktion vorzeitig auslief und die Gläserne Manufaktur ein neues Profil brauchte. Fiebig  hätte den Umbau in Zwickau gern länger begleitet. Aber die Veränderung, das war ihm klar, würde drei bis fünf Jahre dauern. Die Chance zur Übergabe der Verantwortung in jüngere Hände war günstig. Seit dem führt Thomas Ulbrich, der auch das neue Vorstandsressort E-Mobilität der Marke VW leitet, die VW-Sachsen GmbH mit all ihren Standorten. 

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