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Erste Hochwasserwarnungen für Flussgebiete in Sachsen

Dauerregen und Überflutungsgefahr: Die Vorhersagen der Meteorologen fürs Wochenende werden konkreter. Erste Veranstaltungen wurden in Sachsen bereits abgesagt - unser Newsblog zur aktuellen Wetterlage.

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Angesichts der ab Freitagabend in Sachsen erwarteten unwetterartigen Niederschläge gibt es erste Hochwasserwarnungen für die Obere Weiße Elster, die Mulden und die Nebenflüsse Obere Elbe.
Angesichts der ab Freitagabend in Sachsen erwarteten unwetterartigen Niederschläge gibt es erste Hochwasserwarnungen für die Obere Weiße Elster, die Mulden und die Nebenflüsse Obere Elbe. © dpa

Wetter in Deutschland und Sachsen – das Wichtigste in Kürze:

19.09 Uhr: Wetterdienst warnt vor weiteren starkem Gewitter am Donnerstag in Sachsen

Der Deutsche Wetterdienst hat am Donnerstagabend erneut eine Warnung vor neuen starken Gewittern der Stufe 2 von 4 herausgegeben. Das betrifft Gebiete in den Kreisen Nordsachsen, Leipzig, Sächsische Schweiz-Osterzgebirge sowie Mittelsachsen. Es bestehe die Gefahr von Blitzschlägen, vereinzelt umstürzenden Bäumen, Hagelschlag, Aquaplaning sowie überfluteten Straßen und Unterführungen. Die Warnungen gelten bis etwa 20 Uhr.

18.56 Uhr: Auf nasser Straße ins Schleudern geraten: Schwerer Verkehrsunfall auf der A4 bei Glauchau
Bei einem Unfall auf der Autobahn 4 bei Glauchau sind am Donnerstagnachmittag ein Mann und eine Frau schwer verletzt worden. Rettungskräfte brachten sie in ein Krankenhaus, wie die Polizei auf Anfrage mitteilte. Auch ein Rettungshubschrauber kam zu Einsatz. Dieser wurde jedoch nicht benötigt.

Den Angaben zufolge kam ein Auto beim Auffahren auf die Autobahn aufgrund der nassen Fahrbahn ins Schleudern. Daraufhin sei das Auto seitlich in ein vorbeifahrendes Auto gekracht. Weitere Informationen standen am Nachmittag zunächst nicht zur Verfügung. Die Autobahn war zwischenzeitlich voll gesperrt - es bildete sich ein Stau. Inzwischen ist die Fahrbahn wieder frei.

17.15 Uhr: Weitere Veranstaltungen werden abgesagt

Die Wettervorhersagen sehen nicht gut aus - viele Veranstaltungen in Sachsen stehen deswegen auf der Kippe. Nachdem es bereits gestern erste Absagen von Veranstaltungen gegeben hat (siehe Eintrag von 16.30 Uhr und 17.45 Uhr) ziehen nun die nächsten Organisatoren nach. So teilt das Bündnis Klare Kante mit, dass der Brunch der Vielfalt am 2. Juni im Görlitzer Stadtpark wegen der Unwetterwarnung abgesagt wird. Und auch das Stadtfest in Berggießhübel findet nicht statt - genauso wie das Spitzenfest in Plauen. „Aufgrund höherer Gewalt muss das beliebte und mit viel Herzblut vorbereitete dreitägige Fest abgesagt werden“, teilt die Stadtverwaltung mit. In Radebeul wurde das für Samstag geplante Schwimmfest im Lößnitzbad abgesagt. Welche Veranstaltungen im Großenhainer Umland betroffen sind, lesen Sie hier.

In Dresden hat die Staatsregierung wegen der Vorhersage den geplanten Tag der offenen Tür abgesagt. Die 20. Ausgabe des "Offenen Regierungsviertels" wird verschoben, wie die Staatskanzlei am Donnerstag mitteilte. Der Deutsche Wetterdienst warne vor heftigen Regenfällen von Freitag- bis Sonntagmittag. Die Veranstaltung mit umfangreichem Programm und Angeboten auch im Außenbereich der Ministerien soll deshalb erst am 4. August stattfinden - bei "dann hoffentlich besserem Wetter".

© Sächsische Staatskanzlei

17.10 Uhr: Erste Hochwasserwarnungen für Flussgebiete in Sachsen

Angesichts der ab Freitagabend in Sachsen erwarteten unwetterartigen Niederschläge gibt es erste Hochwasserwarnungen für die Obere Weiße Elster, die Mulden und die Nebenflüsse Obere Elbe. Damit hätten die Behörden in den Regionen genügend Vorlauf für die Vorbereitung auf einen möglichen Ernstfall, sagte eine Sprecherin des Landesamtes für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG). In Abhängigkeit und Folge der tatsächlichen Regenmengen sei ab Samstag eine überregionale Hochwasserlage im Freistaat möglich, beginnend in den kleineren Fließgewässern der Mittelgebirge bis auch in die größeren Flüsse. Das Landesamt rechnet dann mit dem Überschreiten von Hochwassermeldegrenzen.

Eine Prognose zur Entwicklung der Situation in den Flüssen am Wochenende sei wegen der Unsicherheiten in den Vorhersagen zur Wetterlage sowie räumlichen Verteilung und Niederschlagsmengen aber schwierig, sagte die LfULG-Sprecherin. Bei Niederschlägen über 100 Liter pro Quadratmeter und hoher Intensität schließen die Hydrologen auch ein Überschreiten der höchsten Alarmstufe 4 nicht aus.

Aktuell sieht das Landeshochwasserzentrum den Schwerpunkt in Süd- und Westsachsen, aber auch Osterzgebirge und die Region an der Oberen Elbe könnten betroffen sein. Bei Gewittern im Dauerregen könne es lokal zu Starkregen von "hoher Intensität" kommen. Vor allem an kleineren Flüssen, aber auch jenseits davon, seien starke Überflutungen möglich. Nächste Woche könne auch die Elbe von Hochwasser betroffen sein.

Die Behörde warnte, sich von anschwellenden Flüssen fernhalten und bei Starkregen nicht in Keller, Tiefgaragen und Unterführungen zu gehen oder zu fahren. Auch überflutete Bereiche sollten gemieden werden, da schon bei geringen Wassertiefen Personen mitgerissen werden könnten - und auch Autos, die dann "zur tödlichen Falle werden".

17.00 Uhr: Kreis Meißen rüstet sich für Unwetter und Überschwemmungen

Von der Unwettervorwarnung ist auch der Landkreis Meißen, insbesondere die Regionen um Radebeul und Meißen, betroffen. Vielerorts sind für Freitag noch einmal Sitzungen der Krisenstäbe geplant, so auch in Meißen und Großenhain. Feuerwehren im ganzen Landkreis halten sich bereit. So wie die Lommatzscher Feuerwehr. Vorhersagen, welche Regionen besonders betroffene sind, sei nach den Erfahrungen der Vorjahre schwierig, so Bürgermeisterin Anita Maaß. Sie hofft auf nachbarschaftliche Hilfe und kündigt an, dass man im Extremfall die Bürger in den gefährdeten Bereichen mit Megafon alarmieren wolle, so wie schon 2018.

16.37 Uhr: Günther: "Nehmen Sie die Unwetter- und Hochwasserwarnungen ernst"

Der sächsische Umweltminister Wolfram Günther hat Bürgerinnen und Bürger gebeten, die Unwetter- und Hochwasserwarnungen für Sachsen ernst zu nehmen. "Ich schaue mit allergrößter Sorge auf die Wetterprognosen", sagte der Grünen-Politiker am Donnerstag. Der Deutsche Wetterdienst hatte vor heftigen Regenfällen von Freitag- bis Sonntagmittag gewarnt. Zudem gibt es wegen der unwetterartigen Niederschläge bereits erste Hochwasserwarnungen des Landeshochwasserzentrums für die Obere Weiße Elster, die Mulden und die Nebenflüsse Obere Elbe.

Die Staatsregierung und die Fachbehörden, insbesondere das Landeshochwasserzentrum und die Landestalsperrenverwaltung, wollen nun alle Vorkehrungen treffen, die in dieser Lage nötig sind. So soll etwa an den Talsperren mehr Wasser abgegeben werden, um mehr Rückhalteraum zu schaffen. Das Landeshochwasserzentrum sei in Alarmbereitschaft sollte sich die Lage verschärfen.

"Wir sehen es beim Blick auf die Niederschläge, wir sehen es bei den Spätfrösten, die den Obst- und Weinbauern die Ernten vernichtet haben, wir haben es bei den Waldbränden gesehen: Der Klimawandel schlägt mit Wetterextremen immer häufiger in Sachsen zu", sagte Günther weiter. Dies betreffe jede und jeden. "Hier entstehen individuelle und volkswirtschaftliche Kosten in enormer Höhe." Es brauche Entschlossenheit beim Klimaschutz. Günther zufolge müssen Infrastrukturen künftig besser an die Folgen des menschengemachten Klimawandels angepasst werden.