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Deutschlandticket: Handwerkstag fordert bezahlbaren ÖPNV auch für Azubis

Seit Mai gibt es das Deutschlandticket im Nah- und Regionalverkehr - und nun auch eine preiswertere Lösung für Studenten. Der Sächsische Handwerkstag fordert das auch für Azubis.

Von Fionn Klose
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Das 49-Euro-Ticket hat jetzt auch eine günstigere Variante für Studenten bekommen. Das will auch der Sächsische Handwerkstag.
Das 49-Euro-Ticket hat jetzt auch eine günstigere Variante für Studenten bekommen. Das will auch der Sächsische Handwerkstag. © Boris Roessler/dpa

Berlin/Düsseldorf. Am Montag haben sich Bund und Länder auf ein einheitliches, günstigeres Deutschlandticket für Studenten geeinigt. Für monatlich 29,40 Euro können Studierende ab dem Sommersemester in ganz Deutschland den ÖPNV benutzen.

Nun fordert der Sächsische Handwerkstag: "Auch für Auszubildende im Handwerk muss Mobilität bezahlbar sein." Wichtig seien generell mehr Investitionen in den Ausbau eines flächendeckenden Netzes des Öffentlichen Nahverkehrs, sodass Berufsschulstandorte besser erreicht werden können. "Nur dann werden wir über die duale Ausbildung langfristig die erhebliche Fachkräftelücke in der gewerblichen Wirtschaft schließen können", sagt der Geschäftsführer des Sächsischen Handwerkstages, Andreas Brzezinski.

Zwar gibt es seit 2019 ein Azubiticket in Sachsen. Aber es kostet mehr. Damit können Schüler berufsbildender Schulen für 48 Euro pro Monat in einem Verkehrsverbund in Sachsen mit Bus und Bahn unterwegs sein. Wer ein sachsenweit geltendes Azubiticket haben möchte, muss dafür 68 Euro bezahlen. "Diese Konditionen kommen aber nicht an die des Semestertickets heran", sagt Brzezinski. "Wir wollen vergleichbare Preise für das Azubiticket haben." Es solle angepasst und geöffnet werden, sodass Auszubildende auch in andere Bundesländer kostengünstig mit ihrem Ticket fahren können.

Grüner Verkehrsminister: Semesterticket sei Durchbruch

Rund drei Millionen Studierende könnten das günstige und deutschlandweit geltende Semesterticket bekommen. Das sei ein Durchbruch, wie der grüne Verkehrsminister von Nordrhein-Westfalen, Oliver Krischer, sagte.

Bundesverkehrsminister Volker Wissing erklärte: "Ich freue mich, dass wir uns heute mit den Ländern auf ein Deutschlandticket für Studierende verständigen konnten. Nachdem die Ministerpräsidentenkonferenz die Finanzierungsfragen zum Deutschlandticket abschließend bestätigt hat, stand einer Verständigung über das Semesterticket nichts mehr im Wege. Damit profitieren nun auch die Studentinnen und Studenten von diesem attraktiven deutschlandweiten Angebot - und das zu einem sehr günstigen Preis."

Viele Studierende derzeit ohne Semesterticket

Madita Lachetta, Mitglied im Bundesvorstand der Juso-Hochschulgruppen, teilte mit, aus Angst vor Klagen hätten Studierendenschaften in den vergangenen Monaten reihenweise ihre Semesterticketverträge aufgekündigt. "Durch die Einführung des
49-Euro-Deutschlandtickets stehen deshalb derzeit viele Studierende ohne Semesterticket da." Den Studierendenschaften stehe es nun frei, das neue Angebot anzubieten oder regionale Alternativlösungen zu verhandeln. Lachetta forderte Preisstabilität beim Deutschlandticket. Falls der Regelpreis steigt, würde auch der Preis für das vergünstigte Ticket für Studierende steigen.

Kanzler Olaf Scholz (SPD) und die Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten der Länder hatten sich vor dem Hintergrund eines Finanzstreits darauf verständigt, dass es das Deutschlandticket für Busse und Bahnen im Nah- und Regionalverkehr auch weiterhin gibt. Eine große Frage aber ist, wie lange das Ticket noch zu 49 Euro im Monat angeboten oder doch bald teurer wird. Die Verkehrsminister sollen ein Konzept für ein langfristig gesichertes Ticket entwickeln.

Wissing sagte, für die für den ÖPNV zuständigen Bundesländer bedeute die Einigung beim Semesterticket sichere Einnahmen, die dazu beitragen würden, den Ticketpreis möglichst günstig zu halten. "Denn mit dem Deutschlandticket-Semesterticket binden wir eine junge Kundengruppe dauerhaft an den ÖPNV." (mit dpa)