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Wirtschaft

IG-Metall fürchtet um MAN in Plauen

Seit Monaten kämpfen die MAN-Beschäftigten in Plauen um ihre Arbeitsplätze. Doch der Konzern bleibt hart. Schließt das Werk bald endgültig?

Reisebusse und Transporter parken vor dem MAN Bus Modification Center in Plauen.
Reisebusse und Transporter parken vor dem MAN Bus Modification Center in Plauen. © dpa/Jan Woitas

Plauen. Nachdem voriges Jahr Pläne des Nutzfahrzeugbauers MAN zu Stellenabbau und Werkschließungen bekannt geworden sind, befürchtet die IG Metall ein endgültiges Aus für das Werk im Vogtland in den nächsten Monaten. "Wir versuchen weiter, den Industriestandort in Plauen zu erhalten", sagte der Geschäftsführer der IG Metall Zwickau, Thomas Knabel, der Deutschen Presse-Agentur. Trotzdem könne die endgültige Werkschließung schon im ersten Halbjahr dieses Jahres beschlossen werden. Eigentlich sollte das Ergebnis der entsprechenden Verhandlungen bereits Ende 2020 vorliegen.

Im vergangenen Jahr hatte der zum VW-Konzern gehörende Hersteller von Nutzfahrzeugen angekündigt, rund 9.500 der 36.000 Stellen zu streichen und die Werke in Plauen, Wittlich und im österreichischen Steyr zu schließen. Knabel: "Der Vorstand blieb in Gesprächen mit uns hart und uneinsichtig und ist nicht bereit, den Standort in Plauen fortzuführen, gegen jegliche wirtschaftliche Vernunft."

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Rechtsverfahren eingeleitet

Die 150 qualifizierten Plauener Mitarbeiter und ihr Wissen im Bereich Busumbau seien nicht durch eine Werksverlegung ins Ausland zu ersetzen, wie von MAN geplant. "Wir wollen für jeden Kollegen eine Lösung finden", ergänzte Knabel.

Saki Stimoniaris, Konzernbetriebsratsvorsitzender von MAN Truck & Bus SE und Traton SE in München, kritisierte die Pläne: "Das hat mit einer zukunftsorientierten Neuausrichtung nichts zu tun. MAN war immer ein solider, verlässlicher Partner und hat davon profitiert, dass an den Standorten regionale Strukturen gewachsen sind", betonte er auf Anfrage. "Das gilt für Plauen ebenso wie für alle Standorte."

Ein Termin beim Amtsgericht München Mitte Januar zur gütlichen Einigung zwischen Betriebsrat und Unternehmen sei ergebnislos geblieben, erklärte Stimoniaris. Man habe ein Verfahren eingeleitet, weil MAN die Vereinbarungen zur Standort- und Beschäftigungssicherung aufgekündigt habe, wodurch betriebsbedingte Kündigungen möglich sind. Nun soll die Rechtmäßigkeit überprüft werden.

Der ganze Konzern baut sich um

Laut dem Unternehmen selbst verhandeln Vorstand und Betriebsrat nach wie vor zur Neuaufstellung von MAN Truck & Bus. "Erst wenn hier eine Einigung erzielt wurde, können wir Aussagen zu den konkreten Maßnahmen und zu den Auswirkungen auf die einzelnen Standorte und Betriebsstätten treffen", hieß es aus der Pressestelle.

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Sachsens Wirtschaftsministerium zufolge ist über die laufenden Gespräche Vertraulichkeit vereinbart worden. Voriges Jahr hatten sich Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) und Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD) beim MAN-Vorstand in München für einen Erhalt des einzigen ostdeutschen MAN-Werkes eingesetzt. (dpa)

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