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Welche Winterreifen sind die besten?

Im ADAC-Test kam das Auto mit den schlechtesten Reifen aus Tempo 80 nach 46 Metern zum Stehen. Beim besten Modell waren es zehn Meter weniger.

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Wer neue Winterreifen kauft, hat eine große Auswahl. Aber die Qualitätsunterschiede sind beträchtlich.
Wer neue Winterreifen kauft, hat eine große Auswahl. Aber die Qualitätsunterschiede sind beträchtlich. © Benjamin Nolte/dpa-tmn

Teure Winterreifen für Kleinwagen wie VW Polo oder Opel Corsa kosten momentan rund 100 Euro pro Stück. Für günstigere Modelle verlangen Händler manchmal nur gut die Hälfte. Doch wer zur nahenden Kältesaison neue Gummis für die Räder braucht, sollte nicht nur auf den Preis schauen. Ein aktueller Test des ADAC zeigt enorme Unterschied beim Bremsweg. So kam der getestete Kleinwagen mit dem beim Bremsweg bestplatzierten Bridgestone Blizzak LM005 (Gesamtnote 3,0, durchschnittlicher Preis: ca. 96 Euro) auf nasser Fahrbahn aus Tempo 80 nach 36,20 Metern zum Stehen. Waren die beiden letztplatzierten und insgesamt jeweils mit „mangelhaft“ bewerteten Reifen montiert, waren es je rund zehn Meter Bremsweg mehr.

Als weiteres Manko stellten die Tester unter den Kandidaten teils unharmonisches Ansprechen auf Lenkbefehle und die Neigung zum frühen Übersteuern fest. Dies führte zur Abwertung und zu nur ausreichenden Noten im Vierer-Bereich für die jeweiligen Reifen. Gute Leistungen, insbesondere bei Nässe, Schnee und trockener Fahrbahn, zeigten dagegen die drei mit der Note 2,2 im Gesamtranking am besten bewerteten Modelle Continental WinterContact TS 870 (ca. 100 Euro), Goodyear Ultragrip 9+ (ca. 96 Euro) und Semperit Speed-Grip 5 (80 Euro). Dicht dahinter liegt der Michelin Alpin 6 mit 2,3 (ca. 99 Euro).

Insgesamt 33 Reifen für die kalte Jahreszeit nahm der ADAC unter die Lupe – darunter nicht nur in der Kleinwagen-Dimension 185/65 R15, sondern auch Pneus für SUV der unteren Mittelklasse, etwa den Skoda Karoq oder Audi Q3 (215/60 R16). Bei der größeren Dimension gab es vor allem große Differenzen im Verschleiß. Für den in dieser Kategorie am schlechtesten platzierten Winterreifen ermittelte der ADAC eine Laufleistung von knapp 24.000 Kilometern – der Spitzenreiter in dieser Einzeldisziplin, der Sava Eskimo HP2 (Gesamtnote 3,0; ca. 121 Euro), schaffte rund 43.000 Kilometer. Das Schlusslicht in der Gesamtwertung zeigte zudem schlechtes Kurvenverhalten auf trockener Fahrbahn.

Grundsätzlicher Trend: Steigende Preise

Unter Berücksichtigung aller Kriterien landeten bei der Dimension 215/60 R16 der Continental WinterContact TS 870 (ca. 159 Euro) und der Dunlop Winter Sport 5 (ca. 154 Euro) mit der Gesamtnote 2,1 ganz vorn, gefolgt vom Goodyear UltraGrip Performance + (ca. 158 Euro) und dem Michelin Alpin 6 (ca. 167 Euro), die jeweils mit 2,3 benotet wurden. Für das komplette Quartett spricht der Autoklub eine besondere Empfehlung aus, weil sie ohne Schwächen in den Hauptkriterien blieben.

Laut ADAC lassen sich die Testergebnisse bedingt auch auf „benachbarte“ Dimensionen innerhalb einer Fahrzeugklasse übertragen. Als tolerabler Spielraum gilt demnach eine Abweichung von zehn Millimetern in der Breite. Bei den getesteten Kleinwagen-Pneus der Größe 185/65 R15 wären es also gleiche Reifenmodelle der Dimensionen 175/65 R15 und 195/65 R15.

Grundsätzlich sollten sich Reifenkäufer auf steigende Preise einstellen. Über das gesamte Jahr 2022 hinweg rechne die Branche mit einer Teuerungsrate im niedrigen zweistelligen Prozentbereich, sagt Bundesverband Reifenhandel und Vulkaniseur-Handwerk (BRV). Die Betreiber des Vergleichsportals Check24 kommen anhand von eigenen Preisanalysen sogar auf eine Quote von 21 Prozent.

Mit einer flächendeckenden Knappheit von Pkw- und SUV-Reifen rechnet der BRV nicht. Allenfalls bei speziellen Marken und Profilausführungen könne es punktuell zu Lieferproblemen kommen. Zu erwarten ist aber laut Schipke, dass Premiumhersteller vorrangig ihre Premiumreifen mit großen Zollmaßen fertigen. „Die sind natürlich deutlich margenträchtiger als deren Quality- und Budget-Marken oder ,Wald-und-Wiesen-Produkte‘, also 14- bis 17-Zoll-Reifen.“ (dpa/rnw)